Im dritten Teil des Messerberichts stelle ich ihnen einige weitere ausgesuchte Produkte in Wort und Bild vor. Wie üblich bei der Audio Video Show habe ich mich auf Neuheiten und vor allem auf Hersteller konzentriert, die in Deutschland selten oder gar nicht zu sehen sind.
JL Audio, üblicherweise für Subwoofer bekannt, zeigte auf der AVS die Europapremiere ihres Primacy Systems. Es umfasst den Standlautsprecher T6 (110.000 Euro) und einen Kompaktlautsprecher S3 (75.000 Euro). Die gesamte Elektronik inklusive der Treiber und der aufwendigen Aluminiumgehäuse wurden von JL selbst entwickelt. Mit dem neuen System möchte man gleichermaßen Audiophile und Designästheten ansprechen. Deshalb sind die Seitenpanele der Lautsprecher abnehmbar und individuell gestaltbar. So kann der Lautsprecher nahtlos ins exklusive Sommerhaus, das Penthouse, selbst das Office integriert werden. Der Bassreflexport ist nach unten ausgerichtet, voll in das Gehäusedesign integriert und resonanzoptimiert. Die Möglichkeit, den Lautsprecher einfach aufzuklappen, um einen Service durchzuführen ist durchaus eindrucksvoll, auch wenn JL weder im fünfjährigen Garantiezeitraum noch danach mit der Notwendigkeit rechnet. Außerdem zeigt der offene T6 wie sauber JL in der Konzeption gearbeitet hat. Nutzt man die Lautsprecher gemeinsam mit einem CS Centerpiece, kann das System mit dem von JL entwickelten Messalgorithmus P.A.R.O. (Primacy Automatic Room Optimization) an den Raum angepasst werden. Dabei werden über 100 Parameter beachtet. Diese sollen vom Nutzer auf Wunsch sogar einsehbar sein. Es können mehrere Presets hinterlegt werden, so dass die Lautsprecher beispielsweise sowohl auf den Lieblingssessel als auch auf die gesamte Sofalandschaft für das gemeinsame Hören eingemessen werden können. Natürlich ist eine Subwoofer-Erweiterung möglich. Im Gegensatz zu anderen Einmesssystemen kann P.A.R.O. jeden einzelnen Treiber der Lautsprecher optimieren. Die Verbindung zwischen Centerpiece und Lautsprecher erfolgt über den im Pro-Audio-Bereich weitverbreiteten Verbindungsstandard Dante.
Albedo, BennyAudio, Faber’sCables, Mytek, Music Tools, Soul Note und Supreme Acoustic Systems stellten gemeinsam in der besonderen Atmosphäre der Bar des Golden Tulip aus und luden zu einer der ersten Pressekonferenzen der Show. Dirk Sommer zeigte sich besonders vom BennyAudio Explore Odyssey Plattenspieler begeistert. Sein dreiteiliger Sockel besteht aus Aluminium und POM, einem besonders festen und harten Kunststoff. Der eigentliche Teller ist ebenfalls eine Dreifachkonstruktion. Der obere Delrin-Teller wiegt 4,1 Kilogramm. Der mittlere und der untere Teller sind aus rostfreiem Stahl gefertigt und wiegen 10,1 und 3,3 Kilogramm. Gemeinsam bringt nur der Teller ein Gewicht von 17,5 Kilogramm auf die Waage. Das Hauptlager ist Öl-geschmiert. Der bürstenlose Gleichstrommotor wird open-loop geregelt. Wow und Flutter soll unter Idealbedingungen mit einem shaknspin gemessen laut DIN bei 0,002 und in WRMS bei 0,000 liegen.
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