Für Audiophile dürfte wichtiger sein, dass die große Anzeige laut der Eversolo-Website mit einer Aluminiumplatte geschirmt ist, um elektromagnetische Einstrahlungen auf das Netzteil und die Audio-Schaltungen zu vermeiden. Auch das Netzteil mit Trafo und Siebkondensatoren, das Eingangsnetzfilter und die eigentliche Streamer-Schaltung sind physisch voneinander getrennt und durch Trennwände im aus dem Vollen gefrästen Gehäuse gegeneinander abgeschirmt. Mehrstufige elektrische Isolierungen entlang digitaler Signalwege sollen Störgeräusche und Übersprechen zwischen angeschlossenen Geräten weiter reduzieren und letztlich die Wiedergabe ruhiger und stimmiger machen.
Neben zwei USB-3.0-Buchsen für Datenspeicher bietet der T10 auch einen speziell isolierten USB-2.0-Anschluss für D/A-Wandler. Die RJ45-Schnittstelle ist für Datenraten bis 2,5 Gigabit ausgelegt und Eversolo hat zusätzlich einen Schacht für SFP-Module eingebaut, die allerdings nicht zum Lieferumfang gehören. Auch ein I2S-Ausgang ist vorhanden, für den je nach Empfängergerät eine von acht Konfigurationen gewählt werden kann. Die Bedienung des T10 ist über das Touch-Display, die Eversolo-Control-App und die mitgelieferte, wiederaufladbare Fernbedienung möglich. In ein Fach im Geräteboden des Streaming Transports lassen sich zwei NVMe-M2-Speicherkarten mit maximal je vier Terabyte einsetzen. Diese Möglichkeit bot ja auch schon der DMP-A10, was ihn dazu prädestinierte, beim Vergleich von „normalen“ und kryobehandelten SSDs zum Einsatz zu kommen. Allerdings sorgte hier die Minimserver-Software dafür, dass der Inhalt der SSDs beispielsweise in JPLAY angezeigt und abgespielt werden konnte.

Das ist beim T10 leider nicht der Fall. audioNEXTs Digitalspezialist Christoph Zingel führte dazu aus, dass der T10 eben ein Streaming-Client und kein Server sei. Dass bedeute, dass er keinen DLNA/UPnP-Server an Bord habe. Und zwar absichtlich nicht, weil man diese Ressourcen fressende Aufgabe nicht noch parallel zur Wiedergabe ausführen lassen wolle. Man könne natürlich über SMB auf die Daten der internen Speichen zugreifen und sie so in andere Server-Dienste einbinden. Als Client verstehe der T10 natürlich UPnP und könne ganz normal als Ziel angesprochen werden. Der Kollege Roland Dietl riet mir aber davon ab, die interne SSD per SMB einzubinden, da dies unter rein klanglichen Aspekten alles andere als vielversprechend sei. Auf die Daten der NVMe-M2-Speicherkarten im T10 hat man zwar keinen Zugriff über JPLAY, mithilfe der Eversolo App kann man sie aber dennoch abspielen, auch wenn das wenig komfortabel ist.
Ich probiere es natürlich trotzdem und zwar mit „If You Look“ von Arild Andersens Album If You Look Far Enough. Auch nach mehrmaligem Hören des Tracks habe ich erst einmal nichts zu bekritteln. Er wenn die Daten vom sMS-2000 über das Netzwerk zum T10 gelangen, wird klar, wie viel mehr Detailinformationen diese Einspielung zu bieten hat, wie der dicht gewobene Klangteppich aus den vielfältigen perkussive Ereignissen leicht erkennen lässt. Die großen Trommel am Ende des Stücks kommen dramatischer rüber, und die Dimensionen der imaginären Bühne haben deutlich zugelegt. Auch nach nur einem Song steht für mich fest, dass der T10 mit Daten von internen SSDs ein gutes Stück hinter seinen Fähigkeiten zurückbleibt. Die zeigt er nur, wenn er auf Daten aus dem Netz zurückgreift, egal ob diese von einem Streaming-Dienst oder einem netzwerkgebundenen Speicher kommen und über die JPLAY- oder die Eversolo-Control-App abgerufen werden.

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