HIGH END 2022: Messerundgang mit Wolfgang Kemper – Teil 2

30.05.2022 // Wolfgang Kemper

Heute steht zuerst ein Ausflug auf die Hifideluxe an, danach berichte ich über meine Highlights in der Halle 4 der HIGH END. Dort konnte man die ganze Bandbreite unserer Branche erleben, von audiophil grenzwertig, dafür aber optisch ein Hingucker, bis zu kostspieligem Nobelhifi. Und Dirk Sommer beschreibt den neuen Plattenspieler von Wilson Benesch.

An meinen ersten Bericht über das Atrium 4.2 auf der HIGH END schließt sich die Hifideluxe im Schwabinger Marriott Hotel nahtlos an: Bis auf wenige Ausnahmen können Leute mit kleinem Portemonnaie eigentlich gleich weg bleiben, bestünde nicht das Interesse, solche Rolls Royce, Aston Martin und Bugattis der Audioszene einmal zu erleben. Hierzu bietet die Hifideluxe Gelegenheit und auch sehr gute akustische Bedingungen. Die meisten Präsentationen fanden, leicht zu finden, in den Studios und Salons im der ersten Ebene statt. Für die Vorführungen in den Hotelzimmern der Etagen 1, 2, 3, 5 und 7, wo jedoch jeweils nur wenige, maximal vier Ausstellungsräume anzutreffen waren, durfte man etliche Meter durch die stark gedämmte Flure des Hotels laufen, immer mit einem leichten Gefühl von Einsamkeit und der Unsicherheit, ob man hier wohl richtig sei. Umso überraschter war ich stets, wenn ich die Ausstellungsräume betrat. Anders als auf den Fluren waren hier doch etliche Hifi-Fans anzutreffen. Ich habe beinahe alle Vorführungen besucht und so gingen vier Stunden schnell um. Begonnen habe ich bei FM Acoustics, wo es, und das bin ich von dieser Nobelmarke aus Zürich nicht anders gewohnt, in dem großen Raum sehr gut klang. Manuel Huber kreiert einfach hervorragende Komponenten, die klanglich und auch von ihrer Ausstattung etwas Besonderes, ja einzigartig sind. Das Stereopaar Lautsprecher wurde durch neue Subwoofer unter ihnen, sozusagen als Sockel, erweitert. Erstaunlich, wie klein die FM-Acoustics Class-AB Mono-Endstufe FM 108 mit ihren 100 Watt ist, die den mächtigen, aber impedanzstabilen Achtzehnzöller im Subwoofer antrieb. Die Ankopplungsfrequenz von 50 Hertz wurde in der aktiven Weiche – auf dem Foto neben der FM 108 – generiert. Die Musik spielte mal von einem Plattenspieler von Vertere Acoustics, mal von einem Transrotor.

 

Der nächste Besuch galt der Präsentation der beiden ungarischen Marken Poporiacoustics und 72 audio. Zu hören waren die Popori Elektrostaten WR1. Als Hochtöner arbeiten in ihnen drei Bändchen, die seitlich im Rahmen übereinander eingelassen sind. Wer mag, kann die Bändchen durch ein elektrostatisches Hochtonelement mit sehr leichter Membran zur XR1 ausbauen. Das Paar WR1 kostet 43.120 Euro. Spannend fand ich die kleinen Audio-Komponenten von 72audio. Als Tonquelle diente ein restaurierter Dual mit Reibradantrieb und dem 72audio 12-Zoll-Tonarm für 3600 Euro. Das MC-System erhielt seine Verstärkung durch einen Step-Up für 1600 Euro und eine Phono Stage für 2600 Euro. Der AMP mit 30 Watt je Kanal kostet 3600 Euro. Leider noch ein Prototyp war der passive Lautstärkesteller mit Eingangswahlschalter von 72audio. Der Pegel wird hier über Autotransformer geregelt, eine ungewöhnliche Lösung, die neugierig macht. Der nachfolgende Verstärker muss eine Eingangsimpedanz von mindestens 50 Kiloohm aufweisen.

