Nachdem mir Mansour Mamaghani die Fernbedienung für den Relentless Preamplifier und das iPad mit der App für den Vivaldi und den Varèse übergeben hat, streame ich einige bekannte Songs von Qobuz, damit wir uns auf die Kette einhören. Aber schon nach dem dritten Track gewinnt die Neugierde die Überhand: Ich wechsele zum Vivaldi und wir fühlen uns bestätigt: Der Unterschied zwischen den beiden Systemen ist wirklich deutlich. Bei einem Song kommt der Vivaldi dem Varèse klanglich allerdings ein gutes Stückchen näher, aber keinesfalls zu nahe – was wir uns aber nicht im Mindesten erklären können. Dann verbinde ich die Festplatte mit dem USB-Eingang und warte und warte. Zwar erscheinen in den App bald die Namen einiger Künstler und nur nach und nach auch die einzelnen Alben, nicht aber die einzelnen Tracks. Es war wohl keine so gute Idee, eine 4-Terabyte SSD auszuwählen, zumindest, wenn man wie ich eher zu den ungeduldigeren Charakteren zählt.

Ich probiere es also lieber mit dem USB-Stick und der macht es möglich, nach angemessener Zeit besonders packende Auszüge aus unserer Aufnahme von Schostakowitschs Symphonie Nr. 11 zu hören. Das ist alles sehr gefällig, und auch die Dynamik stimmt, die Anlage spielt auf einem extrem hohen Niveau, jedoch nicht so überwältigend, dass ich befürchte ab sofort keinen Spaß mehr daran zu haben, wenn die Highres-Mitschnitte im heimischen Hörraum zu hören sind. Sollte es daran liegen, dass die Wiedergabe von einem per USB verbundenen Medium bei keinem mir bekannten Streamer ebenso so gut gelingt wie von einem NAS oder Stream? Oder sollte ich einfach aus Angst um die Unversehrtheit der Kette den Pegel zu vorsichtig eingestellt haben? Egal, ich spiele das uns bestens bekannte erste Stück von Carla Bleys Life Goes On von Qobuz an: Schon bei den wenigen ersten Noten des ebenso reduzierten wie rhythmisch packenden Intros wird uns klar, dass wir den Track zuhause so noch nie in dieser Qualität genießen konnten: Der Raum wirkt ein gutes Stück größer als bisher bekannt, der Drive der wenigen Anschläge vermittelt sich noch unmittelbarer: So ansprechend und anregend ist „Life Goes On“ noch nie erklungen. Bisher bleibt festzuhalten: Der Varèse distanziert den Vivaldi klar, aber nicht immer ist der Abstand erschreckend groß. Aus dem Netz gestreamte, sehr vertraute Musik lässt sich mit der Millionen-Anlage im Audio-Reference-Hörraum intensiver erleben als je zuvor.

Nachdem Eintreffen von Alasdair McDonald machen wir uns gemeinsam auf die Suche nach der Ursache für die mal größeren, mal moderateren Unterschiede zwischen den beiden Wandler-Systemen. Als erstes wechseln wir die beiden ein wenig unterschiedlich langen Ethernet-Kabel, über die die Streamer ihre Inhalte beziehen. Die Klangunterschiede bleiben bestehen. Auch das Umstecken der XLR-Verbindungen zur Vorstufe ändern daran nichts: Weder die Kabel noch die unterschiedlichen Eingänge machen sich im Klangbild bemerkbar – was selbstverständlich auch extrem unwahrscheinlich gewesen wäre. Aber man sollte nichts ausschließen. Danach kontrolliert der dCS-Spezialist noch einmal die Einstellungen in den Menüs. Während ich in meiner Kette bisher immer das Upsampling auf die höchst mögliche DSD-Abtastrate bevorzugt habe, ist hier bei beiden Wandlern ein hoher PCM-Wert eingestellt. Der harmoniere mit der Kette und dem Raum am besten, merkt Alasdair McDonald an.
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