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Weiss DAC502 – Teil 1

17.08.2021 // Dirk Sommer

Bei der „Weiss Crosstalk Cancellation“ lassen sich nur Lautsprecherabstände bis zu zwei Meter eingeben. Das Plugin funktioniert also nur bei der im Studio üblichen Nahfeld-Anordnung
Bei der „Weiss Crosstalk Cancellation“ lassen sich nur Lautsprecherabstände bis zu zwei Meter eingeben. Das Plugin funktioniert also nur bei der im Studio üblichen Nahfeld-Anordnung

Werden statt der Line-Ausgänge die 6,3-Millimeter-Klinkenbuchse auf der Frontseite und die vierpolige XLR-Buchse der der Geräterückseite zum Anschluss symmetrisch-verkabelter Kopfhörer aktiviert, kann man auf den „Crossfeed Headphone Algorithm“ zugreifen: Praktisch das Gegenstück zum XTC, sorgt er doch dafür, dass zeitversetzt und in Frequenzgang und Pegel leicht modifiziert die Signale des rechten Kanals das linke Ohr erreichen und umgekehrt. Der Höreindruck mit dem Kopfhörer soll dann dem von Lautsprechern im Raum ähneln und eine Im-Kopf-Lokalisation so weit wie möglich verhindern. Hinzu kommt noch der „Headphone Equalizer“, der bisher allerdings nur Besitzer von Audeze-Kopfhörern interessant sein dürfte: Er bietet Entzerrungen für 19 verschiedene Audeze-Modelle.

Die Einstellung aller DSP-Plugins ist über den Touch Screen und den Dreh/Druckknopf daneben möglich. Wenn der DAC502 über seine Ethernet-Buchse mit dem heimischen Netzwerk verbunden ist, kann er noch deutlich bequemer über ein Web-Interface per Browser bedient werden. Eine Fernbedienung für die Eingangswahl – AES-EBU, S/PDIF per Toslink oder Cinch, USB A und B, Ethernet oder Roon – und die Lautstärkeregelung liegt ebenfalls bei. Die einmal erarbeiteten DSP-Plugin-Einstellungen lassen sich in zwölf Presets speichern und per Fernbedienung aktivieren. Um Auflösungsverluste durch die Lautstärkeregelung zu vermeiden, kann der Pegel auf analoger Ebene in vier Stufen zwischen 0 und -30 Dezibel voreingestellt werden. Die Feinregelung erfolgt dann im digitalen Bereich. Daniel Weiss ist fest davon überzeugt, dass es seine Regelung in Verbindung mit dem 24-Bit-Wandler und richtig eingesetztem Dither mit jedem analogen Pegelsteller aufnehmen kann. Und wichtiger als ein bestimmter Chip-Satz seien eine saubere Stromversorgung, ein präziser Taktgenerator und diskret aufgebaute Ausgangsstufen und Kopfhörerverstärker – und die hat er im DAC502 realisiert.

Der DAC502 verfügt über eine Vielzahl von Digital-Eingängen: Außer den hier abgebildeten gibt es noch eine USB-B-Buchse und einen Ethernet-Anschluss
Der DAC502 verfügt über eine Vielzahl von Digital-Eingängen: Außer den hier abgebildeten gibt es noch eine USB-B-Buchse und einen Ethernet-Anschluss

Der DAC502 ist aber nicht nur ein D/A-Wandler mit DSP-Plugins, er bietet zusätzlich die Funktionen einer Streaming-Bridge: Wird der Eingang „UPnP“ gewählt, kann per App – Weiss empfiehlt mconnect HD oder Creation 5 für iOS respektive BubbleUPnP für Android – und Ethernet-Verbindung Musik von netzwerkgestützten Servern (NAS) oder von Streaming-Plattformen wie Tidal und Qobuz wiedergegeben werden. Musik von der Festplatte über den USB-A-Eingang auf der Rückseite zu spielen ist jedoch nicht möglich. Das stört mich aber nicht im mindesten, denn nach meinen Erfahrungen mit dem Auralic Aries G2.1 und dem Roon Nucleus+ steht für mich fest, dass Files von einer externen USB-Festplatte qualitativ weder an solche von einer eingebauten HDD oder SSD abgespielten noch an die heranreichen, die über das Netzwerk von einem NAS gestreamt werden. Deshalb habe ich mconnect HD wieder auf das iPad geladen und den DAC502 über ein Göbel Lacorde-Statement-Ethernet-Kabel und das Ansuz-PowerSwitch mit meinem Netzwerk verbunden. Mit kleinen Unterbrechungen konnte der Wandler drei Wochen lang Betriebsstunden sammeln, während der ersten Woche im Dauerbetrieb und ungehört. Danach klang er dann so stimmig und geschmeidig, dass mein Aries, der M-Scaler und der DAVE erst einmal ein wenig Urlaub machen konnten.


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