 

Acapella Audio Arts war mein nächstes Ziel, und lieber Leser oder liebe Leserin, für mein Empfinden war die Vorführung der neuen 2,47 Meter hohen Hyperion am Acapella Verstärker das Beste in den vier Tagen, was ich an Lautsprechern erleben konnte. Man muss berücksichtigen, dass dieser Raum mindestens 15 wenn nicht über 20 Meter tief war und somit Bedingungen herrschten, die es woanders nicht gab. Auch einigen Lautsprechern auf der HIGH END traue ich noch besseren Klang zu, wenn die Umgebung stimmt. Dennoch, das hier war toll. Nie habe ich „Children of Sanchez“ mit solch intensiver Dynamik bei den Bläsern, solcher Lebhaftigkeit bei Stimme und Gitarre und soviel Transparenz und Wucht im Bass gehört. Auf meine Frage an Richard Rudolph, wie groß der Ballsaal zuhause denn sein müsse, um die Hyperion so zu erleben, verriet er mir, dass er diesen Lautsprecher auf eine Raumgröße ab 30 Quadratmeter abgestimmt habe. Man müsse sie dann nur mehr zueinander gerichtet abstrahlen lassen. Der Acapella-Vollverstärker-Prototyp arbeitet in seiner Endstufe mit KT-88, denen jedoch ein Transistor-Booster nachgeschaltet ist, um die benötigte Leistung zu generieren.

 

Nächster Halt: Audio Note. Hier empfing mich fetzige Musik mit anständig Pegel und an den zentralen Tisch mit der für die Musik aufgebauten Elektronik von Audionote war kein Herankommen. Erst einige Minuten später konnte ich Audio Notes Neuheiten fotografieren. Es handelte sich um Vorserienmodelle des neuen CD-Players und eines dazu passenden D/A-Wandlers mit externer Stromversorgung. Der Ladder-DAC arbeitet mit CD-Auflösung und rechnet über S/PDIF zugeführte Highres-Dateien auf 16 /44,1 runter. Eine Röhrenausgangsstufe sorgt für die Musikalität, die die gesamte Anlage unter Beweis stellte. Die Audio-Note-Zwei-Wege-Lautsprecher mit Feldspulen-Antrieb für beide Chassis feierten hier ihre Premiere. Man hatte sich etwas besonderes einfallen lassen. Kein geringerer als der Cellist Vincent Bélanger demonstrierte, was die Audio Note-Anlage kann. Zuerst musizierte er solo auf seinem Cello. Ich saß zwei Meter vor ihm auf dem besten Platz, weil ich knapp fünfzehn Minuten auf dieses Event gewartet hatte und freute mich über diesen Genuss. Dann startete Vincent Bélanger eine Eigenkomposition über Audio Note, aus linkem und rechtem Lautsprecher hörte man Cello. Er begann dazu zu spielen, und es war erstaunlich, wie harmonisch Reproduktion und Live miteinander verschmolzen. Für mich war dies eine gelungene Demonstration für die Wirklichkeitsnähe dieser Audio-Note-Anlage.

 

Danach besuchte ich Thomas Kühn und sein Audioplan. Seine Kontrast VI führte er erwartungsgemäß mit Jadis Komponenten vor. Als Verstärker war ein Jadis JA30/KT170 im Einsatz, der mit diesen Leistungsröhren 50 Watt je Kanal leistet und so ein geeigneter Mitspieler für die Kontrast mit ihren 85 Dezibel Wirkungsgrad ist, die in ihrer Urversion in den 80er Jahren entstand. Eine derartige Produktkonstanz und Produktpflege ist selten und zeugt von einem bereits damals musikalisch stimmigem Konzept. Völlig unspektakulär mit großer Bühne und gleichzeitig mit angenehmem wie detailliertem Klangbild konnte der Zuhörer hier die Musik genießen. Daran beteiligt waren auch die neuen Kabel der Audioplan Ultimate-Linie. Faraday taufte Thomas Kühn die handgefertigten LS-Kabel. Ebenso von Hand entstehen die Ampére-Stromkabel und die Maxwell-Signalleitungen in Cinch oder XLR. Ihre Farben sind rot, blau und schwarz. Jadis hatte rechtzeitig zur Show seinen mit 300B Röhren bestückten Vollverstärker fertiggestellt, der 2 x 10 Watt liefert.

