CanJam 2018: Messerundgang mit Finn Corvin Gallowsky – Teil 2

30.05.2018 // Finn Corvin Gallowsky

Heute folgt der zweite und letzte Teil meines CanJam-Berichts, unter anderem mit Neuigkeiten von Astell&Kern, FiiO und Vision Ears und einem außergewöhnlichen Kopfhörerverstärker. Wie bereits angekündigt mache ich diesmal ein paar Abstecher zur High End. Ohne große Umschweife stürze ich mich direkt wieder ins Geschehen und wünsche viel Lesespaß!

Die deutsche Firma InEar stellt sowohl angepasste als auch universelle In-Ears her – Überraschung. Am Stand auf der CanJam höre ich den StageDriver 5, der wie der Name schon sagt für die Bühne zugeschnitten und mir klanglich zu verfärbt ist. Interessant ist die Holzausführung dennoch, man hat den Eindruck einen etwas weicheren Klang als mit der Acrylausführung (949 Euro) geboten zu bekommen. Der ProPhile 8 mit seinen acht Treibern auf vier Wegen hingegen sagt mir deutlich mehr zu. Über zwei Schalter kann wahlweise der Tiefton um drei und der Hochton ab 8 Kilohertz um zwei Dezibel angehoben werden. Die Einstellung mit angehobenem Hochton gefällt mir ausgesprochen gut. Gemeinsam mit dem besten Sitz, den ich bei nicht angepassten In-Ears jemals genießen durfte, ist er wohl einer der Besten zurzeit erhältlichen universellen In-Ears. Für kleine Ohren gibt es sogar eine extra kleine Ausführung. Egal für welche Größe man sich entscheidet, man sollte 1.359 Euro in der Hinterhand haben.

1More bietet Hybridtreiber im unteren Preissegment, die Modelle sind für meinen Geschmack allerdings überwiegend zu basslastig.

Dita hat es sich zum erklärten Ziel gemacht die besten elektrodynamischen In-Ears der Welt zu bauen. Mit den gehörten Fealty und Fidelity Modellen kommen sie diesem Wunsch tatsächlich sehr nah. Vor allem haben sie den Treibern den oft anzutreffenden viel zu extremen Bass abgewöhnt, was sie zu sehr ernsten Konkurrenten von BA-Treibern macht. Schlau gelöst ist die Konnektivität: der mittels Drehgewinde befestigte Klinkenstecker kann einfach ausgetauscht werden. Somit hat man eine 2,5er, 3,5er und 4,4er Klinke an einem einzigen Kabel zur Verfügung.

Am Messestand von digital highend lausche ich für eine Weile dem Mr. Speakers Ether Flow, einem Magnetostaten für 1.999 Euro, der mit seiner gut gezeichneten Bühne, trockenen Tiefen und klaren Höhen überzeugt.

 

An Hörgeräte Seiferts Messetand sind CIEMs vom amerikanischen Hersteller Ultimate Ears und Vision Ears aus Köln zu hören. Ultimate Ears Gründer Jerry Harvey gilt als einer der wichtigsten Wegbereiter von In-Ear-Monitoren. Inzwischen hat er Ultimate Ears verlassen und verkauft neue Entwicklungen unter dem Markennamen JH Audio, dessen deutscher Vertriebspartner Headphone Company auch auf der CanJam vertreten ist. Ironischerweise ist JH Audio einer der wenigen Hersteller, die ich aufgrund von Zeitmangel nicht besucht habe. Aber zurück zu Ultimate Ears: mein erklärter UE-Lieblingshörer ist der Reference Remastered (etwa 1.200 Euro). Er klingt für mich von allen UE-Hörern am authentischsten. Immer wieder vermittelt er das Gefühl, dass einfach alles so klingt wie es sein soll und zeigt mit seinen drei Wegen, dass toller In-Ear-Sound nicht unbedingt viele Treiber benötigt. Der mit sechs Treibern auf vier Wegen ausgestattete UE-18+ Pro (um die 1.800 Euro) beispielsweise liefert zwar mehr Punch und Hochtonpräsenz, erreicht allerdings zu keinem Moment die Ausgewogenheit des Reference Remastered.


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