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Ein Besuch bei der Chord Company

10.10.2018 // Dirk Sommer

In den letzten Monaten hatten Kollegen immer mal wieder Interesse an einem Kabel aus dem umfangreichen Chord-Portfolio bekundet. Aber Mika Dauphin, der Chef des in Deutschland für Chord zuständigen Drei H Vertriebs, hatte alle Anfragen abschlägig beschieden und stattdessen einen Besuch in Südengland vorgeschlagen: Und das war gut so.

Doch bevor ich Ihnen verrate warum, möchte ich – nicht zuletzt, weil selbst einem unserer Autoren die Tatsache nicht präsent war – noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass es in Englands Hifi-Industrie zwei völlig voneinander unabhängige Unternehmen mit dem Namen Chord gibt: den Verstärker-Hersteller Chord Electronics, der in letzter Zeit vor allem mit den D/A-Wandlern DAVE und Hugo TT 2 sowie den Portables Hugo und Mojo für Furore sorgte, und die The Chord Company, die schon seit 1984 Kabel fertigt. Statt um den Namen zu streiten, kooperieren die beiden, circa zwei Autostunden von einander entfernt liegenden Chords lieber miteinander: Im Hörraum der Kabelspezialisten findet man einen DAVE, davor einige portable Kopfhörerverstärker/Wandler-Kombinationen, da natürlich auch Kopfhörer-Kabel im Programm der Chord Company zu finden sind. Darauf, ob Chord Electronics im Gegenzug auch Chord-Kabel im Hörraum unter dem Dach des Pump House verwendet, habe ich bei meinem Besuch dort leider noch nicht geachtet.

Ein Blick ins Großraumbüro: Simon Tribbeck, Chris Baker und Martin Cobb (v.l.n.r.)
Ein Blick ins Großraumbüro: Simon Tribbeck, Chris Baker und Martin Cobb (v.l.n.r.)

Aber ich wollte Ihnen ja sagen, warum mir Mika Dauphins Entscheidung, vor einer Visite im leider in letzter Zeit weltweit bekannt gewordenen Amesbury kein Kabel zum Test zu geben, in der Rückschau absolut richtig erscheint: Wenn wir Ihnen ein preislich moderates, sehr überzeugend klingendes Chord-Kabel präsentiert hätten, wäre damit wohl nur wieder das – positive und von mir durchaus geteilte – (Vor.)Urteil bestätigt worden, dass Chord vor allem in diesem Preissegment viel zu bieten habe. Bei der Vorbereitung meines Besuchs hatte mich Martin Cobb, der bei Chord für die Entwicklung internationaler Märkte zuständig und auch auf vielen deutschen Hifi-Messen anzutreffen ist, um eine Liste mit den Komponenten meiner Anlage gebeten, um entsprechende Demonstrationen im firmeneigenen Hörraum vorbereiten zu können. Natürlich wollte ich mich ebenfalls ein wenig vorbereiten und entdeckte zu meiner Überraschung, dass sich unter Chords sieben Kabellinien auch – wie die Preise vermuten ließen – zwei extrem hochwertige befinden: „Sarum T“ und „Chord Music“. So kostet das kürzeste „Sarum-T“-Netzkabel 1.900 und das günstigste Paar „Chord-Music“-XLR-Interconnects 5.500 Pfund Sterling. Schon vor dem Eintreffen in der Firma hatte sich mein bisheriges Bild von Chord also ein wenig gewandelt.

Geschäftsführer und Entwickler Alan Gibb an seinem Stehtisch
Geschäftsführer und Entwickler Alan Gibb an seinem Stehtisch


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