tests/21-06-22_transrotor
 

Transrotor Phono III

22.06.2021 // Carsten Bussler

Auch wenn Klassik nicht immer so ganz mein Ding ist, schien es mir in diesem Fall geboten, mal etwas ernstere Musik aufzulegen. In Sachen Raumstaffelung und Klangfarbentreue überzeugten mich zum Beispiel Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“ (Yehudi Menuhin, His Master´s Voice, 1985). Streicher und Blasinstrumente kamen in ihren Klangfarben einfach ungemein echt und authentisch rüber. Auch hinsichtlich der Raumabbildung stimmte subjektiv einfach alles. Instrumente hatten viel „Luft zum Atmen“, einfach genügend Raum um sich herum zur Entfaltung, und neben der beeindruckenden Tiefenstaffelung überzeugte mich vor allem die Breite der Bühne.

Unter dem Strich halte ich diesen Entzerrer Phono III von Transrotor für eine extrem gut gelungene Komponente, der ich gerne das vor allem im angelsächsischen Sprachgebrauch weit verbreitete Prädikat Most Bang for the Buck zubilligen möchte. Für die ganz jungen Leser könnte ich es auch noch direkter auf den Punkt bringen: Dieses Teil ist ein No-Brainer. Es ist blitzsauber gefertigt, kommt ohne viel Schnickschnack aus und ist leicht zu bedienen. Die gebotene Klangqualität dieses ganz klar mit Transrotor-Genen versehenen Geräts ist angesichts des aufgerufenen Preises schlichtweg überragend, in diesem Preissegment dürfte Konkurrenz ziemlich rar sein. Exzellente Grob- sowie Feindynamik sind gepaart mit großartiger Neutralität und anspringender Spielfreude und würden in einem noch größeren, aufwändigeren Gehäuse auch bei einem doppelt oder dreifach so hohen Preis keine Irritationen hervorrufen.

Auch die Rückseite mit den Ein- und Ausgängen für das Phonosignal sowie der Netzbuchse ist erfreulich übersichtlich
Auch die Rückseite mit den Ein- und Ausgängen für das Phonosignal sowie der Netzbuchse ist erfreulich übersichtlich

STATEMENT

Wer nicht in völlig abgehobene HiFi-Sphären entschweben will, kann mit diesem Phonoentzerrer nicht nur lange glücklich werden, sondern er wird möglicherweise nie wieder auch nur einen Gedanken über dessen Austausch hegen. Der Transrotor Phono III ist ein im besten Sinne unspektakuläres Gerät, mit dem sich nicht nur per se hervorragend Musik hören lässt, sondern das auch aus teuren, ambitionierten Plattenspieler-Setups das volle Potenzial zu schöpfen vermag.
Gehört mit
Plattenspieler Rega Planar 8
Tonabnehmer Clearaudio Charisma V2, Transrotor Merlo Reference
Vorverstärker Audio Note M2 Phono
Endverstärker Sun Audio Uchida SV-2A3H Special Edition
Lautsprecher Odeon Rigoletto 2020
Zubehör Reson LSK Lautsprecherkabel, Audio Note AN-S Interconnect Pure Silver NF-Kabel, Netzleiste AudioQuest PowerQuest 3
Möbel Hi-Fi Racks Ltd, Rega Wandhalterung für Rega Planar 8
Herstellerangaben
Transrotor Phono III
Geräteart Phono-Entzerrer für MM und MC
Verstärkung 38-64dB
Eingangsempfindlichkeit MC 0,15-5,00mV, einstellbar
Netzspannung 220/240V AC/50Hz
Eingang 2 x RCA (Cinch)
Ausgang 2 x RCA (Cinch)
Eingangswiderstand MM 47kOhm
Eingangswiderstand MC 65-500Ohm, einstellbar
Kapazität MM 100-250pF, einstellbar
Verzerrungen (THD+N) 0,01%
Frequenzgang (RIAA) ±0,2dB
Übersprechdämpfung 80dB
Geräuschspannungsabstand 77dBA bei 64dB
83dBA bei 38dB
Gehäuse 6mm Aluminium
Frontblende 12mm Aluminium
Abmessungen (B/H/T) 122/75/175mm (ohne Buchsen)
Leistungsaufnahme <1,5VA (Standby: <0,3VA)
Preis 750 Euro

Hersteller/Vertrieb
Räke HIFI Vertrieb GmbH
Anschrift Irlenfelder Weg 43
51467 Bergisch Gladbach
Telefon +49 2202 31046
E-Mail transrotorhifi@t-online.de
Web www.transrotor.de


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