tests/19-08-13_mytek
 

Mytek Brooklyn AMP

13.08.2019 // Finn Corvin Gallowsky

Auf der diesjährigen High-End stellte ich beim Plausch mit den Kollegen des amerikanisch/polnischen Herstellers Mytek fest, dass der Brooklyn AMP noch überhaupt nicht in unserer Redaktion zu Gast war. Kein Wunder, die Kollegen sind bestens mit (Class-A-)Verstärkermonstern versorgt. Mein Interesse hat der kleine Digitalamp jedoch sofort geweckt.

Bis der Amp bei mir zu Hause landet, vergeht dann doch noch etwas Zeit und das Paket erreicht mich ausgerechnet, kurz bevor ich in meinen Sommerurlaub aufbreche. Nicht weiter schlimm, so gibt es wenigstens etwas, auf das ich mich bei meiner Rückkehr freuen kann und das mir – hoffentlich – den Alltag versüßen wird. Die allererste Feststellung bei der Entgegennahme des Pakets: Der Amp wiegt quasi gar nichts. Vor Jahrzehnten noch war das ein Indikator für mindere Qualität. Riesige Trafos und Elkos gehörten einfach zum guten Ton und tun es noch. In meinem beruflichen Umfeld jedoch bin ich inzwischen extrem froh über Class-D-Verstärker. Ein mehrere Kilowatt lieferndes Verstärker-Rack wiegt jetzt nicht bedeutend mehr als vor Jahren noch eine einzelne Endstufe, die lediglich knapp ein Kilowatt lieferte. Im HiFi-Bereich hat man zwar meistens seine Ruhe, nachdem man die Endstufe einmalig auf den ihr angestammten Platz gewuchtet hat, insofern ist das Gewicht eigentlich nicht sonderlich relevant. Eine potente Endstufe, die man allerdings mal eben schnell und bequem im Rucksack oder besser verpackt in einem schlagfesten Case zu Freunden mitnehmen kann, ist dennoch etwas Besonderes. Auch ihr Einsatz in einem mobilen Studio dürfte sich als unkompliziert und platzsparend erweisen. Mit einem Gewicht von drei Kilogramm und Abmessungen von etwa 21 Zentimetern Breite, 24 Zentimetern Tiefe und etwas weniger als fünf Zentimetern Höhe vermag der Brooklyn AMP dennoch 300 Watt pro Kanal an vier Ohm oder 600 Watt gebrückt an einem Kanal zu liefern. Hierfür wird pro Kanal auf ein Modul des dänischen Class-D-Spezialisten Pascal zurückgegriffen. Laut Firmenchef und Entwickler Michal Jurewicz werden die Standard-Module jedoch stark modifiziert. Wichtige Bauteile werden ausgetauscht und die Module klingen nicht ansatzweise mehr wie im Ursprungszustand – jetzt klingen sie viel detaillierter und wärmer. Ihre Konfiguration im Brooklyn AMP erlaubt ihnen ein Dynamikumfang von über 121 Dezibel. Der Dämpfungsfaktor des Verstärkers liegt bei über 400. Somit sollte er problemlos mit meinen Lautsprechern harmonieren. Leistung satt steht ja ohnehin zur Verfügung und auch sonst muss ich mir keine Sorgen machen, der kleine Verstärker enthält so ziemlich alles, was an Schutzschaltungen zu haben ist.

Von den Abmessungen und dem fehlenden Display mal abgesehen, gleicht der Brooklyn AMP den anderen Brooklyn-Modellen äußerlich vollständig
Von den Abmessungen und dem fehlenden Display mal abgesehen, gleicht der Brooklyn AMP den anderen Brooklyn-Modellen äußerlich vollständig

Mit seinem Finish in Silber oder Schwarz passt er optisch perfekt zum Brooklyn DAC, DAC+ und zur neuen Bridge. Auch der Formfaktor stimmt, so passt er genau unter meinen Brooklyn DAC+, ragt lediglich hinten etwas weiter heraus. Dies ist nebenbei bemerkt einer der Gründe, weshalb ich die Endstufe unbedingt testen möchte. Sie sollte eigentlich perfekt auf die Digital-Analogwandler von Mytek abgestimmt sein. Farblich passt der Test-Amp zwar nicht zu meinen schwarzen DAC+, aber er ist ja eh nur zu Gast. Ich betreibe beide Geräte nicht gestapelt, sondern nebeneinander. Aufgrund der hohen Effizienz des Endstufenkonzepts entsteht zwar nicht übermäßig viel Abwärme, dennoch fühle ich mich besser, beiden Geräten etwas mehr Frischluftzufuhr zu gönnen. Bevor ich den Test beginne, überprüfe ich den Verstärker auf aktuelle Firmware. Das klingt zunächst eigenartig, aber tatsächlich hat der Brooklyn AMP eine Micro-USB-Schnittstelle, über die ich ihn mit meinem PC verbinde. Der Mytek Device Manager erkennt den Amp sofort und auch das Firmwareupdate geht schnell und problemlos von der Hand. Wahrscheinlich wäre es nicht nötig gewesen, da bereits die Firmware 1.00 aufgespielt war, in welcher Revision allerdings konnte ich nicht feststellen. Das Hinzufügen neuer Funktionen und Features ist im Rahmen dieser Firmware nicht vorgesehen, sie dient lediglich zur Beseitigung möglicherweise auftretender Fehlfunktionen. Solange der Verstärker fehlerfrei arbeitet, ist es für den Nutzer absolut unwichtig, sich mit einem Firmwareupdate auseinanderzusetzen. Ausprobieren wollte ich es dennoch.

