Unison Research hat für die Endstufe Unico DM v2 eine neue Schaltung konzipiert: die so genannte A.S.H.A. Technologie. Diese kombiniere die klanglichen Vorteile einer reinen Class A Schaltung mit der Effizienz einer Class AB Schaltung. Dabei steht die Abkürzung A.S.H.A. für Analog Snychronized Hybrid Amplification und funktioniert im Wesentlichen wie folgt: Die Endstufe nutzt eine spezielle Variante der Push-Pull-Technik mit zwei MOSFETs, nämlich einem „Leader“-MOSFET, der in Class A läuft und durchgehend die Ausgangsspannung steuert sowie den positiven Signalanteil liefert. Ein „Follower“-MOSFET in Class AB unterstützt nur beim Stromfluss und übernimmt den negativen Anteil der Signalhalbwelle. Der entscheidende Unterschied zu klassischem Push-Pull: Es gibt kein Umschalten der Spannungssteuerung zwischen den beiden Transistoren. Ohne dieses Umschalten werden klassische Übernahmeverzerrungen nahezu eliminiert. Dadurch, dass also ein Transistor führt (Spannung) und der andere unterstützt (Strom), funktioniert diese Schaltung quasi wie eine Class-A-Verstärkung, ist aber effizienter.

Bei meinen Hörtests verwendete ich die unterschiedlichsten Lautsprecher, wobei ich mit meinen DIY-Teilen startete, die durchweg über hohe Wirkungsgrade zwischen 93 und 98 Dezibel pro Watt und Meter verfügen. Ich würde nicht soweit gehen zu sagen, dass es sich dabei um ein Mismatch handelte. Aber die Endstufe tuckerte lediglich im Standgas und war derart unterfordert, dass schnell der Wunsch erwuchs, komplexere Lasten an die Klemmen zu hängen. Mit meiner altehrwürdigen Dynaudio Contour 1.3 MK II wurde es schon deutlich besser. Endlich konnte die Unico-Kombi befreit aufatmen und sich aller Fesseln entledigen. Die Dynaudios sind Stromsäufer und devote Zicken, die viel Kontrolle benötigen, und der Uncio DM v2 gab sie ihnen. Im Tiefton agierte der italienische Verstärker wie ein Schraubstock, der mit strengem Regiment den Takt vorgab, und die dänischen Lautsprecher folgten willig. Mit klarer Linie zeichnete diese italienisch-dänische Liaison scharfe Tieftonkonturen, ohne dass es dabei zum für Dynaudio-Lautsprecher typischen honigartigen Durchzug im Tiefton kam, der Klangfarben bisweilen verschmiert und das Tempo verschleppt. Zur richtigen Einordnung möchte ich klarstellen, dass ich seit über drei Jahrzehnten bis heute Fan der Lautsprecher von Dynaudio bin und genau um ihre Schwächen weiß. Nur wenige mir bekannte Verstärker vermögen, diese Schwäche der Lautsprecher auszumerzen, insofern ist es als Riesenlob zu verstehen, dass sich die Unico-Kombi nun in diesen illustren Kreis gesellen darf. Jetzt hatte ich endgültig Blut geleckt und schleppte die beiden Unico-Verstärker zu meinem Bekannten mit seinen Dynaudio Confidence 30 Lautsprechern.

Was soll ich sagen? All meine (augenzwinkernden) Frotzeleien vergangener Tage gegenüber meinem Kumpel musste ich heuer kleinlaut einpacken. Der ach so selig machende hifidele Königsweg aus Single-Ended-Triode und Hochwirkungsgrad-Breitbänder ist beileibe nicht der einzig richtige, das wurde mir schnell klar. Was Unison Research Unico PRE v2 und DM v2 im Verbund mit den dänischen Lautsprecherboliden in den Hörraum zauberten, verschlug mir den Atem. Diese kontrollierte Tieftonwucht kombiniert mit bruchloser Kohärenz über das gesamte Frequenzspektrum in Kombination mit korrektem, hochpräzisem Tempo- und Rhythmusgefühl war schon süchtig machend. Silbrige, feinstoffliche Auflösung im Hochton ohne jeden Anflug analytischer Härte, an ihrem Platz fest zementierte Musiker ohne nervöse Wandereffekte, das hatte schon was. Plastisch und körperhaft spielten die Streichinstrumente bei Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“ (Yehudi Menuhin, His Master´s Voice, 1985), wieder eher silbrig strahlend als golden glänzend, mit enormem Auflösungsvermögen, jedoch weit entfernt davon, dabei kühl oder steril zu wirken.
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