tests/26-05-15_scansonic
 

Scansonic HD M15.2

15.05.2026 // Finn Corvin Gallowsky

Der Tiefmitteltöner ist mustergültig an den Hochtonbereich angebunden und bleibt dabei knackig, direkt und spielt in meinem Raum zu keinem Zeitpunkt unpräzise
Der Tiefmitteltöner ist mustergültig an den Hochtonbereich angebunden und bleibt dabei knackig, direkt und spielt in meinem Raum zu keinem Zeitpunkt unpräzise

Zum einen ist hierfür ziemlich sicher die Linearität des Frequenzgangs der Lautsprecher, auch in Verbindung mit meinem Raum verantwortlich. Verschiedene Frequenzbereiche maskieren sich nicht gegenseitig. Und das ohne jegliche Korrektur des Frequenzgangs, um die ich oft (insbesondere im Bassbereich) kaum herumkomme. Dass das ausgerechnet ein Lautsprecher für einen unglaublich moderaten Preis schafft, soll schon etwas heißen! Zum anderen prägt auch das Zusammenspiel aus Treiberqualität und Frequenzweiche die M15.2. Der Bändchenhochtöner bietet von Natur aus eine sehr hohe Auflösungsfähigkeit und Luftigkeit, wurde aber auch wirklich passend mit dem Tiefmitteltöner „verheiratet“. Bei den meisten Lautsprechern im erschwinglichen Preisbereich bin ich davon überzeugt, dass in den Treibern noch mehr Potential steckt, das mit einem ungleich höheren monetären Aufwand beim Aufbau der Frequenzweiche herausgekitzelt werden kann. Beim M15.2 jedoch ist die Frequenzweiche bereits überdurchschnittlich hochwertig aufgebaut – besonders viel Luft nach oben ist nicht mehr.

Die Frequenzweiche ist mit schlichten Komponenten aufgebaut, die aber so gut selektiert wurden, dass sie unerwartet transparent spielt
Die Frequenzweiche ist mit schlichten Komponenten aufgebaut, die aber so gut selektiert wurden, dass sie unerwartet transparent spielt

Folglich ist es nicht verwunderlich, dass das Paar Scansonics mit entsprechend gut produzierter Musik zur Höchstform aufläuft. Wolfgang Puschnigs „Peace“ vom Album Chants ist ein passendes Musikbeispiel. Bereits mehrfach habe ich den Preis der M15.2 angeführt, an dieser Stelle wäre es aber ganz entschieden fehlplatziert. „Peace“ klingt einfach fantastisch, losgelöst von irgendeiner Preiskategorie. Es gibt schlichtweg nichts auszusetzen. Die virtuelle Bühne ist angemessen groß und erstreckt sich von vor bis hinter die Lautsprecher. Die verschiedenen Instrumente sind vollkommen frei im Raum verteilt. Das Ride Becken wird fein durchgezeichnet, die Bass Drum druckvoll und kontrolliert aber dennoch rund, in ihrer Quantität genau auf den Punkt und präzise vom Kontrabass abgehoben, reproduziert. Das Timbre der Bläser wirkt absolut glaubhaft, ausgewogen, ohne jedwede Irritation.

Die Passivmembran auf der Rückseite verfügt wie üblich über keine Schwingspule, sondern wird über ein Gewicht in den optimalen Betriebsbereich justiert
Die Passivmembran auf der Rückseite verfügt wie üblich über keine Schwingspule, sondern wird über ein Gewicht in den optimalen Betriebsbereich justiert

Noch absurder wird es bei orchestraler Musik. Natürlich gibt es Lautsprecher, die eine deutlich tiefere Bühne bieten, bei denen man noch etwas freimütiger in musikalische Details und verschiedenen Instrumentengruppen hineinhören kann, bei denen Soloinstrumente noch losgelöster, ansatzloser und greifbarer im Raum stehen, bei denen Dynamik noch ausgeprägter und markerschütternder erlebbar ist. Bei Lautsprechern, deren Tonalität ähnlich ausgewogen wie die der M15.2 ist, wird es dann jedoch – abermals ungeachtet der Preisklasse – dünn. Dass die beiden Scansonic-Lautsprecher aber gleichermaßen auch die anderen genannten Fähigkeiten bereits in einer beeindruckenden und durch die verschiedenen Disziplinen konstant hohen Qualität an den Tag legen, ist wirklich verblüffend. Der qualitative Abstand zu deutlich höherpreisigen Lautsprechern ist wirklich absurd klein. Diese Ausgewogenheit zieht mich dermaßen in ihren Bann, dass ich am Abend kaum mehr aus dem klassischen Repertoire herauskomme – hinreißend! Als Beispiel sei hier Sibelius 2. Symphonie in der Einspielung der Berliner Philharmoniker unter Simon Rattle auf eigenem Label angeführt. Die spektakuläre Präzision des Pizzicato-Intros des zweiten Satzes, die enorme Klangpracht der weit aufgefächerten Bläser, die wogende Urgewalt der Streicher, das Heraustreten der Melodielinien aus absoluter Stille, wo ich auch hinhöre, ich kann mich einfach nicht satthören.


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