tests/25-06-10_lumin
 

Lumin U2x

10.06.2025 // Dirk Sommer

Die SOtM Clock, die beim ersten Versuch auch den Melco in seiner Funktion als NAS taktete und dadurch zumindest theoretisch einen Vorteil gegenüber der 10-Meganhertz-Clock im Lumin gehabt haben könnte, ist jetzt allein für den U2x zuständig. Der Wechsel der beiden Master-Clocks hat aber auch jetzt keinen klar wahrnehmbaren Effekt. Die schon etwas länger nicht gespielte „Polka“ aus Schostakowitschs Das Goldene Zeitalter erklingt in beiden Fällen sehr fein differenziert, voller Klangfarben und rhythmisch spannend. Auch die Abbildung der Instrumente respektive -gruppen lässt keine Wünsche offen. Aber nach nur einem Track sollte ich den Einfluss der Clocks keinesfalls abschließend bewerten. Wenn es darum geht, extrem kleine Unterschiede aufzuspüren verlasse ich mich am liebsten auf Michel Godards Album Le Concert des Parfums und Patrice Herals „Improvisation“: Der Raum in dem der Schlagwerker sein Instrumentarium aufgebaut hat, wirkt einen Hauch tiefer, wenn die SOtM-Clock aktiv ist, allerdings scheint Patrice Heral ein klein wenig engagierter zu Werke zu gehen, wenn der interne Taktgeber des Lumin übernimmt. Dann wirken die tiefen Trommeln auch einem Hauch wuchtiger: Der U2x reagiert zwar minimal auf die unterschiedlichen Clocks, was aber nur über extrem hochauflösende Ketten zu hören sein dürfte. Die subtilen Veränderungen im Klang sind meines Erachtens nach jedoch keine Qualitätsunterschiede: Deshalb macht es für mich keinerlei Sinn, in eine externe 10-Megahertz-Clock plus hochwertigem Netzteil zu investieren. Und das relativiert den Preis des U2x ganz beträchtlich, steht die SOtM sCLK-OCX10 doch aktuell ohne Netzteil mit über 4.500 Euro in der Preisliste!

Für Dateien mit unterschiedlichen Abtastraten lassen sich individuelle Up-Sampling-Ziele einstellen
Für Dateien mit unterschiedlichen Abtastraten lassen sich individuelle Up-Sampling-Ziele einstellen

Um die Leistungen des Lumin besser einordnen zu können, wiederhole ich – wie oben angekündigt – auch den Vergleich mit dem Aries G2.2. Da das Ganze nebenbei auch Spaß machen soll, wähle ich „Malinye“ vom Album Codona 2: Schon beim ersten Durchgang mit dem U2x bin ich mir sicher, dass ich beispielsweise Don Cherrys Taschentrompete bisher nie in einem so hohen Raum gehört habe. Aber auch die Klangfarben von Melodica, Berimbau und Becken ziehen mich in ihren Bann, dazu das tiefe Grollen der Kesselpauken und hier und da ein zuvor nicht wahrgenommenes Detail: Der Lumin macht den wohlbekannten Song zu einen beeindruckenden Erlebnis. Auch über den Auralic ist die Melodica in Hall eingebettet, die Pauken kommen mit Energie, und die Trompete lässt die Höhe des Raumes erahnen. Ich bin recht positiv davon überrascht, dass die Unterschiede in den genannten Kriterien sind nicht so groß sind – und dennoch: Trotz kraftvoller Transienten beim Einsatz der Trompete spielt der Lumin einfach einen Tick flüssiger, geschmeidiger und frei von jeglicher Härte. Darüber hinaus wird dank seiner die innere rhythmische Spannung des Stücks intensiver erfahrbar. Oder kurz: Der U2x macht „Malinye“ zu einem noch größeren Genuss.

Hier werden die Cover in ähnlicher Größe angezeigt wie beispielsweise in der Lighning-DS-App
Hier werden die Cover in ähnlicher Größe angezeigt wie beispielsweise in der Lighning-DS-App

Wenn der Lumin Network Transport schon den Erwerb einer externen Clock obsolet macht – er taktet ja nicht nur den U2x, sondern könnte dank seiner beiden Ausgänge beispielsweise auch noch ein Switch und ein NAS synchronisieren –, probiere ich, anders als geplant, nun doch noch seine Fähigkeiten als Up-Sampler aus. Nach meinen bisherigen Erfahrungen verspricht die Umrechnung aller Dateien auf DSD256 dabei die besten Ergebnisse – wenn denn der Wandler damit umgehen kann. Das kann Chord Electronics' DAVE nicht zuletzt deshalb, weil Rob Watts für den FPGA, der hier dank seiner Rechenvorschriften als D/A-Wandler dient, sowohl einen „DSD+ Mode“ auch einen „PCM+ Mode“ programmiert hat. In beiden Betriebsarten werden auch die nicht eingestellten Formate gewandelt. Optimal geschieht dies allerdings nur, wenn man den Wandler für den abzuspielenden Datei-Typ konfiguriert.