 

Bei Ubiqaudiolab traf ich die von mir vor Jahren getestete Lautprecherbox UbiqAudio One wieder, allerdings nur als Reminiszenz, denn inzwischen hat sich die Firma aus Ljubljana als Ubiqaudiolab neu formiert und fertigt leider nur teuerstes HIGH END, das jedoch ungemein bestach. Ach, hätte ich doch mehr Geld und einen entsprechenden Hörraum! Hier sind die Optik und die Verarbeitung für mein Empfinden grandios.

 

J-M-F Audio aus Frankreich hatte drei Neuheiten zu bieten. Die neue Phonostufe PHS 7.3 war im Einsatz, die PHS 7.2 mit nur zwei statt drei Eingängen konnte ich rückseitig fotografieren. Der Power-Conditioner PCD 102 hat bei zwei unabhängigen Filterstufen sechs Ausgänge. Weitere J-M-F Komponenten waren gegenüber ihren Vorgängern modellgepflegt.

 

An der Kroma Turandot kam die Musik von einer Technics Bandmaschine, die das Rohsignal an das RMD-Tape-Preamp-Duo weitergab. Wadax und The Gryphon waren auch mit im Spiel. Das Rack kam von Artesania Audio. In der anderen Anlage konnte man die Kroma Mimi und Kroma Thäis Extreme kennen lernen.

 

Im Foyer hatte Live Act Audio einen Stand aufgebaut und zeigte unter anderem dieses originelle Lautsprecherset mit externer Weiche von Guerilla Audio für 950 Euro mit der Option zur Individualisierung in vielen Details. Kein Kitsch, sondern hörenswert. In einem Hotelzimmer im fünften Stock wurde vorgeführt.

 

Bei Omega Audio Concept aus Treviso gefiel mir dieses Dreier-Set für 32.000 Euro:

 

Total Dac zeigte seine bekannte Qualität. Die neuen Lautsprecher d100 bekommt man zu einem Paarpreis von 15.000 Euro oder mehr bei individuellen optischen Wünschen.

 

Dieter Mallach imponierte wieder einmal in einem normalen Hotelzimmer mit seinen bekannten Lautsprechern und Röhrenverstärkern. Im Zimmer nebenan durfte man seinen neuen, gigantischen Kopfhörerverstärker Head Amp Five mit unterschiedlichsten hochkarätigen Kopfhörern ausprobieren. Eine seiner Fähigkeiten ist die variable Einstellung der Vorspannung für elektrostatische Kopfhörer, die sich sogar innerhalb eines Markenportfolios unterscheiden kann. Gewicht: 24 Kilogramm.

 

Die Geräte des Elektronik-Hersteller ATM Audio aus dem spanischen Valencia werden aus massivem Aluminium gefertigt, und kurze Signalwege sind Konzept.

 

Analog Domain Audio aus Taufkirchen zeigte den D/A-Wandler DAC1V und den Verstärker M750 an den eigenen Lautprechern Aura.

 

Die Eisenguss-Skulpturen von Jern machten ganz schön Pegel. Das rote Paar mit Subwoofer im Sockel des passenden Ständers kostet komplett knapp 4.000 Euro.

 

Ich mag diesen Lautsprecher aus Ungarn sehr, der leider noch keinen Vertrieb in Deutschland hat. Bereits vor drei Jahren habe ich die Bayz Audio hier gehört. Sie strahlen rundum ab. Die zwei sichtbaren Chassis arbeiten jeweils auf die Röhren, die rückseitig Bassreflex-Öffnungen besitzen, genau gesagt sind es also zwei Gehäuse. Das schwarze Element zwischen den beiden Tiefmittelton-Treibern ist der patentierte Hochtöner von Firmenchef Zoltán Bay. Je nach Material der Röhren kosten die Courante 2.0 ab 37.000 Euro pro Paar. Bei der Klangqualität wäre es schade, wenn man sie hierzulande nirgends hören und kaufen könnte.

 

von Seawave Acoustic aus Seoul wurden die große AM 34 und die kleine rote AM 23 vorgeführt. Die blaue Aletheia II war nur zu besichtigen. Tolle Verarbeitung und toller Klang – ein Importeur ist in Sicht.

