Norddeutsche Hifi-Tage 2025

06.02.2025 // Wolfgang Kemper, Finn Corvin Gallowsky (Fotos)

Auch was bei ATR mit der Kombination von Mytek-Digital-Elekronik und dem aktiven ATC ASM19a zu hören war, bereitete Vergnügen. Hier führte man bei leisen Pegeln Musikstücke mit Gesang und natürlichen Instrumenten vor – sehr erbaulich! Robert Ross, der Vertrieb von Keces, kooperierte mit Ascendo und Pear Audio Analogue und zeigte einen neuen Keces-Vorverstärker. Besonders interessant fand ich den ODAR Plattenspieler, zu dessen Lieferumfang auch eine Basis gehört, auf der eine Tonarmbasis zusätzlich zur direkt am Laufwerk montierten Armbasis frei aufgestellt werden kann. Der Masseschwerpunkt des ODAR liegt sehr tief. Details zu dem Spieler erfuhr ich von seinem Entwickler Peter Mezek persönlich.

 

Im Erdgeschoss befanden sich drei große Vorführräume, in denen ich Sonntag früh in aller Ruhe Musik genießen konnte. Da zeigte Dantax seine beiden Lautsprechermarken Raidho und Scansonic. Ich erlebte die Vorführung der brandneuen kleinen Scansonic M15.2 für 1.500 Euro, einer Kompaktbox mit rückseitigem Tieftöner. Auch die beiden größeren Scansonic Modelle M20.2 für 2.600 Euro und M30.2 für 3.400 Euro gab es zu bestaunen. Ab April sollen sie in schwarz und weiß lieferbar sein. Die Elektronik kam vom kanadischen Hersteller Moon. Eindrucksvoll empfand ich die Präsentation bei Auer Acoustics: Wie schon auf der Wiener Finest Audio Show hatte man den großen Raum komplett akustisch gestaltet. Ein großer Aufwand, der dem Besucher das gewollte Hörerlebnis vermittelt. Mir sagte der Klang der Versura 4 aus Panzerholz sehr zu, einem Dreieinhalb-Wege-Konzept mit seitlichem 12-Zoll-Subwoofer. Wie auch in mehreren anderen Vorführungen sorgte hier ein Stromtank für eine saubere Stromzufuhr. Ich genoss spanische Folklore mit temperamentvollem Männergesang. Beim folgenden Jazz-Titel spielten Hammond Orgel und Saxophon plastisch im Raum, und Fußwippen war nicht zu verhindern. Ebenso wie bei Auer Acoustics führte man auch die Geräte der Audio Group Denmark in angenehmer Lautstärke vor. Im etwa 100 Quadratmeter großen Vorführraum durfte ich mich bei einer hervorragend klar, warm und feindynamischen Frauenstimme, begleitet von Piano und Schlagzeug, entspannen. Am Sonntagmittag war ich dort allein. Das erste Foto zeigt das Publikum am Samstag. Da spielte man die Musik auch lauter. Premiere hatte hier der Aavik Vollverstärker i588 mit einer integrierten analogen Frequenzweiche zur separaten Ansteuerung eines Tieftöners, wie in der Børresen, deren passive Filterung für den Bass in der Box selber umgangen wurde. Zum i588 gesellte sich dafür die P-588 Endstufe. Beide 588er kosten je 25.000 Euro.

 

Inzwischen hat uns Ivonne Borchert-Lima ihre Eindrücke von diesem Event mitgeteilt, die sich mit unseren absolut decken. Zu erwähnen bleibt, dass auch viele recht junge Menschen auf dieser Show zu sehen waren und dass die Vorführräume bessere Voraussetzungen für guten Klang boten denn je, eine Einschätzung die auch viele Aussteller bestätigten. Daher wäre es sehr schön, wenn sich das Le Méridien Hamburg auch im nächsten Jahr bereit erklärte, die Norddeutschen HiFi-Tage auszutragen. Dies auch, weil das Hotelpersonal die Besucher ausgesprochen freundlich beim Auffinden der gesuchten Räume unterstützte. Vielerorts standen dafür Mitarbeiter des Le Méridien bereit, denn die Hotelgänge wirkten auf mich manchmal wie ein Labyrinth. Danke!


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