  • SOtM sMS-2000

    Roland Dietl benutzt in seiner verzweigten Digitalkette einige SOtM-Produkte – sowohl eigenständige Geräte als auch Platinen, die der Hersteller auf seiner Webseite unter Accessories auflistet – und ist von ihrer Qualität rundum überzeugt. Ich halte es mehr mit klassischen Komponenten. In einer solchen hat SOtM jetzt seine besten Lösungen gebündelt. Der sMS-2000 ist ein Streaming Transport mit der Möglichkeit, SSD-Disks zu integrieren. Der Hersteller beschreibt die Komponente so: „Das Herzstück des sMS-2000 bildet das hochgelobte…
    31.03.2026
  • dCS Varèse – weitere Erfahrungen

    Während einer Präsentation bei Audio Reference vor den Norddeutschen Hifi-Tagen konnte ich erstmals dasStatement in High Fidelity neue Topmodell von dCS, den fünfteiligen Streamer/DAC Varèse, hören. Er klang einfach unglaublich gut – im wahrsten Sinne des Wortes. Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit, meine Erfahrungen im Hörraum in Hamburg zu intensivieren. Bei der ersten Demonstration verglich Alasdair McDonald, der Export Sales Manager von dCS, den Varèse mit dem Vivaldi-Trio (https://www.hifistatement.net/tests/item/3591-dcs-vivaldi-master-clock-upsampler-und-apex-dac), das vor etwa drei Jahren…
    20.03.2026
  • Cayin Pearl 30d und Pearl 30c

    Auf der HighEnd 2024 präsentierte Cayin zum 30-jährigen Marken-Jubiläum die Pearl Modelle. Dazu gehören der D/A-Wandler Pearl 30d und der CD-Transport Pearl 30c. Beide imponieren nicht allein durch ihre prachtvolle Erscheinung. Auch technisch sind sie enorm aufwändig. Da stellt sich besonders die Frage nach der Relevanz eines solchen CD-Laufwerks. Die HighEnd liegt nun beinahe zwei Jahre zurück. Als Cayin Deutschland-Chef Thomas Deyerling im Januar meine Anfrage nach einem Test dieser Kombi positiv beantwortete, war ich…
    10.03.2026
  • Wilson Benesch Prime Meridian System

    Der erste, recht lange Artikel über Wilson Beneschs Prime Meridian System beschäftigte sich nur mit der Laufwerkseinheit, bestehend aus OMEGA Drive, ALPHA Drive, dem FrACTal Dämpfungssystem, in dem Motor und Tonarm montiert sind, und dem R1 Rack. Nun geht es neben der Vorstellung des Tonarms und des Abtasters endlich um den Klang des Plattenspielers. Dass der Plattenteller des Prime Meridian Systems von einem Motor mit dem anderthalbfachen Durchmesser einer Langspielplatte und damit vom größten Antrieb,…
    04.03.2026
  • Wilson Benesch Prime Meridian System – eine Annäherung

    Den ersten Plattenspieler von Wilson Benesch beschrieb ich 1996, den zweiten zwei Jahre später. Da sollte es kein großes Ding sein, auch den dritten für einen Test zu bekommen. Dachte ich. War es dann aber doch – aus mehreren Gründen: Er ist ein wirklich großes Ding, wiegt über 350 Kilogramm, und das dazugehörige White Paper umfasst 138 Seiten. Dass das Prime Meridian System, wenn ich mich richtig erinnere, das bisher teuerste Testobjekt in der Geschichte…
    24.02.2026
  • Takumi TT level 2.1DC

    Der Niederländer Rik Stoet, bekannt durch Röhrenverstärker, die unter den Markennamen Heart und Stoet Kit vertrieben wurden, hat eine neue Leidenschaft für sich entdeckt: Die Entwicklung und Herstellung von Plattenspielern. Als mir der Takumi TT level 2.1DC Plattenspieler zum Test angeboten wurde war mein erster Gedanke: Endlich wieder Vinyl, endlich wieder analog. Nicht, dass mir das Testen von digitalen Audiokomponenten zu irgendeiner Zeit langweilig geworden wäre, aber das analoge Hören, der Umgang mit den Schallplatten,…
    17.02.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.