Mit Piotr Gałkowski habe ich mich eine Weile über seine Divine Acoustics Racks, Gerätefüße und Basen unterhalten. Die Grundlegende Philosophie basiert auf der Synergie verschiedener Materialien. Es kommen unter anderem Kohlefaser, Keramik, Gold, Silber, Rubine, Diamanten und Holz zum Einsatz. Die Galileo Lautsprecher- und Gerätefüße (3er-Set 1.200 Euro) werden durch diesen Ansatz sogar einstellbar. Durch Rotation verändert sich ihre Höhe und damit die Abstände der verschiedenen Materialien zueinander. Das gemeinsame Resonanzverhalten wird beeinflusst. Die Kopfplatte ist drehbar gelagert. So kann ein Feintuning im verbauten Zustand vorgenommen werden. Die Cassini-Basis geht noch einen Schritt weiter. Sie ruht auf Galileo-Füßen und nutzt in ihrem Inneren Teile der auch einzeln erhältlichen Kepler Evolution Füße, um die Basis in jedweder Hinsicht auf ihr Resonanzverhalten zu optimieren. Die Hauptauflagefläche aus Kohlefaser wird in einem speziellen Verfahren gefertigt. Es war Piotr wichtig, so wenig Verbundharz wie möglich zu nutzen, um die natürlichen Resonanzeigenschaften der Kohlefaser zu erhalten. Die neuen Newton Diamond (3er-Set 1.330 Euro) stellen den Höhepunkt Evolution von Divine Acoustics dar. Sie kommen auch gemeinsam mit der Gravity-Basis (2.100 Euro) zum Einsatz. Aus einzelnen Basen kann dann wiederum ein gesamtes Racksystem geschaffen werden. Basierend auf den Cassini-Basen baut das Mars-Racksystem auf, die Rackserie mit Gravity-Basen wurde Venus getauft. Die Rack-Elemente sind dabei in verschiedenen Höhen erhältlich und können variabel zusammengestellt werden. Dank der Galileo/Newton Diamond-Füße der Basen kann jede Ebene genau an das jeweilige Gerät angepasst werden.
Velikinac und Tomotron sind zwei wunderbare Beispiele für Marken, die ohne die AVS vollkommen unentdeckt blieben. Die FakirONE (38.000 Euro) Hornlautsprecher wurden an Aries Cerat Elektronik vorgeführt. Die Frontabdeckung der DifferoNEO Regallautsprecher ist nicht nur ungewöhnlich schön, sondern fungiert als Diffusor. Mit Tomotron treffe ich auf ein Unternehmen, das von Nikola Jerkovi und seinem Vater betrieben wird. Die gesamte Entwicklung stemmt Nikola überwiegend selbst. Dazu gehört auch das Schreiben der Software für den Streamer (etwa 13.000 Euro) und die runde Fernbedienung des Pre-Amps (7.000 Euro). Zusammen mit der Endstufe (8.000 Euro) soll das Portfolio gegen Ende des Jahres fertig entwickelt sein. Der Detailgrad in Fertigung, Software und Bedienbarkeit ist enorm hoch und ich bin gespannt, wie sich die sehr junge Marke in den nächsten Jahren am Markt positionieren wird.
MOREaudio zeigte den neuen Vollverstärker CS200. Anhand der einzelnen Sektionen lässt sich der Aufbau mit feinsten Komponenten nachvollziehen. Die Vorstufe basiert auf Lundahl-Übertragern. Die Lautstärkeregelung wird über ein L-PAD-Attenuator geregelt. Ein FPGA sorgt dafür, dass beim Regeln keine Knackser entstehen können. Die Endstufe ist ohne generelles und nur mit lokalem Feedback konstruiert. Sie verwendet einen Miflex-Kondensator und vier Transistoren bei einer Verstärkung von 32 Dezibel. Die Siebkondensatoren des Netzteils werden aus einem 300-VA-Trafo gespeist. Zusätzlich wird ein separater Standby-Trafo eingesetzt. Der Verstärker kostet umgerechnet etwa 7.900 Euro.
Ars Sonum aus Spanien entwickelt seit 26 Jahren Röhren-Elektronik. Mit dem Canon zeigten sie ihren ersten Lautsprecher. Die ungewöhnliche Anordnung aus vier recht kleinen Tiefmitteltönern um einen Hochtöner nennt Ars Sonum Symmetrical Beam Radiation. Es ist ein hochspannendes Konzept. Dank des geringem Treiberdurchmessers soll eine besonders gute Ansprache auch bei kleinen Impulsen erreicht werden. Außerdem dürfte die Mittenwiedergabe ebenfalls vom geringen Treiberdurchmesser profitieren. Dementsprechend ist nicht weiter verwunderlich, dass mit einem Filter 1. Ordnung getrennt wird. Der -3-Dezibel-Punkt soll bei 35 Hertz liegen. Dank der hohen Empfindlichkeit von 94 Dezibel pro Watt und Meter und einem gutmütigen Impedanzverlauf eignet sich der Lautsprecher ideal für den Betrieb an Röhrentechnik.