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Transrotor Scala

18.08.2026 // Achim Schneider

Er ist die neueste Schöpfung der Plattenspieler-Manufaktur aus Bergisch-Gladbach: der Transrotor Scala. Firmenchef Dirk Räke und sein Team haben den Neuen bei der HighEnd 2026 in Wien erstmals der Weltöffentlichkeit präsentiert und nur kurze Zeit später befindet sich das schicke Laufwerk für einen exklusiven Test in meinen Hörraum.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber zumindest in meinem mehr als 40 Jahre andauernden highfidelen Leben hat jedes Gerät, das bei mir eingezogen ist, eine eigene Geschichte. Ganz besonders mein erster highendiger Plattenspieler – der Transrotor Delight. In den 80er-Jahren habe ich davon geträumt, eines dieser stylischen Designobjekte von Jochen Räke aus Aluminium und Acryl zu besitzen. Der Delight hatte es mir mit seinen geschwungenen Rundungen und der Acrylwanne angetan, aber die Erfüllung des Traums war während des Studiums schlicht unmöglich. Dann lernte ich meine Frau kennen, die nicht nur mein Faible fürs Hören von Schallplatten ertragen durfte, sondern auch meine andauernden Schwärmereien für das analoge Kunstobjekt. Nach einigen Wochen gemeinsamen Zusammenseins fragte sie nach einer Liste mit den Zutaten (Plattenspieler, Tonarm, Tonabnehmer) und bestellte heimlich still und leise das Objekt der Begierde in einem Radiogeschäft unserer Stadt. Der Rest ist schnell erzählt: Lieferung abholen, Gerät auspacken, aufbauen und alle Schallplatten neu hören. Mein Traum wurde wahr. Meine Frau und ich leben übrigens immer noch zusammen. Nicht nur wegen, aber vielleicht auch dank des Transrotors.

Nun befindet sich wieder ein Transrotor in meinem Set-up und ich bin bereits gespannt darauf, mich mit ihm zu beschäftigen. Schon das Auspacken sorgte für ein Déjà-vu. Die blankpolierten, fingerabdruckempfindlichen Teile wie Plattenteller und Chassis waren optimal geschützt verpackt, der Tonarm mit bereits justiertem Tonabnehmersystem penibel fixiert. Für das Hantieren mit den Teilen hatte das Räke-Einpack-Team ein Paar weiße Wollhandschuhe beigelegt. Machen einige andere Hersteller ebenfalls, aber das habe ich in meiner langen Hifi-Zeit auch durchaus anders erlebt. Also auch diesmal: auspacken, aufbauen, auf dem Copulare Rack positionieren und Schallplatten auflegen. Ich bitte noch um ein bisschen Geduld, zu meinen musikalischen Eindrücken des Scala komme ich später. Zuerst einmal möchte ich Ihnen das Konzept des neuesten Transrotor-Laufwerks näherbringen. Dafür habe ich mich ausführlich mit Geschäftsführer Dirk Räke unterhalten, der seit einigen Jahren die Geschicke des von Vater Jochen gegründeten Unternehmens äußerst erfolgreich weiterführt.

Der Scala ist die neueste Kreation aus dem Hause Transrotor. Er bietet zwei Tonarmbasen sowie eine optional erhältliche Acrylbasis
Der Scala ist die neueste Kreation aus dem Hause Transrotor. Er bietet zwei Tonarmbasen sowie eine optional erhältliche Acrylbasis

Der Scala ist ein echter Hingucker. Schon beim ersten Blick fällt eines der wesentlichen Merkmale ins Auge: Das Laufwerk ist mit einer zweiten Tonarmbasis ausgestattet. Das erlaubt den zukünftigen Nutzern eine besondere Flexibilität in Sachen Ausstattung und möglicher Erweiterung. Dirk Räke erklärt, dass der Scala eine Erweiterung des Transrotor Max sei, der bereits seit einigen Jahren im Portfolio ist. „Wir haben häufig Anfragen von Kunden erhalten, die bereits einen Max-Plattenspieler besitzen und darauf einen zweiten Tonarm installieren möchten. Sie fragen dann nach dem Preis und wer den Aufbau übernimmt. Am Ende nehmen sie davon Abstand, weil es zu kompliziert für sie ist“, sagt der Hersteller. Das ist einer der Gründe, warum sich Räke und sein Entwicklerteam für eine Version mit einer zweiten Tonarmbase entschieden haben, die auf der linken Seite ihren Platz hat. „Der Scala ist vorbereitet für alle Tonarme von 9- bis 12-Zoll. Natürlich kann unser TRA 9 in beiden Versionen draufgebaut werden, aber selbstverständlich können auch andere Tonarme installiert werden“, sagt Dirk Räke. Die korrekte Positionierung der unterschiedlich langen Tonarme gestaltet sich einfach. Die beiden Wangen mit den Basen sind mit jeweils vier Schrauben auf zwei Stangen befestigt. Löst man die Schrauben, lassen sich die Basen stufenlos für jeden Tonarm einstellen. Eine simple wie geniale Lösung. „Man muss nicht an der Basis herumfummeln, sondern kann sie mit Hilfe der Einstelllehre so lange verschieben, bis der Tonarm an der optimalen Stelle ist.“


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