
Auch bei der Struktur der Taktgeber hat sich etwas getan: Die Clock für die Abtastraten der 44,1-Kilohertz-Familie ist spannungsgeregelt, während die für die Vielfachen von 48 Kilohertz über die Temperatur geregelt wird. Beide Clocks arbeiten mit dem 512-Fachen der Grundfrequenz. Zur Vermeidung von Jitter werden in den Geräten auch für die Kontroll-Schaltungen und das Display keine anderen Frequenzen verwendet als solche, die mit den Abtastraten korreliert sind. Es gebe kein Sample-Rate-Converting für einzelne Baugruppen. Das sei auch beim Vivaldi nicht anders gewesen, nur bei dessen Vorstellung noch nicht kommuniziert worden, verriet Alasdair McDonald, der für einige Stunden aus England angereist war, um Mansour Mamaghani in Sachen technische Erklärungen zu unterstützen.

Beim Varèse-System gibt es anders als beim Vivaldi-Trio keinen Upsampler mehr. Die davon übernommenen Aufgaben werden auf den Varèse Core und das Varèse User Interface verteilt. So befindet sich beispielsweise der UPnP-Renderer im User Interface. Der Core beherbergt die Digitalen Signal Prozessoren (DSP). Hier wird unter anderem das Mapping organisiert und das Upsampling vorgenommen. Zudem gibt es hier Steckplätze für zwei Module, die das System zukunftssicher machen sollen. In den Varèse-Komponenten kommen wie auch schon im Lina Netzwerk DAC sogenannte gefaltete Schaltungen zum Einsatz, bei denen die einzelnen Platinen statt mit Steckverbindern mit fest verlöteten flexiblen Leitern verbunden sind. Ich möchte hier dem Test aber nicht allzu weit vorgreifen und allzu viele technische Details des Varèse-Systems erläutern. Aber zumindest einige Besonderheiten von dCS' Topmodell sollten erwähnt werden, damit man sich den dabei betriebenen Aufwand vorstellen kann, der ja letztlich zu den – wie gesagt – unglaublichen klanglichen Leistungen und dem entsprechenden Preis – rund 300.000 Euro – führt.

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