 

Im Hörraum 118 dieser Hifideluxe erlebte ich eine echte Überraschung: Trotz widriger akustischer Umstände – das Hotel hatte den Teppich entfernt, so dass der Raum beim Händeklatschen ein Echo erzeugte – tönte die große und leider 220.000 Euro teure ProjectENA aus Griechenland fantastisch. Auch die Leute des griechischen Digital-Spezialisten Ideonaudio, mit denen ich mich danach auf der HIGH END traf, waren von diesem ProjectENA-Prototypen angetan. Ob er jemals in Serie geht, bleibt fraglich. Schön wär´s und verdient hätte es sein Entwickler Ilias Mavroeidakos.

 

Zurück auf der HIGH END treffe ich in Halle vier zuerst auf den Gemeinschaftsstand von Børresen, Aavik und Ansuz als Audio Group Denmark. Da sind wir gleich wieder im Nobel-Segment. Die Produkte der drei Marken, Sie kennen vieles aus Testberichten bei Hifistatement, sind enorm gut aber auch knackig teuer. Gleich am Eingang eines der Vorführräume sah man ein Sortiment Sparkz Untersetzer, die je nach Aufwand und Preis ihre musikalische Wirkung zeigen. Die kleinen Børresen 01 wurden vom neuen Vor- und Endverstärker der neuen 880-Linie angetrieben. Lars Kristensen, der dieses Setup vorführte, zeigte mir den neuen Chassis-Korb aus Zirkonium, entstanden per 3D-Drucker, Kostenpunkt je Stück etwa 3000 Euro. Im zweiten Raum musizierte die
Børresen Standbox. Der neue Integrierte Vollverstärker I-880 war vor den Räumen zu bestaunen. Michael Børresen zeigte mir die neue Membran aus schachbrettartig verlegten 2-lagigen Karbonstreifen, was eine ausgezeichneter Steifigkeit bewirken soll. Neben dem kürzlich verliehenen Statement in High Fidelity-Award sieht man den eisenlosen Antrieb des Chassis mit seinem Silberring zwischen den Neodymium-52-Magnetringen.

 

Gegenüber war der Stand von laudiodinamica aus Turin. Hier zeigt Entwickler Gianluca Sperti sein durchdachtes Sortiment würfelförmiger Geräte, zum Teil mit JFETs aufgebaut. Die sieben Würfel auf dem Foto sind jeweils außen zwei BeCube Mono mit je 130 Watt an acht Ohm, daneben links BeCube Power mit drei separaten DC-Stromversorgungen für BeCube DAC (nicht im Bild), BeCube Line und BeCube Phono. Zu sehen sind weiterhin BeCube Headphone und The Sut, ein Step Up Transformer, den es in mehreren Ausführungen in Sachen Impedanz gibt.

 


Die Röhrengeräte von Tsakiridis Device sind bei uns über Audioplan zu bekommen. Im Fokus stand der Vollverstärker Reference mit im Design-Sockel integrierten Ausgangstrafos, vier KT 170 und vier ECC 81, Bluetooth, XLR und Cinch für 18.000 Euro sowie der neue Kopfhörer-Verstärker Erato mit EL84 zum Preis von 1162 Euro

 

Bei M2Tech, die in Deutschland aus wettbewerbsrechtlichen Gründen unter dem Namen des Firmeninhabers und Chefentwicklers Manunta bei Audionext zu haben sind, gab es einiges Neues. Bekannt ist die Rockstars-Serie, die komplett zu sehen war. Die vier neuen Modelle der EVO-linie gibt es nur direkt bei Audionext, nicht im Fachhandel. Es gibt den Evo Dac3, den Konverter Evo DDC3, den Evo Phono3 und den Evo Supply3 mit fünf Ausgängen und wählberer DC-Spannung von 5, 9, 12 oder 15 Volt. Vielversprechend wirkt die neue Class-A-Mono-Endstufe Larson von Marco Manunta.

 

Audio Analogue mit seinen musikalischen Bolliden ist auf der Suche nach einem Vertrieb in Deutschland.

