tests/22-05-16_aperion
 

AperionAudio Novus T6 Tower

16.05.2022 // Dave Marras Grünwalds

Das Single-Wiring-Terminal mit seinen vergoldeten Anschlüssen erlaubt die Verwendung von Bananensteckern oder Kabelschuhen. Darüber befindet sich eine Steckbrücke für das „Aperion Room Tuning“. Hier hat der Hörer die Möglichkeit, den Hochtonfrequenzgang an die räumlichen Gegebenheiten und die persönlichen Präferenzen anzupassen. Wird die Brücke entfernt senkt sich der Hochtonanteil um drei Dezibel. Mit diesem Feature hatte ich schon bei der Verus III gute Erfahrungen gemacht. Für den Stereobetrieb wird eine parallele Aufstellung empfohlen. Ich persönlich bevorzuge nach einigen Experimente eine leicht auf meinen Hörplatz angewinkelte Aufstellung. AperionAudio gibt die Einspielzeit für das mit einem Preis von 1.700 Euro erschwingliche Speaker-Pärchen mit 50 bis 100 Stunden an.

Hinter der Dämmung lassen sich die Kammern für die Luftzirkulation zur effizienteren Basswiedergabe erahnen
Hinter der Dämmung lassen sich die Kammern für die Luftzirkulation zur effizienteren Basswiedergabe erahnen

Ich starte meinen Test mit der 2005 in Stuttgart aufgezeichneten Live-Aufnahme Friedemann The Concert: Schon der erste Track „The Samurai Who Decided To Die“ fesselt mich. Die Interaktion von Saxophon, Gitarre und Xylophon lässt mich sofort vergessen, dass ich in meinem Wohnzimmer sitze. Ich schließe die Augen und genieße die sehr gute Räumlichkeit. Bei „Blow With The Wind“ sticht besonders das Saxofon-Solo hervor, jede einzelne Phrasierung ist detailliert und klar. Ja, so macht Live-Musik daheim Spaß! Nachdem kleinen Ausflug in die Klangwelten Friedemanns benötige ich ein wenig Abwechslung. Aus den Tiefen meiner Vinyl-Sammlung krame ich den 1991 erschienenen Klassiker Dangerous des King of Pop hervor. Und los geht es mit „Who is It“. Bei dieser R&B Ballade faszinieren vor allem die Querflöten- und Celloklänge. Die stark akzentuierten Drumcomputer-Beats hallen klar und trocken durch mein Wohnzimmer. Lediglich MJs Gesang ist mir bei den Zischlauten etwas zu höhenlastig und ich teste das „Aperion Room Tuning“ aus. Sofort verbessert sich der Sound merklich, es herrscht Harmonie. Schon bei meinen Verus III nutze ich diese Anpassungsmöglichkeit gern – vor allem bei Stücken mit härteren Gitarrenriffs. Und so folgt gleich einer der wenigen Jackson-Songs mit raumfüllenden Gitarrenparts – vorgetragen von Guns N‘ Roses Saitenfiedler Slash. Und auch hier überzeugt mich die Möglichkeit der Höhenanpassung sofort – dennoch gebe ich meinen beiden Bookshelfs den Vorzug bei der Darstellung des mitreißenden Gitarrensolos – hier kommt ein wenig mehr Wärme im Mittenbereich zur Geltung.

Wahlweise können an den vormontierten Auslegern Spikes oder Gummifüße befestigt werden
Wahlweise können an den vormontierten Auslegern Spikes oder Gummifüße befestigt werden

Doch bevor ich das Genre wechsle, noch ein dritter Song von Jacko. Bei dem vor allem durch das Musikvideo mit Basketball-Goat Michael Jordan bekannte „Jam“ war mir die Darstellung der tieferen Frequenzen wichtig. Die Novus T6 überzeugen mit druckvoller und sehr sauberer Wiedergabe. Bassfetischisten werden sich noch die Unterstützung eines zusätzlichen Subwoofers wünschen, doch hier wurde klar Wert auf Definition und Sauberkeit gelegt. Mit ordentlich Druck und viel Raum erfreuen die Abperion nicht nur mein Gehör, sondern auch meine Nachbarn. Aber sei’s drum, der Umzug steht bevor und unser zukünftiger neuer Nachbar ist fast 90 und schwerhörig – ein Traum.


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