HIGH END 2018: Messerundgang mit Finn Corvin Gallowsky – Teil 2

23.05.2018 // Finn Corvin Gallowsky

Inspiriert vom akustischen Livesound nationaler und internationaler Jazzformationen hat Markus Höffner angefangen, Lautsprecher nach seinen Vorstellungen zu entwickeln, die genau das abbilden, was er in Jazz Clubs lieben gelernt hat. Die gesammelten Erfahrungen konzentrieren sich in seinem H1, einem geschlossenen Dreiwege-Lautsprecher mit eigenständiger Formsprache, makelloser Verarbeitung und müheloser Authentizität. Mit der Produktion der Gehäuse ist die Firma Hasenkopf beauftragt. Zur Verwendung kommt Corian, ein sogenannter Acrylstein, und ein weiterer von Acryl zusammengehaltener Mineralwerkstoff aus Hasenkopfs Eigenentwicklung. In diese speziellen Werkstoffe werden die Chassis von Höffner in fugenloser Perfektion eingepasst. Ebenso wie die Chassis sind auch die Mundorf-Bauteile, mit denen die Frequenzweichen bestückt werden, paarweise ausgesucht. Im mit viel Hingabe betreutem Hörraum spielen die H1 mit dem Einstein The Amp Ultimate und einem Naim CD 5i unbeschwert und leichtfüßig, allerdings gleichzeitig sehr nach- und eindrücklich. Insbesondere die stabile Lokalisierbarkeit der Musiker auf der virtuellen Bühne ist außergewöhnlich und eines meiner persönlichen High-End-Highlights. Leider gibt es aktuell keinen firmeneigenen Hörraum, in dem die H1 genossen werden können. Bei Interesse kann ich Ihnen empfehlen, auf den nächsten Messen Ausschau zu halten. Ein persönlicher Kontakt zu Markus Höffner ist ebenfalls denkbar, um sich von Qualität und Einfallsreichtum dieser noch eher jungen, in Aachen produzierenden Lautsprechermanufaktur zu überzeugen.

 

Im Ausstellungsraum von Lindemann bleibe ich hängen, da mir die neue Produktreihe Limetree angenehm auffällt. Kompakte Gehäuseformen, schlichtes Design, gute Ideen und überzeugende Performance für moderate Preise. Obwohl ich kein großer Silberfan bin, habe ich mich ein bisschen in die mit Lindenblättern verzierten Gehäuse verguckt. Der DSD-basierte Digital/Analog-Wandler musicbook in der Vorführungsanlage wird von der Limetree Netzwerk-Bridge mit Daten versorgt. Die Bridge ist roon-ready, beherrscht die Datenweitergabe von UpnP/DLNA Server, USB-Stick, Festplatte und verschiedenen Streamingdiensten und wird für 595 Euro erhältlich sein. Die Komplettlösung mit integriertem DAC, Kopfhörer- und Line-Ausgang liegt bei 795 Euro und kommt voraussichtlich zwischen August und September auf den Markt. Den Limetree-DAC gibt es auch einzeln als USB-Version. Er hat von den großen musicbook-Modellen gelernt und resampelt wahlweise in Doppel-DSD oder gibt PCM nativ wieder, wird 595 Euro kosten, soll im Herbst erscheinen und setzt auf einen AK4493-Wandler-Chip. Abgerundet wird die Serie durch einen Phonoverstärker mit getrenntem MM- und einem zwischen 100 und 800 Ohm impedanzvariablem MC-Eingang zu 595 Euro. Zu guter Letzt findet sich im Lindenwald noch ein Kopfhörerverstärker. Genau wie der Phono Amp soll er ab sofort lieferbar sein und kostet 595 Euro. Für die analoge Lautstärkeregelung wird auf einen MUSES 72320 gesetzt, das dazugehörige Poti wird über einen handschmeichelnden Holzknopf bedient. Mit seinen drei analogen Ein- und einem analogen Line-Ausgang ist der Kopfhörerverstärker zusätzlich als Preamp an anderen Komponenten nutzbar. Die frontseitige 3,5-Millimeter Klinkenbuche kann über kleine Schieberegler an der Unterseite an verschiedene Kopfhörerimpedanzen angepasst werden. Die gesamte Serie ist einfach aufgebaut aber sehr durchdacht und bleibt mir bis zum Ende der Messe im Gedächtnis.

 

Bevor ich den Raum von Lindemann mit einem bleibenden guten Eindruck verlasse, schneit noch schnell ein Zeitgenosse rein, der nach eigener Aussage den besten Digital/Analog-Wandler der Welt in der Hinterhand hat. Unbeirrt drückt er dem leicht irritierten Lindemann-Spezialisten eine Visitenkarte in die Hand, fordert die seines Gegenübers ein und verschwindet noch schneller als er aufgetaucht ist. Schließlich muss er noch etwa 499 verbleibenden Herstellern einen Besuch abstatten. Schmunzelnd beschließe ich für heute gut sein zu lassen, denn auch ich habe eine Menge Hersteller besucht. Das MOC schließt ohnehin in wenigen Minuten die Tore und für den nächsten Tag steht die CanJam auf meiner To-do-Liste. Seien sie gespannt, auf die CanJam und natürlich den besten D/A-Wandler der Welt.


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