tests/19-10-25_aperion
 

Aperion Audio Novus Tower 5

25.10.2019 // Matthias Jung

In Deutschland kommen vorerst die beiden größeren Reihen Verus III und die neuen Novus auf den Markt. Aus dieser Reihe kommt auch der Testkandidat, die Novus T5 Tower. Den niedrigen Preis von gerade mal 1400 Euro für das Paar sieht man den schmalen Standlautsprechern nicht an. Direktvertrieb und fernöstliche Fertigung erlauben eine hohe Qualitätsanmutung und hochwertige Verarbeitung. Besonders die polierte Mehrschichtlackierung verleiht dem Lautsprecher eine fast noble Qualitätsanmutung. Die Zeiten, als man günstige Lautsprecher an mäßig sauber verklebter Echtholzfolie und halbwegs abgesenkten Chassis erkennen konnte, sind wohl zum Glück endgültig vorbei. Besonders viele Informationen sind vom Vertrieb noch nicht zu bekommen, weswegen ich kurz vom Auspacken berichte: Endlich mal wieder eine stabile, durchdachte Verpackung, die man auch in fünf Jahren noch versteht und nicht nur einmal benutzen kann. Dafür gibt es nur eine rudimentäre Bedienungsanleitung, aber die liest in der Regel ja sowieso niemand. Mitgeliefert werden Handschuhe und Spikes, die man anstatt der serienmäßig an den Fußauslegern montierten Gummifüße verwenden kann. Bei mir bleibt‘s beim Gummi, der Holzboden dankt es.

Optisch heben sich die Aperion Audio Novus 5T besonders durch die ungewöhnliche Bassreflexöffnung an der Front aus der Masse der nicht wenigen Mitbewerber heraus. Anstatt der sonst üblichen Rohre verwendet der Hersteller einen vertikalen Kanal, der vorne in eine abgeschrägte Führung mündet. Das sieht zum einen mal anders aus, zum anderen soll die Konstruktion Strömungsgeräusche des Kanals reduzieren und dazu noch eine definierte Abstrahlung im Bassbereich bewirken. Mein älterer Sohn, der sonst nur noch desinteressiert an den Testobjekten vorbeiläuft, fragte gleich hoffnungsvoll, ob wir die Lautsprecher behalten, die sähen so toll aus. Um ihn über die Antwort hinwegzutrösten, kriegt er zu Weihnachten eine tragbare Bluetooth-Boom-Box. Klang ist ihm eh egal. Ich brauche dann nur einen Raum, der etwas weiter von seinem Zimmer entfernt liegt. Oder vielleicht doch lieber das autonom fahrende Roboterfahrzeug mit Arduino Controller und Programmierung in Scratch? Man muss ja auch an die Bildung denken und an die eigenen Nerven.

Die nach Spezifikationen von Aperion Audio gefertigten Tiefmitteltöner verfügen über eine Membran aus Kevlar, hier mal Aramid genannt
Die nach Spezifikationen von Aperion Audio gefertigten Tiefmitteltöner verfügen über eine Membran aus Kevlar, hier mal Aramid genannt

Zurück zu den Novus. Die beiden 13-Zentimeter-Tiefmitteltöner mit Aramidmembran – oder auch Kevlar oder Nomex – in pseudo D‘Appolito Anordnung werden von Aperion selbst hergestellt. Der 25 Millimeter messende Kalottenhochtöner wird mit einer Seidenmembran aus Deutschland und einem Neodymantrieb beworben, Ferrofluid kühlt den Antrieb und erhöht die thermische Belastbarkeit. Ob nur die Membran oder der komplette Hochtöner aus hiesigen Gefilden stammt, ist unbekannt. Er sitzt etwas näher beim oberen Tiefmitteltöner und übergibt seine Arbeit bei 2300 Hertz an seine Kollegen. Es handelt sich um ein reines Zwei-Wege-Design, auch wenn die Chassisanordnung auf den ersten Blick etwas anderes vermuten lässt.

