tests/26-08-11_oladra
 

Oladra Presence

11.08.2026 // Wolfgang Kemper

Die Server und Streamer von Antipodes Audio sind kostspielig. Das ist nicht neu. Sie bieten für's Geld eine hervorragende Klangqualität. Das begann seinerzeit für mich mit dem EX, ging über die S-Serie zum K50 und schließlich sogar bis zum Oladra G4. Jetzt steht der brandneue Oladra Presence bei mir zum Test.

Der Oladra Presence kostet enorme 58.000 Euro. Das ist für mich eigentlich Grund genug, mich nicht mit ihm zu befassen. Aber mein Interesse und meine Sympathie aufgrund der jahrelangen Erfahrung mit dieser neuseeländischen Manufaktur hat dann doch gewonnen. Trost hinsichtlich des Preises spendete gleich im ersten Telefonat Torsten Fink vom CM-Audio Vertrieb, indem er mir erklärte, dass das preisgünstigere Modell Oladra Sentia für immer noch stattliche 35.000 Euro klanglich ganz dicht am Presence dran sein soll. Da muss man dann als ehemaliger Besitzer eines Oladra G4 fair bleiben, denn der liegt mit 31.650 Euro nicht weit weg vom Sentia und würde, aktuell und zeitgemäß kalkuliert, wohl ähnlich oder sogar über dem Sentia eingepreist werden müssen. Wer sich die beiden Neuen nicht leisten kann oder will, findet möglicherweise mit zwei in wenigen Wochen erhältlichen Musikservern/Playern Kala 50 und Kala 20 das passende Antipodes Audio Modell. Die Produktpalette ist mit diesen vier Modellen komplett erneuert. Alle vier folgen einem vergleichbaren Konzept.

Das Antipodes Audio Entwicklungsteam um Firmengründer Mark Jenkins ist stets rührig und um Verbesserungen bemüht. Teilweise fließen diese per Software Update und in der Vergangenheit kostenlos ein, was den Besitzer selbstverständlich freut. Oder aber, wenn es um Erneuerungen in der Hardware geht, konnte man das Gerät nach Neuseeland schicken, bezahlte und bekam ein sein aktualisiertes Gerät mit ebenfalls neu beginnender Garantie zurück. So erlebte ich es mit meinem Oladra, aus dem dann ein Oladra G4 wurde. Die Abwicklung inklusive Transport war erstklassig organisiert, ich brauchte mich um nichts anderes zu kümmern als den Oladra zu verpacken. Ich habe über dieses Upgrade seinerzeit geschrieben. Antipodes Audio ist eine kleine Manufaktur, die sich seit 2009 auf die Entwicklung bestens klingender Musikserver und Streamer konzentriert. Schon seit 2004 hatte man Kabel hergestellt. Diese Sparte verkaufte man jedoch nach den ersten Erfolgen mit den digitalen Quellgeräten, um sich allein mit diesem hochkomplexen Thema Digital zu befassen. Sie wissen wie ich, wie kompliziert die saubere und fehlerfreie Verarbeitung von Einsen und Nullen ist und wie kritisch und sensibel das geschulte Ohr auf kleinste Fehler in Taktung und Phase reagiert. Nur deshalb existiert ein riesiges Angebot an speziellen externen Filter-Komponenten, Reclockern und ähnlichem.

Mit der S-Serie bot Antipodes Audio auch eine Zeit lang Einzelkomponenten, die zu einer klanglich maximalen Lösung kombiniert werden konnten. Das bot den Vorteil, dass man nach und nach investieren und optimieren konnte. Der Nachteil: Man benötigte viele Gehäuse, die natürlich Kosten verursachen und, nicht zu vergessen, reichlich Stellplatz und teure Stromkabel. Denn mit Beipackstrippen gibt man sich in dieser Anspruchsklasse nicht zufrieden. Ganzheitliche Lösungen sind da attraktiver. Als Flaggschiff bot Antipodes Audio mit dem K50 ein Gerät, in dem separate Computerboards für den Server und für den Player verbaut waren, was man bei den Oladra-Modellen nochmals vor allem hinsichtlich der Stromversorgung, perfektioniert hat. Einst waren diese Computer-Boards von Intel gekaufte Einheiten, die bei Antipodes Audio akribisch fein justiert und für den Audio-Einsatz hinsichtlich digitalem Rauschen und Störarmut optimiert wurden. Das Konzept überzeugte musikalisch, fand international Anerkennung und bekam jede Menge Auszeichnungen. Mark Jenkins, Mark Cole und die neuen weiteren kreativen Köpfe an der neuseländischen Kapiti-Coast forschten und testeten weiter. Inzwischen ist Greg Bauer der leitende Ingenieur hinter dem Hardware-Design von Oladra. Prince Pablo leitet die Software-, System- und Infrastrukturentwicklung.

