tests/19-12-20_bergmann
 

Bergmann Audio Galder, Magne ST und Odin

20.12.2019 // Dirk Sommer

Jetzt kann ich es ja ruhig zugeben: Schon bevor ich gehört habe, dass der Odin klanglich noch ein bisschen mehr zu bieten hat, tendierte ich zu einer klaren Empfehlung für diesen: Die noch solidere Bauform und vor allem die deutliche bequemere Art der Höheneinstellung machen ihn zu meinem Favoriten: Wer in einen Galder mit passendem Arm investiert, dürfte an einer Lösung „für die Ewigkeit“ interessiert sein. Und da macht es keinen Sinn, wegen der vergleichsweise geringen Einsparung bei der Entscheidung für den Magne auf eine Menge Komfort bei der Justage zu verzichten. Schön, dass der Odin nicht nur in Sachen Bedienungsfreundlichkeit, sondern auch beim Klang noch etwas mehr zu bieten hat!

Die Pumpe des Galder liefert genug Luft, um das Tellerlager und einen Tangentialarm zu versorgen. Daher kann man beim Kauf des Odin oder Magne auf einen weiteren Kompressor verzichten. Das spart 2700 respektive 2500 Euro
Die Pumpe des Galder liefert genug Luft, um das Tellerlager und einen Tangentialarm zu versorgen. Daher kann man beim Kauf des Odin oder Magne auf einen weiteren Kompressor verzichten. Das spart 2700 respektive 2500 Euro

Bevor ich einen meiner bekannten Tonabnehmer in den Odin baue, gönne ich mir aber noch einmal eine Plattenseite mit dem Miyajima Saboten L: den vierten und fünften Satz der Symphonie Fantastique mit dem Chicago Symphony Orchestra unter Georg Solti als Reissue der London Classics Stereo Laboratory Serie. Galder, Odin und Saboten L lassen die Aufnahme von Kenneth Wilkinson zu einem elementaren Ereignis werden: eine einzige Schwelgerei in Raum, Klangfarben und Dynamik. Das Trio entfesselt im Tieftonbereich Urgewalten und verliert dennoch nie die Kontrolle. Die imaginäre Bühne reicht weit in die Tiefe, und Pauken kommen mit beinahe beängstigendem Druck. Ein Hochgenuss!

Das Rohr mit den Luftaustrittsöffnungen, auf dem der Arm läuft, ist beim Odin beidseitig gelagert. Die Höheneinstellung sowie die horizontale Ausrichtung des Rohres wird mit zwei Schrauben vorgenommen
Das Rohr mit den Luftaustrittsöffnungen, auf dem der Arm läuft, ist beim Odin beidseitig gelagert. Die Höheneinstellung sowie die horizontale Ausrichtung des Rohres wird mit zwei Schrauben vorgenommen

Einen solchen bescheren einem die Bergmänner auch, wenn im Odin ein gerade von der Generalüberholung zurückgekommenes und noch nicht eingespieltes Lyra Etna montiert ist und der Teller des Galder Keith Jarretts Standards, Vol. 1 angesaugt hat. Das Trio begeistert mit Spielfreude und Groove, die Wiedergabe strotz vor Details – darunter jede Menge Rauminformationen –, ohne von Melodie oder Rhythmus abzulenken. Mit dem wohlvertrauten System wird es für mich leichter, die klanglichen Meriten der Bergmann-Kombination zu benennen: Sie geht so gut wie gar nicht in das klangliche Endergebnis ein, denn sie fügt der Wiedergabe nur sehr wenige klangliche Artefakte hinzu – weniger habe ich bisher nur beim Continuum samt Cobra Arm und natürlich beim Sleipner gehört.


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