Oberhalb des Single-Wiring-Terminals zur Aufnahme der Lautsprecherkabel gibt es über eine Steckbrücke die Möglichkeit, den Hochtonfrequenzgang der Aperion Audio an die persönlichen Präferenzen oder entsprechend der räumlichen Gegebenheiten anzupassen. Neutral bedeutet mit, ohne resultiert in einem sanften Abfall der hohen Töne mit minus drei Dezibel bei 20 Kilohertz. Bei der Aufstellung habe ich ein wenig rumprobieren müssen. Empfohlen wird im Manual eine parallele Aufstellung zu den Seitenwänden im Stereobetrieb. Mir gefallen die Novus 5T besser, wenn man sie leicht auf den Hörer hin anwinkelt, dabei ist ein großzügiger Abstand zu jeder Wand anzuraten. Die Basisbreite kann groß ausfallen, die schlanken Säulen füllen den Zwischenraum mit Leichtigkeit auf. Bei sorgfältiger Ausrichtung verschwinden die Lautsprecher akustisch völlig, was für eine ausgezeichnete Paargleichheit spricht.


  • Wilson Benesch Prime Meridian System – an approximation

    I reviewed Wilson Benesch's first turntable in 1996, and the second two years later. Getting hold of the third for a review shouldn't have been a big deal, I thought. But it was – for several reasons: It's a really big thing, weighing over 350 kilograms, and the accompanying white paper is 138 pages long. The fact that the Prime Meridian system, if I remember correctly, is the most expensive product ever tested by hifistatement.net…
    11.05.2026
  • Harbeth Super HL5plus XD2

    Der HL5 ist das älteste Modell von Harbeth und gehört nach wie vor zum aktuellen Sortiment. Seine Geschichte reicht fast 50 Jahre zurück und begann 1977, als H.D. Harwood, ein ehemaliger BBC-Ingenieur, als Erster Polypropylen für die Membranen der Treiber einsetzte. Übrigens steht „HL“ für die Vornamen von Harwood und seiner Frau Elisabeth. Vom HL5 zum Super HL5plus XD2 Die originalen HL-Monitor-Modelle, vom Mk 1 bis zum Mk 4, wurden zwischen 1977 und 1988 hergestellt.…
    08.05.2026
  • iFi iDSD Phantom

    Der iDSD Phantom vereint Streamer, DAC und Kopfhörerverstärker in bester iFi-Manier zu einem Alleskönner. iFi erreicht damit die höchstmögliche Ausbaustufe von stationärem HiFi. Abgerundet wird das Paket von einem aufwendigen Gehäuse und sowohl einer Transistor- als auch einer Röhren-Ausgangsstufe. Gerade im mobilen Bereich hat iFi in der Vergangenheit viele Geräte entwickelt, die einen Vergleich mit dem berühmten Schweizer Allzwecktaschenmesser nicht im Geringsten scheuen müssen. Mit dem Phantom hält die – nahezu – unbegrenzte Vielfalt an…
    05.05.2026
  • Pro-Ject Flatten it

    Das Thema thermische Behandlung von Festplatten, Kabeln oder Schallplatten wurde in Hifistatement mehrfach ausführlich behandelt. Heute geht es um den Flatten it Schallplatten-Bügler von Pro-Ject, der dank seines attraktiven Preises ein Angebot für jedermann sein könnte. Dirk Sommer hat an dieser Stelle seit Jahren immer wieder über Kältebehandlungen zur Klangverbesserung explizit bei der Firma CoolTech berichtet. Das liest sich überzeugend, ist aber mit ein wenig Aufwand verbunden, der selbst manch eingefleischtem Audio-Freak zu lästig erscheint.…
    28.04.2026
  • Sumiko Oriole

    Sumikos Firmensitz befindet sich in Mineapolis, USA im Bundesstaat Minnesota. Von hier aus werden die Tonabnehmer weltweit vertrieben. Hergestellt werden sie allerdings in Japan bei Excel Sound in Yokohama. Dort werden die Systeme seit 1982 von ausgewählten Handwerkern handgefertigt. Das neu auf dem Markt befindliche Oriole aus der Reference-Serie von Sumiko liegt preislich und klanglich in der Mitte zwischen dem Starling und Songbird aus gleichem Hause. Oriole ist übrigens die englische Bezeichnung für den hierzulande…
    24.04.2026
  • WestminsterLab Omne

    Ich schätze WestminsterLab-Komponenten für ihre Musikalität und Authentizität, die den Zugang zur Musik ganz selbstverständlich öffnen. Diese Qualität verspricht nun WestminsterLab in Form des Omne, einem Vollverstärker, der das gesamte Westminster-Lab Erlebnis in einem All-in-One-Paket vereinen soll. Ein Versprechen, das neugierig macht. Als Angus Leung den Omne Vollverstärker Anfang Februar 2025 in Hamburg präsentierte, ging es ihm erkennbar nicht um die übliche Choreografie aus Neuheit und Superlativen. Im Zentrum stand für ihn vielmehr die Antwort…
    21.04.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.