Das massive Gehäuse des Oladra Presence ist weitgehend identisch mit dem des Oladra G4. Die Bedienung und Anzeige wurde überarbeitet
Das massive Gehäuse des Oladra Presence ist weitgehend identisch mit dem des Oladra G4. Die Bedienung und Anzeige wurde überarbeitet


  • MSB Technology Cascade DAC – aktuelle Version

    Die Bilder könnten zwar den Anschein erwecken, aber ich recycele hier nicht den Cascade-Test von vor zwei Jahren – auch wenn das bei den Temperaturen im Hörraum ein verlockender Gedanke wäre. Der aktuelle MSB-Wandler unterscheidet sich rein äußerlich nicht von dem, den ich Ihnen bereits vorgestellt habe, in Sachen Technik und Klang aber sehr wohl. Ich habe Jürgen Sachweh, den Inhaber des deutschen MSB-Vertriebs gefragt, was mein damaliges Testmodell von der neuen Version unterscheidet, und…
    04.08.2026
  • MSB Technology The Sentinel DAC

    Hier geht es um einen D/A-Wandler, der zum Aufwändigsten zählt, das in dieser Gerätegattung gebaut wurde – vergleichbar höchstens noch mit dCS' Varèse. Hören konnte ich das Ausnahmegerät zwar nicht in meinem Hörraum, allerdings in einer bereits etwas vertrauten Umgebung. Reicht das, um meine Eindrücke in der Rubrik Tests zu veröffentlichen? Üblicherweise finden Sie die Schilderung meiner in fremden Gefilden bei Firmenbesuchen gemachten Erfahrungen unter dem Menü-Punkt Feuilleton. Aber diesmal ging es nicht um eine…
    31.07.2026
  • SPL Crossover Mk2

    SPL ist nach meinen Informationen der einzige Audiogeräteproduzent, der überhaupt eine aktive Analogfrequenzweiche im Portfolio führt. Mit der Mk2 steht inzwischen eine Überarbeitung der Ur-Version in den Startlöchern. Höchste Zeit, sich dieses HiFi-Einhorns einmal anzunehmen. Der Funktionsumfang der zweiten Generation ist immens angewachsen. Während das Crossover erster Generation lediglich bei der optimalen Einbindung eines Subwoofers in die Stereokette helfen konnte, eröffnet die Mark 2 gänzlich neue Möglichkeiten. Statt der Trennfrequenzen von 50, 60, 70, 85,…
    28.07.2026
  • Matrix Audio mini-i Pro 4

    “Die Matrix ist allgegenwärtig, sie umgibt uns. Selbst hier ist sie, in diesem Zimmer.” Lange habe ich darauf gewartet, einen Testbericht mit einem passenden Filmzitat zu eröffnen. Ähnlich lange habe ich mich auf den Test eines Produkts aus dem Hause Matrix Audio gefreut. Mit dem mini-i Pro 4 ist es endlich so weit. Der Name Matrix Audio beruft sich eigentlich auf das gleichnamige mathematische Konzept, aber bei der Namensverwandtschaft zu dem stilprägenden Film kam ich…
    21.07.2026
  • Børresen Acoustics T5 SSE – das Interview

    Während meines letzten Besuchs der Audio Group Denmark in Aalborg hatte ich am Tag nach der Präsentation der Børresen M8 und der Aavik M-880 Gelegenheit, mit dem Entwickler der T5 SSE über sein Produkt zu sprechen. Wenn Sie im ersten Teil technische Details vermisst haben sollten: Hier finden Sie sie in Hülle und Fülle. Dirk Sommer: Nun zu etwas ganz anderem, den T5. Was ist anders im Vergleich zum 05? Ich muss zugeben, dass ich…
    17.07.2026
  • Børresen Acoustics T5 Silver Supreme Edition

    Einerseits war ich mit der Børresen 05 Silver Supreme Edition in meinem Hörraum wunschlos glücklich, andererseits begeisterte mich das Nachfolgemodell, die T5 SSE, schon bei ihrer Vorstellung damals noch in München allein durch ihr Erscheinungsbild: Die schwarze Hochglanzlackierung mit Karbonfaser-Applikationen wirkte einfach unheimlich elegant. Aber natürlich geht es mir bei Lautsprechern nicht vorrangig um die Optik. Dass die Børresen 05 SSE solange bei mir zu Gast war und ich mich schon auf die T5 SSE…
    14.07.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.