 

Die imposanten Verstärker von Riviera Audio Laboratories teils Röhre, teils Transistor, teils Hybrid, ebenfalls aus Italien, sind eine Augenweide und haben einen Importeur im deutschsprachigen Raum in Österreich: hifi-welt.at

 

Ganz gelassen präsentierte HEM aus Polen seine drei Ferrum Geräte, denn das Geschäft läuft ausgezeichnet, wie mir Firmenchef Marcin Hamerla verriet. Er kündigte mir eine neue Hifi-Komponente an, über die ich aber noch nicht berichten darf, auch den Namen soll ich nicht verraten. Dafür zeigte er mir dieses Bord namens Serce – Aussprache ser-tsuh, was auf polnisch Herz bedeutet – das er künftig als OEM anderen Firmen zur Verfügung stellt. Serce ist laut HEM das erste modulare digitale Audio System und benötige keine weiteren ICs. Die drei aktuellen Ferrum Modelle kennen Sie ja aus den Tests bei uns. Über Kopfhörer durften sich Interessierte von der Klangqualität überzeugen.

 

Beyond Audio, Hifi Rose, in Deutschland im Vertrieb von AudioNext machte schon im Foyer auf sich aufmerksam. Originell ist die Bedienung des integrierten Verstärkers RA180, der symmetrische wie auch Cinch-Eingänge bietet und eine MC/MM-Phonostufe mit variabler Entzerrung mitbringt. Er bietet vier (!) mal 200 Watt Ausgangsleistung an acht Ohm, ist also bestens für Bi-Amping oder zwei Paar Lautsprecher geeignet. Gebrückt liefert er 400 Watt. Technisch handelt es sich um ein Class-AD Konzept mit modernen GaN-FETs. Bei uns schon bekannt sind die Streaming-DACs, hier der RS150B, dem man auch das Gesicht eines Tuners oder Leistungsverstärkers geben kann.

 

Mytek hat seinen Liberty DAC aktualisiert. Er heißt nun Liberty DAC II. Gleiches gilt für die Brookyn Bridge. Neu ist das Paar GaN-FET-Mono-Endstufen Empire mit je 1000 Watt an vier Ohm und 500 bei acht an den Wilson Audio Lautsprechern.

 

Acoustical Systems hatte zwei neue Tonabnehmer zu bieten, beide mit einem Timet-Titan-Gehäuse. Der Unterschied liegt in der Ausgangsspannung und damit der Masse des bewegten Elements. Nicht live aber in einer Videoanimation stellte AS einen neuen Plattenspieler vor. Für verwöhnte Liebhaber exzellenter Tonarme dürfte der neue Axiom Titan Grande Complication verlockend sein.

 

Der neue Hegel Vorverstärker P30A kostet knapp 8.000 Euro, die passende Endstufe H30A 18.000 Euro.

 

Drei neue Racks finden sich bei Quadraspire: Das SVTL, das breite SV3T und das Topmodell Signature.

 

Canor aus Italien hat sich in Deutschland beliebt gemacht und zeigte Einblick in die Geräte.

 

Purist AMI-Hifi präsentierte den großen Statement Musikserver/Stramer/CD-Player, das Topmodell einer großen Palette. Auffällig war das Vollaluminium-Gehäuse der Standbox, gefräst und gepresst aus einem Stück. Die eingebauten Chassis werden von vorn und hinten in dem Gehäuse verschraubt und verspannt.

 

Den I/50 Vollverstärker von Audio Research kann man farblich wunschgemäß anpassen.

 

Jan Sieveking modellte mit dem neuen geschlossenen Magnetostaten von Hifiman HE-R10P für 5500 Euro. Sein Wirkungsgrad 100 Dezibel, sein Gewicht 480 Gramm, sein Frequenzbereich 10 Hertz bis 60 Kilohertz, Impedanz 30 Ohm.

 

Mal was anderes: Auf einem der zwei Stände von Once herrschte sympathische Gelassenheit, und Musik ertönte aus diesem Objekt – sehr angenehm. Der zweite Stand im Nachbargang war voller Besucher.

 

Die musikalisch anspruchsvollste und sensibelste Vorführung und für mich auch die einzige, die mich wirklich berührte, erlebte ich bei Soundastic. An in Europa nicht zu bekommenden Lautsprechern aus den USA zeigte Wojciech Mazurkiewicz, Toningenieur und von Soundastic für diese Präsentation angeheuert, mit den neuen Reference Endstufen worum es wirklich geht. Die Stereo-Endstufen mit 2 x 140 Watt an
acht Ohm und XLR- wie Cinch-Eingängen kosten 6.000 Euro. Sie spielten hier zu zweit im gebrückten Modus. Nur ein Beispiel aus dem attraktiven Programm: Gavin Bryars´ Album Jesus' Blood Never Failed Me Yet, Titel 1 und Titel 5.

