Wider Erwarten habe ich die Selbstdarstellungen der Kollegen mit viel Freude gelesen, da ich noch einiges Neues erfahren konnte. Selbst wenn man sich schon lange kennt, hat man vielleicht nie darüber gesprochen, wie man zu unseren Hobby gekommen ist. Doch mit meinem Text beschließen wir die Reihe. Ab sofort geht’s mit Tests weiter. Versprochen.
Ich beschäftigte mich schon während der Schulzeit mit simplen Radio- und Lautsprecherbasteleien und, sobald es die Finanzen erlaubten, mit richtigem HiFi. Während des Studiums – ich bin Deutsch- und Lateinlehrer, genoss aber auch ein Jahr lang die Elektrotechnik-Vorlesungen an der Uni Dortmund – jobbte ich in diversen HiFi-Läden des östlichen Ruhrgebietes und spielte nur zum privaten Vergnügen den Elektrobass in einer Rhythm’n’Blues-Band. Nach einer weiteren Ausbildung zum technischen Redakteur stand ich vor der Wahl, in einer Firma für technische Dokumentation in Wilhelmshaven für die Qualitätssicherung zuständig zu sein oder in Gröbenzell für HiFi Exklusiv zu schreiben. Entgegen meiner geographischen Vorliebe entschied ich mich, lieber eigene Texte über interessante Themen zu verfassen, statt die drögen technischen Werke anderer Autoren zu korrigieren, und zog 1994 nach Bayern. Am Ende des Jahres ging dann aus HiFi Exklusiv das High-End-Magazin image hifi hervor. Seit dem Heft 01/99 war ich dort als Chefredakteur tätig und produzierte seit 2002 für den Image Verlag fünf Schallplatten, wobei mich die professionelle Studiotechnik und der Klang von (Master-)Tonbändern auf Anhieb faszinierten. Durch die berufliche Beschäftigung mit den Dingen, die vor Jahren allein Gegenstand meines Hobbys waren, verloren diese ein wenig von ihrem Status als Objekte der Begierde: So rückte professionelles Aufnahmeequipment und der Umgang damit immer stärker in den Fokus. Bald darauf war ich im Besitz von fünf Studer-Bandmaschinen, zwei analogen Mischpulten, einer Auswahl recht feiner Mikrofone und der entsprechenden Peripherie. Aber all das macht nur Freude, wenn man es auch benutzt. So gründete ich mit meiner musikbegeisterten und der Tonbandtechnik zugetanen Gattin die Plattenfirma sommelier du son mit dem Ziel, völlig analog produzierte LPs auf den Markt zu bringen. Die Folge: vier LPs auf sommelier du son, acht Scheiben für Triple A, unserem Label unter dem Dach von Edel Kultur, und eine Vielzahl von Reissues aus dem MPS-Katalog, ebenfalls für Edel. Danach folgten noch einige Schallplatten für wechselnde Auftraggeber.
So Mitte 2009 waren dann Divergenzen mit den Herausgebern über die weitere Ausrichtung des Magazin für mich der Grund, image hifi den Rücken zu kehren. Einen Monat später übernahm ich die Position des Chefredakteurs bei hifistatement.net, wo ich Helmut Baumgartner wiedertraf, dessen vollsymmetrische Vorstufe ich schon zu image-Zeiten durch Vermittlung eines Kollegen ausprobieren durfte. Er sorgte für die informativen, technisch perfekten Fotos des damals im Aufbau befindlichen online-Magazins. Als ich zwei Jahre später zur Begleitung analoger Aufnahmen für Edel Kultur beim Jazz Festival in Montreux weilte, musste ich feststellen, dass der Herausgeber von hifistatement.net seine Publikation nicht weiter fortführen konnte. Ich war eine Zeit lang zwischen einem Neustart in Sachen Hifi und der Intensivierung der Tätigkeit im professionellen Audio-Bereich hin- und hergerissen. Bei einem unserer Gespräche erinnerte Helmut Baumgartner daran, wie viel Aufbauarbeit wir schon für hifistatement.net geleistet hätten: Es wäre schade, wenn diese ganz umsonst gewesen wäre – Argumente, denen ich nur zustimmen konnte. Wir beschlossen also weiterzumachen, und ich erwarb die Namensrechte am Magazin. Am 23.10.2011 war es dann soweit: Der erste Artikel in hifistatement.net unter eigener Regie erschien.
Wir können also im Oktober unser 15-jähriges Jubiläum feiern. Und solange weiter spannende Komponenten ins Haus geliefert werden und wir in diesem fantastischen Team – zu dem noch Claudia Kuhn, die sich um's Rechungswesen kümmert, und unser Webdesigner Simon Barthelt gehören – zusammenarbeiten, denkt so schnell niemand ans Aufhören!

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