Wie die Zimmernummer zeigt, sind wir wieder in der zweiten Etage angekommen, wohin man auf zwei Wegen gelangen kann. Dennoch habe ich die drei Ausstellungszimmer beim zweiten Rundgang nicht sofort wiedergefunden, da die Ausschilderung des Weges nicht wirklich optimal war. Aber das ist nur ein kleiner Wermutstropfen bei der ansonsten nahezu perfekten Organisation der Sons & Sens. Im Zimmer 203 herrscht dann soundkaos. Unter dem ironisch gewählten Namen firmieren optisch und akustisch ungemein ansprechende Schallwandler.
Martin Gateley lebt in London und in der Schweiz und beherrscht das Klang-Chaos
Die Wave 40, das erste und bisher einzige Modell von Soundkaos, trägt ihren Namen zu Recht, wie ein Blick auf die fein gestaltete Frontplatte aus Fichte beweist. Die Gehäuse werden aus Instrumentenholz gefertigt und haben laut Produktinformation keinen mechanischen Kontakt zum Treiber und dem Ständer. Bei den Seitenteilen hat man die Wahl zwischen Ahorn, Nussbaum und Kirsche
Das 8-Zoll-Chassis von Enviee ist als Breitbänder konzipiert, doch Martin Gateley setzt ihn nur bis sieben Kilohertz ein. Darüber übernimmt ein Bändchen von Raal, das bis 50 Kilohertz arbeiten kann
Die Reflexöffnung der Wave 40, die einen Wirkungsgrad von 93 Dezibel pro Watt und Meter besitzt. Der Frequenzgang soll von 50 Hertz bis 35 Kilohertz gehen. Ein Paar Wave 40 kostet übrigens 18000 Euro
Um die fehlenden tiefen Oktaven zu ergänzen, bietet Soundkaos diesen schmucken Subwoofer an. Der Subwave ist mit einem 12-Zoll-Chassis bestückt
In diesem schönen Holzgehäuse ist die Elektronik für den Subwoofer untergebracht
Die Musik kam bei Soundkaos aus dem Rechner, der mit dreischichtigen Holzkörpern von der Vorstufe entkoppelt wurde. Die handschmeichlerischen Objekte sollen bald ins Programm aufgenommen werden, noch sind es Einzelstücke. Die Vorstufe stammt von Holborne, die LPA-2 befindet sich aber noch im Prototypenstadium
Auch die Endstufe S 270 hat noch keine Serienreife erlangt. Im Raum von Soundkaos klang es aber so gut, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass an der Holborne Hyrid-Verstärker-Kombination klanglich noch etwas geändert werden müsste
Chambre 211
Obwohl die Messe mehr Sinne ansprechen möchte als das Gehör, kommt sie erfreulicherweise ganz ohne Home-Entertainment-Equipment aus. Es ging fast überall um die gute alte Stereowiedergabe. Nur bei Illusonic nicht. Da standen gleich fünf Lautsprecher im Raum – und ich habe mich dennoch getraut hineinzugehen. Und nun muss ich gestehen, dass das Hinzufügen eines Centers- und zweier seitlicher, nur sehr dezent eingesetzter Kanäle den Musikgenuss wirklich intensivieren kann.
Auch wenn dies verdächtig nach Mehrkanal-Wiedergabe aussieht, ging es keinesfalls um Klangspektakel, sondern um die Verfeinerung des Musikerlebnisses. Der Illusonic-Audio-Prozessor kann aber auch bis zu 16(!) Kanäle verwalten und bietet zur möglichen Anpassung an den Raum 80 vollparametrische Equalizer
Christof Faller demonstrierte, wie eine ganz normalen Zweikanal-Aufnahme durch das Hinzufügen eines Center- und zweier seitlicher Kanäle akustisch gewinnen kann
Aus dem normalen Stereosignal generiert der Prozessor ein Klangbild mit mehr räumlicher Tiefe. Die Intensität dieses Effekts ist regelbar
Wie ich finde, vermutet völlig zu Recht Christof Faller, dass die Auslegung auf 16 Kanäle einige Audiophile verschrecken könnte. Eine auf fünf Kanäle reduzierte Variante ist daher in Planung
Die Signale für die drei vorderen Kanäle wurden aller feinstens verstärkt: von einer Dreikanal-Version des Mipa (hier ein Link zu http://www.hifistatement.net/de/tests/item/1041-audio-consulting-mipa-30) von Audio Consulting, dessen Zweikanal-Variante ja schon Jürgen Saile nachhaltig beeindruckte
Chambre 215
Das letzte Zimmer des Rundgangs bildete dann einen schönen Kontrast zur digitalen, mehrkanaligen Welt des vorangehenden. Auch wenn hier zwei Paar Boxen standen, wurde ausschließlich zweikanalig vorgeführt und das schönste: Die Signale kamen entweder von der Platte oder vom Tonband. Im Raum von Swissonor fühlte ich mich gleich zuhause.
