tests/21-01-06_waversa
 

Waversa Systems Wrouter – Teil 1

06.01.2021 // Dirk Sommer

Da es, soweit ich weiß, weder spezielle Waversa-Füße noch Netz- oder LAN-Kabel gibt, verzichte ich auf weitere Vergleiche mit dem PowerSwitch D-TC Supreme und baue auf der oberen, massiven Krion-Zusatzebene des Artesania-Racks den Wrouter, mein SOtM-SwitchsNH-10G i samt sCLK-OCX10-Clock sowie das Keces P8 auf, das die beiden SOtMs mit Energie versorgt. Als LAN-Kabel für diesen Vergleich habe ich die bewährten Göbel Lacorde Statement Ethernet ausgewählt. Zusammen mit dem Clock-Kabel dBCL-BNC bewegt sich zwar auch das SOtM-Set preislich oberhalb des Wrouters, die Differenz ist allerdings deutlich geringer als die zum Ansuz Powerswitch.

Leider vermag ich nicht zu sagen, ob der Wrouter als Switch oder das SOtM-Set dem Ansuz, das ich hier als Referenz sehe, näher kommt. Wenn es um Offenheit, das letzte Bisschen Raumtiefe und Durchzeichnung geht, erreicht das SOtM-Switch fast das Ansuz D-TC Supreme. Dafür klingt es aber auch ein wenig hell und minimal härter. Der Wrouter kommt mit ebenso viel Druck im Bass rüber wie das Supreme, betört mit seinem geschmeidigen und sehr stimmigen Hochtonbereich und ist damit für ermüdungsfreies Langzeithören prädestiniert. In Sachen Bühnengröße und Durchsichtigkeit hat allerdings das SOtM die Nase vorn. Das Ansuz vereint die Vorzüge der beiden. Für mich bewegen sich der Wrouter und das SOtM auf dem selben sehr hohen Niveau, haben aber recht unterschiedliche Lieblingsdisziplinen. Da kann man sich nur unter Berücksichtigung der eigenen Kette nach persönlichem Geschmack für eines der beiden entscheiden. Abschließend höre ich noch einmal Schostakowitschs Symphonie Nr. 15 aus der Living Concert Series: Die warmen und etwas gedeckteren Klangfarben und die sehr plastische, fast greifbare Darstellung der Instrumentengruppen des Wrouters gefallen mir ausgesprochen gut, allerdings dürfen ein Hauch mehr Luft um die Instrumente und eine noch präzisere Durchzeichnung für den ein oder anderen Hifi-Fan das ausschlaggebende Argument für das SOtM-Set sein, für mich sind sie es zumindest bei diesem Album nicht.

Wenn statt des S/PDIF-Ausgangs die USB-Schnittstelle aktiv sein soll, muss diese per Menu angewählt werden
Wenn statt des S/PDIF-Ausgangs die USB-Schnittstelle aktiv sein soll, muss diese per Menu angewählt werden

Während das SOtM vor allem dank der 10-Megahertz-Clock sehr gute klangliche Ergebnisse erreicht, geht Waversa einen anderen, eigenständigen Weg: Die Standard-LAN-Ports, das Display und das Akku-Management sowie die Akkuladung werden aus einem Linearnetzteil mit einem recht großen Ringkerntrafo gespeist. Die LAN-Buchsen für Audioanwendungen und der ihnen vorgeschaltete Prozessor-Chip werden von zwei Akkus mit Energie versorgt, die wechselweise aktiv sind. Die Chips für die Standard-LAN- und die Audio-Ports werden durch einen Übertrager galvanisch getrennt. Für beide Buchsengruppen gibt es je ein Filter mit einem Choke, das das Rauschen der Eingänge vom Prozessor-Chip fernhalten soll. Im Audiozweig befindet sich zwischen Choke und Chip noch ein weiterer Übertrager.

Nachdem ich nun in Sachen Switch mit der Tür ins Haus gefallen bin, trage ich gerne ein paar Informationen zu Waversa Systems nach: Die koreanische Firma wurde im Jahr 2012 von Dr. Junho Shin als Halbleiter- und Systemdesign-Unternehmen gegründet. Dabei geht es um die Entwicklung, nicht aber die Produktion von Halbleitern und Technologien im Bereich von Audio, Fahrzeugsystemen und Sicherheitstechnik. Der Name setzt sich aus „wave“ und „verstatile“ zusammen. Waversa ist zwar weiterhin für Partnerfirmen tätig, verfügt inzwischen aber auch über ein sehr breites eigenes Portfolio an Audio-Elektronik – vom audiophilen Hub bis zur 300-B-Mono-Endstufe. Letztere dürfte für den Firmenchef wohl das klangliche Ideal definieren, denn er hat – unter anderem – in den Wrouter die WAP/X- oder Waversa-Audio-Processor-Extension-Schaltung integriert. Sie soll den charakteristischen Klang von Röhrenverstärkern reproduzieren. Dazu analysierte Waversa das Obertonverhalten der Western Electric 300B aus den 1940er Jahren und bildet es digital in Echtzeit mit einem Field-Programmable Gate Array oder kurz FPGA nach. Nach Ansicht des Entwicklers maskieren Jitter und elektrisches Rauschen in digitalen Geräten die Obertöne der Musik. Nach dem WAP/X-Algoritmus soll der FPGA dann die warmen, natürlichen Obertöne einer klassischen Western Electric 300B von 1942 wieder herstellen. WAP/X lässt sich ganz nach persönlichem Geschmack in drei Intensitätsstufen zuschalten.


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