tests/22-04-19_vandenhul
 

Van den Hul: The USB Ultimate, Digicoupler, AES-EBU Professional, The Inspiration, The Valley 3T

19.04.2022 // Finn Corvin Gallowsky

Mit Jan Garbarks „In Praise Of Dreams” vom gleichnamigen Album, vergleiche ich noch das S/PDIF-Kabel gegen das sonst überwiegend genutzte Belden-Selbstbaukabel. Wie schon beim Vergleich der beiden USB-Kabel wirkt das van-den-Hul-S/PDIF weniger „hart“ und liefert mehr Tiefe. Das Hochtonspektrum und somit die Obertöne von Saxophon und Bratsche profitieren deutlich und wirken viel nahtloser an den Grundton der jeweiligen Instrumente angebunden. Während das USB-Kabel in dieser Hinsicht lediglich anders agierte, macht das S/PDIF hier eindeutig etwas besser und natürlicher als mein Belden-Kabel.

Das Kabelende, an dem der Schirm aufgelegt ist, wird mit diesem kleinen Aufkleber markiert. Sollte er verloren gehen, findet man den Schirm zur Leserichtung des Kabelaufdrucks links
Das Kabelende, an dem der Schirm aufgelegt ist, wird mit diesem kleinen Aufkleber markiert. Sollte er verloren gehen, findet man den Schirm zur Leserichtung des Kabelaufdrucks links

Beim Einsatz des The Valley muss ich etwas tricksen. Es versteht sich aufgrund seines speziellen Leitermaterials leider nicht mit allen Gerätemassen in meiner Kette. Deshalb muss ich mit einer Überbrückung der Masse nachhelfen. Damit deklassiere ich das symmetrisch aufgebaute The Valley zwar leider zu einem unsymmetrischen Kabel, aber ich komme dennoch in den vollen Genuss des signalführenden Leiters. Ich bleibe bei „In Praise Of Dreams“. Eine Veränderung im Hochton fällt wieder vordergründig auf. Er wirkt etwas zurückgenommen, hilft aber den Instrumenten dennoch dabei, sich authentischer zu entfalten. Besonders lässt sich dies am Saxophon erfahren. Grund- und Obertöne verschmelzen vollends miteinander. In dieser Perfektion hat dies keines der zuvor in die Kette eingebrachten van-den-Hul-Testkabel geschafft. Zwar hat jedes zu einer markanten Veränderung im Hochton geführt, ihn allerdings vollends abzurunden und derart elegant einzufassen, gelingt erst mit dem The Valley. Außerdem scheinen Töne jetzt viel länger zu stehen und langsamer auszuschwingen. Auch herrscht noch größere Ruhe im Klangbild als bisher. Bratsche und Saxophon stehen in einem viel engeren musikalischen Verhältnis zueinander und sind dennoch freier im Raum positioniert. Außerdem sind sie deutlich fokussierter und zerfasern weniger, als dies mit meinen sonst eingesetzten Sommer Epilogue der Fall ist. Van den Huls Experimente mit verschiedenen Leitermaterialien haben mein Interesse geweckt und ich kann mir gut vorstellen, dass ich in einem zukünftigen Artikel verschiedenen Cinch-Kabel von van den Hul auf den Zahn fühlen werde. Dabei wird sich mit Sicherheit ein Exemplar finden, dessen elektrischen Eigenschaften auch ohne Tricks mit meiner Kette harmonieren. An der positiven klanglichen Auswirkung des The Valley auf meine Kette ist ohnehin überhaupt nichts auszusetzen.

Von der 3T-Legierung ist man bei van den Hul dermaßen überzeugt, dass man 25 Jahre Garantie auf die Leiter gibt
Von der 3T-Legierung ist man bei van den Hul dermaßen überzeugt, dass man 25 Jahre Garantie auf die Leiter gibt

Als letztes darf sich auch das The Inspiration Lautsprecherkabel wieder an meine Kette gewöhnen. Die Masseleitung schließe ich in Ermangelung eines geeignete Anschlusses nicht an meine Lautsprecher an. Auch verstärkerseitig lasse ich diese Kabel unangeschlossen. Da mein Verstärker weder über einen geeigneten Massepunkt noch einen Schutzleiter verfügt, scheint es mir sinnvoller, auf diese Verbindung zu verzichten. Als Testmaterial dient hierfür das neuste Album Aphelion der von mir sehr geschätzten Prog-Metal-Formation Leprous, die noch einen weiteren Schritt in Richtung Pop macht. Die Songstrukturen sind noch leichter verdaulich und Synths rücken noch stärker in den Fokus. Der Song „Have You Ever?“ wird mal wieder von einem unendlich tiefen Synthbass eröffnet. Das The Inspiration stellt direkt unter Beweis, dass es noch etwas mehr Subbasspräsenz zu liefern weiß als mein selbst konfektioniertes Sommer SC-Dual Blue. Das Sommer wirkt im Direktvergleich allgemein etwas heller. Trotzdem würde ich dem van den Hul nicht unbedingt weniger Hochtonenergie attestieren. Es bindet den Hochtonpeak meiner Lautsprecher jedoch eleganter ins Gesamtfrequenzspektrum ein. Die für das Stück rhythmisch enorm wichtige Hi-Hat wird dennoch weniger prominent wiedergegeben. Sänger Einars Stimme wiederum gewinnt an Souveränität und Gelöstheit. Allgemein profitiert das Musikstück von einer etwas größeren Ausdehnung, die mit dem van den Hul gefühlt ein gutes Stück über die Lautsprechergrenzen hinausgeht. Ebenfalls gewinnt der Detailgrad. Der Synthsound zu Beginn des Stücks offenbart seine Vielschichtigkeit freizügiger. Er besteht aus einem feststehenden Tiefbass, der mittig zu verorten ist, einem darüberliegenden oszillierenden Anteil, der sich auf die Stereobreite verteilt und einem verzerrtem Anteil in der Stereomitte, der ebenfalls, nur weniger auffällig, oszilliert. Die Bassdrum gerät mit dem The Inspiration druckvoller und körperhafter. Mit meinem Sommer Kabel wirkt sie etwas klickender und weniger bauchig.