Das bernsteinfarbene Licht im Inneren ist nicht übermäßig hell und fällt auch in dunklen Räumen nicht unangenehm auf
Das bernsteinfarbene Licht im Inneren ist nicht übermäßig hell und fällt auch in dunklen Räumen nicht unangenehm auf


  • Ayon S-10 Netzwerkplayer

    Ayon S 10 – hatten wir das nicht schon einmal? Richtig - und das Gerät hatte mich seinerzeit restlos begeistert, aber das ist mittlerweile schon wieder drei Jahre her. Grund genug nachzusehen, was sich in der brandneuen Version S 10 II technisch und klanglich getan hat. Rein äußerlich – so scheint es – hat sich nichts verändert. Wir haben nach wie vor das hervorragend verarbeitete und ganz in schwarz f Gehäuse aus gebürsteten Aluminiumteilen mit…
    18.02.2020
  • Pro-Ject Power Box RS Uni 1-way für Pro-Ject CD Box RS2 T

    Wer sich das Vergnügen eines Pro-Ject-CD-Box-RS2-T-Laufwerks leistet, bekommt dies mit einem simplen Schaltnetzteil geliefert. Mit dem eines optionale Linearnetzteil bietet Pro-Ject eine Chance zur weiteren klanglichen Aufwertung des CD-Transport, die man nicht außer Acht lassen sollte. Ehrlich gesagt, bin ich auf die Option, das einfache Schaltnetzteil gegen das Linearnetzteil Power Box RS Uni 1-way auszutauschen, nur gestoßen, weil mich das ständige Leuchten der blauen LED am Schaltnetzteil störte. Denn abschaltbar war nur der CD-Transport selber.…
    14.02.2020
  • Astell&Kern SP2000 Ultima

    Was könnte man einem Audiophilen empfehlen, der schon alles hat? Genau, einen Digitalen Audio Prozessor der Spitzenklasse! Hier drängt sich einer der Pioniere dieser Geräteart geradezu auf: der Koreanische Hersteller Astell&Kern. Mit seinem Flaggschiff reitet er eine Attacke auf unsere Brieftasche. Allerdings wird dafür auch Außergewöhnliches geboten. Die Koreaner waren die ersten, die den Digitalen Audio Prozessor vom Massen-Billigprodukt weg in die HiFi-Welt eingeführt haben. Bereits vor sechs Jahren hatte Kollege Sommer den AK 100…
    11.02.2020
  • Chord ÉTUDE

    Die preisgünstigste Möglichkeit, Chords neues Schaltungskonzept zu erleben, ist die Endstufe Chord ÉTUDE, die sich beim Design an den fulminanten DAVE orientiert. Sie ist das jüngste Mitglied der kompakten CHORAL-Serie, das der CD-Transport BLU2 komplettiert. Auf der letzten Highend in München präsentierte Jahn Franks, der CEO und Entwickler von Chord Electronics, seine Referenzserie Ultima. Ursprünglich war geplant, eine dieser Endstufen zu testen, aber die Nachfrage ist aktuell so groß, dass wir dieses Vorhaben wohl erst…
    28.01.2020
  • Chord Company C-Series und Clearway

    Mehrere Kollegen haben in ihren Besprechungen von Kabeln der Chord Company jeweils ein ausgezeichnetes Preis-/Leistungsverhältnis ausgemacht. Warum also nicht mal die günstigsten Varianten ausprobieren und sehen, ob auch günstig und trotzdem preiswert im eigentlichen Sinne funktioniert? Während man auch bei Chord für ein einzelnes RCA-Kabel so viel ausgeben kann, wie die meisten Menschen nicht mal in eine komplette Hifi-Anlage stecken würden, gehe ich den umgekehrten Weg und suche mir jeweils ein Pärchen Cinch- und Lautsprecherkabel…
    21.01.2020
  • BlockAudio C-Lock und C-Lock Lite

    Wer die Hifistatement-Kette im Sounds-Clever-Raum auf der letztjährigen High End gesehen und gehört hat, dürfte gemerkt haben, dass meine Kollegen und ich im Bemühen um erschwinglichen Wohlklang auch vor dem – übermäßigen? – Einsatz des klebrig schwarzen Fugenbandes nicht zurückschrecken. Zumindest bei Steckdosen gibt es ästhetischere Lösungen. Für alle, denen sich die Kombination von Steckdosen und Fugenband nicht sofort erschließt, erzähle ich gerne, wie ich erstmals damit konfrontiert wurde: Vor mehr als einer Dekade testete…
    17.01.2020

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies).

Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.