Röhrenverstärker und Plattenspieler ganz friedlich neben einem Player und einem Weiss-Wandler: Swissonor hat klare Vorlieben, sieht die Musikwiedergabe aber kein bisschen ideologisch
Glück muss der Mensch haben. Als ich den Raum betrat, lief gerade die Kopie einer Aufnahme einer in einer Kirche rein akustisch spielenden Combo, abgespielt auf einer Stellavox: ein musikalischer Hochgenuss
Urs Frei machten das Vorführen und der Dialog mit dem Publikum sichtlich Freude
Swissonor produziert schon seit geraumer Zeit Teile für die Schopper-Modifikation des Thorens TD 124
Da wäre zum Beispiel der aus nicht magnetischem Eisen gegossene Hauptteller und der Überteller aus einer harten Aluminium-Legierung. Auch die Tonarm-Boards werden für Schopper gefertigt. Es gibt auch Reibräder verschiedener Härtegrade und damit verschiedener Klangeigenschaften
Swissonor modifiziert auch Thorens TD 160 Laufwerke
Hochinteressant ist auch der „Verstärker-Baukasten“, aus dem das obere Gerät entstand: Verschiedene Module lassen sich zum eigenen Wunsch-Verstärker kombinieren. Auch nachträgliche Anpassungen etwa an veränderte Klangvorstellungen werden so möglich
Vorgeführt wurde mit einer AM2 Push-pull Endstufe mit Beam-Power Tetroden 6V6 in Ultralinearschaltung und einer Leistung von 10 Watt pro Kanal
Der Swissonor-Lautsprecher B.A.C.H. 12: die Zahl gibt die Größe des Basschassis an, in dem der Druckkammertreiber für den Mittelhochton-Bereich hängt, die Buchstaben stehen für Bass Adjustable Coplanar Horn. Ein Paar wechselt zum Preis von knapp 10000 Franken den Besitzer
Halte Gastronomique 4
Auf dem Weg zu Ausgang wurde noch einmal etwas ganz Besonderes, diesmal Hochprozentiges geboten.
Die Mischung wurde vor Ort zubereitet: Zum Aromatisieren diente eine rote Flüssigkeit, die aus einreduziertem Wein und Früchten hergestellt wurde, und per Pipette in …
… aus Trauben destillierten, französischen Wodka geträufelt wurde
Dazu gab es ein sehr intensives Fruchtgelee, auf orignellen „Spießchen“ serviert
Schlussbemerkung
Bei der erste Veranstaltung in dieser außergewöhnlichen Form war die Zahl der Aussteller durchaus überschaubar, bedenkt man jedoch die Vorgabe, lediglich schweizer Hersteller für eine Teilnahme zu gewinnen, schon sehr beachtlich. Die Zuschauerzahlen erreichten noch nicht die Werte, die bei etablierten Veranstaltungen üblich sind – wer wollte das bei einer Premiere auch verlangen? Über die Zukunft der Sons & Sens wird schließlich die Zufriedenheit der Aussteller entscheiden. Und da sieht es richtig gut aus: Bei einem kurzen Rundgang etwa vier Stunden vor Schluss monierte lediglich ein Hersteller eine zu geringe Besucherzahl. Die große Mehrheit wusste von sehr interessierten Endverbrauchern und Händlern zu berichten. Auch erste Verkaufe als Reaktion auf die Vorführungen standen in Aussicht. Bleibt also nur, den Veranstaltern Pascale Rey und Jean-Pascal Panchard zu ihrer ersten, rundum gelungenen Sons & Sens zu gratulieren. Von mir aus gern: Bis nächstes Jahr im Herbst in Montreux! Die Organisatoren der Sons & Sens: Pascale Rey und Jean-Pascale Panchard
Die Audio Group Denmark, unter deren Dach die Firmen Ansuz, Aavik, Børresen und Axxess vereint sind, hatte kürzlich internationale Vertriebe, Händler und Journalisten unter dem obigen Motto nach Aalborg eingeladen, um dort im Musikkens Hus das Topmodell unter den Endstufen, die M-880, und den Flaggschiff-Lautsprecher M8 Gold Signature vorzustellen. Am frühen Nachmittag betraten Lars Kristensen und Michael Børresen die Bühne des unteren Konzertsaales, der bei voller Bestuhlung rund 250 Zuhörern Platz bietet. In der Mitte…
Artikel über Hifi-Läden finden sich in hifistatement.net nur ausgesprochen selten, und gar nicht, wenn in ihrem Namen „Home Entertainment“ auftaucht. Aber für die Vielzahl der Studios im insgesamt 1780 Quadratmeter großen Gebäude mache ich gern eine Ausnahme. Ja auch, weil eines davon sehr viel mit meiner eigenen Hifi-Geschichte zu tun hat. Der HEC Store heißt mit vollem Namen „Home Entertainment Concept Store“ und war seit mehr als 15 Jahren in München beheimatet. Ende des Jahres…
Zum zweiten Mal finden die Norddeutschen HiFi-Tage im Le Méridien statt. Zentral gelegen, leicht zu erreichen und mit modernen Räumlichkeiten ausgestattet, erweist sich das Hotel abermals als sehr angenehmer Austragungsort für die HiFi-Tage. Auch das zweite Jahr in Folge am gleichen Ort ließ bei mir keine Langeweile aufkommen. Dieses Jahr hat mir das Gleichgewicht aus preisgünstigen und High-End-Systemen sehr gut gefallen. Viele der Aussteller haben sich Mühe gegeben, Abwechslung zu bieten und andere Konfigurationen, Marken…
06.02.2026
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