tests/26-08-21_eversolo
 

Eversolo T10

21.08.2026 // Dirk Sommer

Für Audiophile dürfte wichtiger sein, dass die große Anzeige laut der Eversolo-Website mit einer Aluminiumplatte geschirmt ist, um elektromagnetische Einstrahlungen auf das Netzteil und die Audio-Schaltungen zu vermeiden. Auch das Netzteil mit Trafo und Siebkondensatoren, das Eingangsnetzfilter und die eigentliche Streamer-Schaltung sind physisch voneinander getrennt und durch Trennwände im aus dem Vollen gefrästen Gehäuse gegeneinander abgeschirmt. Mehrstufige elektrische Isolierungen entlang digitaler Signalwege sollen Störgeräusche und Übersprechen zwischen angeschlossenen Geräten weiter reduzieren und letztlich die Wiedergabe ruhiger und stimmiger machen.

Neben zwei USB-3.0-Buchsen für Datenspeicher bietet der T10 auch einen speziell isolierten USB-2.0-Anschluss für D/A-Wandler. Die RJ45-Schnittstelle ist für Datenraten bis 2,5 Gigabit ausgelegt und Eversolo hat zusätzlich einen Schacht für SFP-Module eingebaut, die allerdings nicht zum Lieferumfang gehören. Auch ein I2S-Ausgang ist vorhanden, für den je nach Empfängergerät eine von acht Konfigurationen gewählt werden kann. Die Bedienung des T10 ist über das Touch-Display, die Eversolo-Control-App und die mitgelieferte, wiederaufladbare Fernbedienung möglich. In ein Fach im Geräteboden des Streaming Transports lassen sich zwei NVMe-M2-Speicherkarten mit maximal je vier Terabyte einsetzen. Diese Möglichkeit bot ja auch schon der DMP-A10, was ihn dazu prädestinierte, beim Vergleich von „normalen“ und kryobehandelten SSDs zum Einsatz zu kommen. Allerdings sorgte hier die Minimserver-Software dafür, dass der Inhalt der SSDs beispielsweise in JPLAY angezeigt und abgespielt werden konnte.

Das übersichtliche Anschlussfeld
Das übersichtliche Anschlussfeld

Das ist beim T10 leider nicht der Fall. audioNEXTs Digitalspezialist Christoph Zingel führte dazu aus, dass der T10 eben ein Streaming-Client und kein Server sei. Dass bedeute, dass er keinen DLNA/UPnP-Server an Bord habe. Und zwar absichtlich nicht, weil man diese Ressourcen fressende Aufgabe nicht noch parallel zur Wiedergabe ausführen lassen wolle. Man könne natürlich über SMB auf die Daten der internen Speichen zugreifen und sie so in andere Server-Dienste einbinden. Als Client verstehe der T10 natürlich UPnP und könne ganz normal als Ziel angesprochen werden. Der Kollege Roland Dietl riet mir aber davon ab, die interne SSD per SMB einzubinden, da dies unter rein klanglichen Aspekten alles andere als vielversprechend sei. Auf die Daten der NVMe-M2-Speicherkarten im T10 hat man zwar keinen Zugriff über JPLAY, mithilfe der Eversolo App kann man sie aber dennoch abspielen, auch wenn das wenig komfortabel ist.

Ich probiere es natürlich trotzdem und zwar mit „If You Look“ von Arild Andersens Album If You Look Far Enough. Auch nach mehrmaligem Hören des Tracks habe ich erst einmal nichts zu bekritteln. Er wenn die Daten vom sMS-2000 über das Netzwerk zum T10 gelangen, wird klar, wie viel mehr Detailinformationen diese Einspielung zu bieten hat, wie der dicht gewobene Klangteppich aus den vielfältigen perkussive Ereignissen leicht erkennen lässt. Die großen Trommel am Ende des Stücks kommen dramatischer rüber, und die Dimensionen der imaginären Bühne haben deutlich zugelegt. Auch nach nur einem Song steht für mich fest, dass der T10 mit Daten von internen SSDs ein gutes Stück hinter seinen Fähigkeiten zurückbleibt. Die zeigt er nur, wenn er auf Daten aus dem Netz zurückgreift, egal ob diese von einem Streaming-Dienst oder einem netzwerkgebundenen Speicher kommen und über die JPLAY- oder die Eversolo-Control-App abgerufen werden.

