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Powergrip YG-2

05.03.2021 // Wolfgang Kemper

Sauberer Strom aus dem Netz ist die Basis für den guten Klang einer jeden Hifi-Anlage. Der norddeutsche Lautsprecher-Hersteller Phonar vertreibt neben dem Kabelsortiment von Wireworld aus Florida auch die Netzfilter von Powergrip aus Moskau. Aktuell gibt es zwei Modelle, die nicht nur dank ihrer bodenständigen Preise neugierig machen.

Das Angebot an Netzfiltern und Stromaufbereitern ist in Deutschland groß. Noch größer ist, so denke ich, die Schwierigkeit, das passende Gerät für den eigenen Bedarf ausfindig zu machen. Gut, klotzen geht immer, und mit den Stromaufbereitern von PS-Audio wie dem PowerPlant 20 und seinen Artgenossen oder den Top-Netzfiltern von Audioquest dürfte man wohl in jedem Falle richtig liegen. Aber muss es so kostspielig sein? Powergrip ist der Markenname für die Stromoptimierer der russischen Firma Barnsly Sound Organisation. Barnsly Sound ist auch Anbieter von Burmester, Mark Levinson und anderen international angesehenen Hifi-Nobelmarken in Moskau und somit in der Audioszene vielseitig engagiert.

Zur Zeit gibt es zwei Modelle von Powergrip, die sich auf den ersten Blick durch die Anzahl der Anschlüsse unterscheiden. Der teurere, wegen der elf Schuko-Ausgänge doppelt so hohe und wegen seines aufwändigen Innenlebens etwa doppelt so tiefe YG-1 kostet über die Phonar-Fachhändler 1550 Euro. Dieser nicht allein auf den ersten Blick günstige Preis ist auch der Tatsache geschuldet, dass die Powergrips nicht in Russland sondern in Taiwan gefertigt werden, was die Entstehungskosten und somit letztlich auch den Preis bei uns laut Jaroslw Grebennikow, dem Entwickler der Powergrips, erheblich günstiger sein lässt. Geräte taiwanesischer Provenienz sind in ihrer Verarbeitung nicht zu beanstanden. Weil der YG-1 in Deutschland vorübergehend ausverkauft war, steht hier bei mir zum Test der kleinere und merklich preisgünstigere, aber technisch und optisch nahe Verwandte YG-2. Zum Lieferumfang beider derzeitiger Modelle gehört ein 16-Ampere-Anschlusskabel in 1,5 Meter Länge, das geräteseitig einen C19-Stecker für die adäquate C20-Eingangsbuchse des YG-2 hat. Dieses Kabel ist besitzt Leiter mit einem Querschnitt von 3,3-Quadramillimetern und ist somit hoch belastbar.

Der weiße Punkt oberhalb der Schukodose zeigt die Phase an, wenn an der Front die Gesamtphase per LED als richtig indiziert wird
Der weiße Punkt oberhalb der Schukodose zeigt die Phase an, wenn an der Front die Gesamtphase per LED als richtig indiziert wird

Einmal abgesehen von der erhofften klanglichen Verbesserung meiner Anlage, die etatmäßig über die MudraAkustik Max Trenntrafoleiste mit Kabeln aus demselben Hause versorgt wird, bietet der YG-2 einen Komfort wie er selten und meines Wissens nach erst recht nicht in der Preisklasse von 950 Euro zu finden ist. Der YG-2 besitzt eine programmierbare Anzeige zur Information über den aktuell ankommenden Strom. Das Display lässt sich auf eine von neun Helligkeitsstufen dimmen oder auch ganz ausschalten. Dies ist für den Betrieb-Modus, der über den Power-Schalter auf der Front aktiviert wird, und den Standby-Modus unabhängig voneinander programmierbar. Diese Programmierungen sind nicht im laufenden Betrieb möglich, sondern bedürfen eines etwas ungewöhnlichen Vorgehens: Während Sie den frontalen Einschalt-Taster gedrückt halten, schließen Sie das Netzkabel an der Kaltgerätebuchse an. Im Display erscheint eine 0. Halten Sie den Power-Taster länger gedrückt, wechselt der YG-2 ins Reset und nimmt die Programmierungen zurück. Im Display wird bei der Werkseinstellung die Netzspannung angezeigt, die in meinem Falle zwischen 221 Volt und 224 Volt schwankt. Weiterhin können Sie programmieren, ob Sie die drei rückseitigen Schuko-Netzanschluss-Paare High Current, Analog und Digital einzeln schaltbar oder dauerhaft – also auch im Standby-Modus – mit Strom versorgt haben möchten. Die folgende Programmier-Option kann auch von erfreulichem, praktischen Nutzen sein: Sie können die drei Gruppen mit Zeitabständen von jeweils null bis zwanzig Sekunden einschalten und ausschalten lassen, wobei Einschalt- und Ausschaltzeiten gruppenindividuell und mit differierendem Zeitabstand zueinander eingestellt werden können. Im Alltag bedeutet dies, dass durch Betätigen des Netzschalters am Powergrip YG-2 sich alle angeschlossenen Geräte entsprechend ein- und ausschalten. Dadurch, dass beispielsweise die Endstufen oder der Vollverstärker zuletzt eingeschaltet und zuerst ausgeschaltet werden, verhindert man, dass unangenehme Schaltimpulse auf die folgenden Geräte und die Lautsprecher gehen. Außerdem schützt die Verzögerung das heimische Stromnetz vor Überlastung, die auftreten könnte, wenn leistungshungrige Geräte gleichzeitig ans Netz gingen. So etwas kenne ich bislang nur bei deutlich kostspieligeren Stromversorgern von HMS oder PS Audio. Neben dem Touch-Display und dem Power-Taster finden sich auf der Front vier LEDs, von denen drei anzeigen, ob die dazugehörigen Schuko-Steckdosen unter Strom stehen.


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