 

Boulder fügte seinem Portfolio den DAC-Vorverstärker hinzu. Hinter der abnehmbaren Blende finden sich drei Kopfhöreranschlüsse. Er kostet 8.850 Euro und bietet digitale und symmetrische Anschlüsse.

 

Weil die Tresor-artig verarbeiten Geräte von Soulnote aus Japan auch musikalisch überzeugen, erhielten die Vorstufe aktuell den Statement in High Fidelity-Award. Der wurde am ersten Messetag abends in festlichem Rahmen übergeben und ist auf den Fotos zu sehen. Folgende Gerät machen hier Musik: SACD-Spieler S-3 ver.2 oben links, Z-3 Netzwerk-Bridge, X-3 10 MHz Clock-Generator, D-3 D/A-Wandler, P-3 Vorverstärker und zwei M-3 Mononoblöcke. Schallwandler: Fink Team BORG

 

Ein Hersteller mit einzigartigem technischen Design ist Lampizator. Ich konnte kürzlich zwei Geräte dieser polnischen Marke in meinem privaten Umfeld erleben und freue mich auf weitere in den nächsten Wochen. Das einzigartige Röhren-Konzept von Lukasz Fikus gipfelt im neuen Horizon für über 50.000 Euro und beginnt beim Amber 4 ab 3500 Euro.

 

Wilson Benesch, eine Begegnung von Dirk Sommer: Auf den ersten Blick unterscheidet sich Wilson Beneschs auf der diesjährigen Messe gezeigte GMT-System® nicht von dem im Jahr 2019 vorgestellten. Firmenchef Craig Milnes berichtete aber, dass fast alle modularen Komponenten in der Zwischenzeit neu- oder weiterentwickelt worden seien: Ein neuartiger und radikal anderer Direktantrieb namens OMEGA Drive System agiere nun so präzise, dass die Sheffield Hallam University derzeit ein neues hochpräzisen Messverfahren entwickle um festzustellen, wie genau der Motor arbeitet, da er mit herkömmlichen Messverfahren nicht zu messen ist. Das LeVeL Isolation System wurde in Zusammenarbeit mit einem führenden Unternehmen für die Isolation optischer Messsysteme entwickelt. Dieses System bietet ein mikroprozessorgesteuertes pneumatisches System, das das GMT-System® von Vibrationen isoliert. Es ist völlig autonom und arbeitet mit mikroskopischer Präzision innerhalb von Millisekunden und bietet eine Isolierung bis zu 1,7 Hz vertikal und 7,5 Hz horizontal.

Das Piezo VTA System ermöglich die weltweit erste fernbedienbare Einstellung des VTAs. Es ist vollständig vom Hörplatz aus per App steuerbar und ermöglicht eine beispiellose Genauigkeit mit einer Einstellung innerhalb von 2,5 Mikrometern. Drei neue Tonarme werden für das GMT-System® erhältlich sein. Der Referenztonarm Graviton® verfügt über ein hochmoduliges, geometrisch optimiertes einteiliges Kohlefaserrohr. Wilson Benesch erhebt den Anspruch, dass der Graviton® der am stärksten gedämpfte und steifste Tonarm mit geringer bis mittlerer Masse sei, der jemals hergestellt wurde. Neben dem Graviton® werde ein Tonarm mit mittlerer Masse und ein Tonarm mit geringer Masse entwickelt. Alle drei Tonarmbaugruppen seien komplett mit Headshell- und Gegengewichtskomponenten ausgestattet, die mit modernsten Fertigungstechnologien additiv hergestellt würden. Es würden sowohl 3D-gedruckte Kohlefaser-Polymer-Komponenten als auch gesinterte, gewachsene Titankomponenten realisiert, die optimierte geometrische Formen aus der Luft- und Raumfahrttechnik aufwiesen und damit einen neuen Maßstab in Bezug auf die Leistung in der Branche setzten. Das GMT-System wird voraussichtlich im ersten Quartal 2023 lieferbar sein. Preise wurden noch nicht genannt.

 

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