Die Clock-Eingänge für verschiedene Impedanzen
Die Clock-Eingänge für verschiedene Impedanzen


  • Dan Clark Audio Aeon Core

    Anfang letzten Jahres stellte ich den Dan Clark Audio Noire X vor, dessen Klangsignatur der meines absoluten Favoriten, dem Stealth, sehr nahe kommt – und das zu einem Viertel des Preises des Dan Clark Audio-Topmodells. Jetzt charakterisiert der kalifornische Kopfhörerspezialist den Aeon Core sehr ähnlich: „Flagship Performance. Breakthrough Price.“ Dazu, wie sich die Hierarchie zwischen Stealth, Noire X und Aeon Core darstellt, möchte ich später kommen, denn bei seiner Arbeit für den Aeon Core ging…
    14.08.2026
  • Oladra Presence

    Die Server und Streamer von Antipodes Audio sind kostspielig. Das ist nicht neu. Sie bieten für's Geld eine hervorragende Klangqualität. Das begann seinerzeit für mich mit dem EX, ging über die S-Serie zum K50 und schließlich sogar bis zum Oladra G4. Jetzt steht der brandneue Oladra Presence bei mir zum Test. Der Oladra Presence kostet enorme 58.000 Euro. Das ist für mich eigentlich Grund genug, mich nicht mit ihm zu befassen. Aber mein Interesse und…
    11.08.2026
  • MSB Technology Cascade DAC – aktuelle Version

    Die Bilder könnten zwar den Anschein erwecken, aber ich recycele hier nicht den Cascade-Test von vor zwei Jahren – auch wenn das bei den Temperaturen im Hörraum ein verlockender Gedanke wäre. Der aktuelle MSB-Wandler unterscheidet sich rein äußerlich nicht von dem, den ich Ihnen bereits vorgestellt habe, in Sachen Technik und Klang aber sehr wohl. Ich habe Jürgen Sachweh, den Inhaber des deutschen MSB-Vertriebs gefragt, was mein damaliges Testmodell von der neuen Version unterscheidet, und…
    04.08.2026
  • MSB Technology The Sentinel DAC

    Hier geht es um einen D/A-Wandler, der zum Aufwändigsten zählt, das in dieser Gerätegattung gebaut wurde – vergleichbar höchstens noch mit dCS' Varèse. Hören konnte ich das Ausnahmegerät zwar nicht in meinem Hörraum, allerdings in einer bereits etwas vertrauten Umgebung. Reicht das, um meine Eindrücke in der Rubrik Tests zu veröffentlichen? Üblicherweise finden Sie die Schilderung meiner in fremden Gefilden bei Firmenbesuchen gemachten Erfahrungen unter dem Menü-Punkt Feuilleton. Aber diesmal ging es nicht um eine…
    31.07.2026
  • SPL Crossover Mk2

    SPL ist nach meinen Informationen der einzige Audiogeräteproduzent, der überhaupt eine aktive Analogfrequenzweiche im Portfolio führt. Mit der Mk2 steht inzwischen eine Überarbeitung der Ur-Version in den Startlöchern. Höchste Zeit, sich dieses HiFi-Einhorns einmal anzunehmen. Der Funktionsumfang der zweiten Generation ist immens angewachsen. Während das Crossover erster Generation lediglich bei der optimalen Einbindung eines Subwoofers in die Stereokette helfen konnte, eröffnet die Mark 2 gänzlich neue Möglichkeiten. Statt der Trennfrequenzen von 50, 60, 70, 85,…
    28.07.2026
  • Matrix Audio mini-i Pro 4

    “Die Matrix ist allgegenwärtig, sie umgibt uns. Selbst hier ist sie, in diesem Zimmer.” Lange habe ich darauf gewartet, einen Testbericht mit einem passenden Filmzitat zu eröffnen. Ähnlich lange habe ich mich auf den Test eines Produkts aus dem Hause Matrix Audio gefreut. Mit dem mini-i Pro 4 ist es endlich so weit. Der Name Matrix Audio beruft sich eigentlich auf das gleichnamige mathematische Konzept, aber bei der Namensverwandtschaft zu dem stilprägenden Film kam ich…
    21.07.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.