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Krakow Sonic Society, Meeting No. 94, Teil 2

11.09.2014 // Wojciech Pacuła und Birgit Hammer-Sommer

Andrzej
Der generelle Eindruck, den die Datei nach dem Abspielen bei mir hinterließ, war der von Ruhe. Ein sehr positiver Eindruck. Das war nach meiner Meinung die Art von Darbietung, bei der etwas geschieht. Die CD klang angenehm und flüssig, war aber selbstzentriert und weniger sensibel gegenüber der Aufnahme an sich.

Wiciu
Ich bin über diese Meinungen überrascht, weil ich im Gegensatz zu meinen Vorrednern glaube, dass die CD deutlich besser klingt. Sie bietet mehr von allem, zuerst wären da mal die Obertöne, woraus ein in sich voller Klang und eine bessere Tonalität resultiert. Der Fluss des Klanges war einfach brillant. Der Vergleich erinnerte mich an die Unterschiede zwischen Schallplatten, die zwischen 1950 und 1960 hergestellt wurden und in diesem Fall das Äquivalent zum Klang der CD sind, und heute veröffentlichtem Vinyl, das der Musik-Datei entspricht. Ich ziehe erstere vor, denn ich hasse letzteres.

Marcin
Ich habe keine Idee, warum das so ist, aber für mich klangen die Dateien besser. Folglich mag ich eine Menge Details und, dass alles klarer ist.

Tomek
Nachdem ich fünf Sekunden lang die Aufnahme als File gehört hatte, fing ich an, nach etwas im Klang zu suchen, das seine Überlegenheit beweisen könnte. Das ist üblicherweise ein verräterisches Zeichen dafür, dass etwa falsch ist. Wenn etwas besser ist, ist es einfach besser und man muss nicht speziell danach suchen. Aber nach einer Weile habe ich losgelassen und nur noch auf die Musik gehört. Ich kann ehrlich sagen, dass ich auf dieser Basis den Klang der CD vorgezogen habe. Bei der Datei konnte ich mehr Details hören, aber das bedeutete für mich nicht „mehr Musik in der Musik“. Genaugenommen beeinträchtigten so viele Detail sogar mein Musikhören; es war unnatürlich.

Janusz
Dazu sage ich Amen.

Bartek P.
Ich bestätige, was Tomek sagte: Die Datei war detailreicher, und das lässt sich nicht wegdiskutieren. Aber die Details wurde auf eine so grobe Art rübergebracht, dass sie einem die Freude am Hören nahmen. Zumindest im Vergleich mit der CD, die tiefer, kohärenter und natürlicher klang.

Der Ayon S5 Network-Player kann DSD-Daten über Ethernet empfangen
Der Ayon S5 Network-Player kann DSD-Daten über Ethernet empfangen

DSD DIRECT | GERHARD HIRT
Musik-Dateien: PCM 24/192 gegen DSD

Das neue Gerät, das Gerhard mit nach Krakau brachte, war das erste und bis dahin auch einzige dieser Art in der Welt. Bald werden aber alle Ayon Player diese Funktion an Bord haben: Ich spreche über die Fähigkeit, DSD-Dateien direkt abzuspielen, ohne dass die DSD-Audio-Daten in PCM-Container gepackt und als PCM-Datenstrom verkleidet werden, was die Idee hinter dem zur Zeit verwendeten DoP-Transfer-Protokoll ist (DSD over PCM).

Sony führte zusammen mit Philips das SACD-Format ein, das waren optisch abzutastende Scheiben zur Speicherung von DSD-Daten. Das Ziel, das auch schon den Start der CD begleitete, war es, soviel Geld wie möglich mit dem neuen Format zu machen, und zwar sowohl direkt als auch durch den Verkauf von Lizenzen. Das ist eine ebenso normale wie effektive Geschäftspraktik. Nur, dass Sony es damit übertrieben hat, die Geheimnisse für sich zu behalten, wie aus heutiger Sicht deutlich wird. Die SACD kam mit so vielen verschiedenen Kopierschutzmethoden und die DSD Signalbearbeitung auf dem Computer wurde so schwer gemacht, dass die meisten Plattenfirmen und Label gefolgt von den Endverbrauchern sich von diesem Format abwandten. Inzwischen sind wir im 21. Jahrhundert angekommen, in dem Musik-Dateien jedermann zugänglich sind und er damit machen kann, was er möchte. Aber selbst die Verfügbarkeit von DSD-Dateien zum Download, die Linn zuerst eingeführt hat, änderte die Situation nicht.


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