  • Eversolo T10

    Eversolos Streamer DMP-A10 beeindruckte mit seinem hervorragenden Preis/Leistungsverhältnis und seiner prallen Ausstattungsfülle. Aber in meiner Kette im Wohnzimmer mit M-Scaler und HUGO 2 arbeitet er nur als reiner Datenlieferant. Kann das Eversolos neuer Streaming Transport T10 noch besser? Zumindest nach dem ersten Blick auf das rückseitige Anschlussfeld darf man das vermuten, denn dort befinden sich wie beim Eversolo DAC-Z10 zwei BNC-Anschlüsse für die Verbindung mit einer externen Clock, entweder mit einer Impedanz von 75 oder…
    21.08.2026
  • Dan Clark Audio Aeon Core

    Anfang letzten Jahres stellte ich den Dan Clark Audio Noire X vor, dessen Klangsignatur der meines absoluten Favoriten, dem Stealth, sehr nahe kommt – und das zu einem Viertel des Preises des Dan Clark Audio-Topmodells. Jetzt charakterisiert der kalifornische Kopfhörerspezialist den Aeon Core sehr ähnlich: „Flagship Performance. Breakthrough Price.“ Dazu, wie sich die Hierarchie zwischen Stealth, Noire X und Aeon Core darstellt, möchte ich später kommen, denn bei seiner Arbeit für den Aeon Core ging…
    14.08.2026
  • Oladra Presence

    Die Server und Streamer von Antipodes Audio sind kostspielig. Das ist nicht neu. Sie bieten für's Geld eine hervorragende Klangqualität. Das begann seinerzeit für mich mit dem EX, ging über die S-Serie zum K50 und schließlich sogar bis zum Oladra G4. Jetzt steht der brandneue Oladra Presence bei mir zum Test. Der Oladra Presence kostet enorme 58.000 Euro. Das ist für mich eigentlich Grund genug, mich nicht mit ihm zu befassen. Aber mein Interesse und…
    11.08.2026
  • MSB Technology Cascade DAC – aktuelle Version

    Die Bilder könnten zwar den Anschein erwecken, aber ich recycele hier nicht den Cascade-Test von vor zwei Jahren – auch wenn das bei den Temperaturen im Hörraum ein verlockender Gedanke wäre. Der aktuelle MSB-Wandler unterscheidet sich rein äußerlich nicht von dem, den ich Ihnen bereits vorgestellt habe, in Sachen Technik und Klang aber sehr wohl. Ich habe Jürgen Sachweh, den Inhaber des deutschen MSB-Vertriebs gefragt, was mein damaliges Testmodell von der neuen Version unterscheidet, und…
    04.08.2026
  • MSB Technology The Sentinel DAC

    Hier geht es um einen D/A-Wandler, der zum Aufwändigsten zählt, das in dieser Gerätegattung gebaut wurde – vergleichbar höchstens noch mit dCS' Varèse. Hören konnte ich das Ausnahmegerät zwar nicht in meinem Hörraum, allerdings in einer bereits etwas vertrauten Umgebung. Reicht das, um meine Eindrücke in der Rubrik Tests zu veröffentlichen? Üblicherweise finden Sie die Schilderung meiner in fremden Gefilden bei Firmenbesuchen gemachten Erfahrungen unter dem Menü-Punkt Feuilleton. Aber diesmal ging es nicht um eine…
    31.07.2026
  • SPL Crossover Mk2

    SPL ist nach meinen Informationen der einzige Audiogeräteproduzent, der überhaupt eine aktive Analogfrequenzweiche im Portfolio führt. Mit der Mk2 steht inzwischen eine Überarbeitung der Ur-Version in den Startlöchern. Höchste Zeit, sich dieses HiFi-Einhorns einmal anzunehmen. Der Funktionsumfang der zweiten Generation ist immens angewachsen. Während das Crossover erster Generation lediglich bei der optimalen Einbindung eines Subwoofers in die Stereokette helfen konnte, eröffnet die Mark 2 gänzlich neue Möglichkeiten. Statt der Trennfrequenzen von 50, 60, 70, 85,…
    28.07.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.