DS: Wann wird es dann soweit sein, dass man vier Modelle in Isen hören kann?
ML: Sobald wir von der Messe zurück sind. Wir haben nämlich zwei Lautsprecher dabei und haben auch die Vor-Endstufenkombination aus dem Showroom hierher transportiert. Die Ausstattung, die wir hier auf der Messe haben, kommt aus Isen. Ab nächster Woche werden wir eine Harlekin 2, eine La Campanella, eine High Cellini, einen Hyperion und die Hypersphere in Isen haben. Gemeinsam damit werden die großen Monoblöcke und die großen Vorstufe dort sein, hoffentlich bald ergänzt durch die Stereo-Endstufe, die in Kürze fertig ist, so dass wir fünf Acapella-Modelle ab übernächster Woche, also nach dem 12. Februar vorführbereitet in passenden Räumen haben werden. Die Räume werden jetzt am Anfang noch nicht perfekt sein, weil wir den Umzug in Phasen machen. Man wird schon jetzt sehr schön hören können. Aber der richtige große Umbauschritt, wo dann auch das Design und die Anmutung der Räume zu den Lautsprechern und zu deren Klasse passt, wird im Herbst diesen Jahres stattfinden. Wir schließen nochmal vier Wochen im Herbst, machen den Umbau und dann ist es nicht nur schön zum Anhören, sondern auch wirklich schön zum Ansehen. Wir haben festgestellt, dass vor allen Dingen bei den größeren Systemen die Integration in Wohnräume nicht immer einfach ist und arbeiten deswegen mit einem italienischen Architekturbüro zusammen, das auf Wunsch auch Kunden unterstützt, die Lautsprecher und die Systeme und die ganze Technik so zu integrieren, dass es auch schön anzusehen ist, damit eben dieser Zielkonflikt, will ich jetzt richtig Musik hören oder will ich, dass das das Wohnzimmer schön aussieht, möglichst aufgelöst wird. Und das wollen wir in Isen dann auch zeigen.
DS: Ich denke, wenn ich mir einen Lautsprecher im Preisbereich einer großen Acapella leisten kann, muss er nicht im Wohnzimmer stehen. Dann wird man noch andere Räume dafür haben.
ML: Ja, das ist ganz interessant: Viele unserer Kunden haben sehr große Apartments und viele unserer Kunden möchten mit den Lautsprechern auch wirklich täglich leben. Es gibt Kunden, egal ob jetzt die ganz Reichen oder die nicht so ganz reichen, die gönnen sich ein Musikzimmer, das dann akustisch optimiert wird und auf den Punkt gebracht wird. Aber viel mehr unserer Kunden sind sogar eher bereit, einen kleinen Kompromiss einzugehen, wenn sie dann ihre wunderschönen Lautsprecher auch Freunden und Familien als tägliche Begleiter zeigen können, statt sie irgendwo in einem Kellerraum wegzusperren. Es gibt beide Arten von Kunden. Überraschenderweise, was ich nie gedacht hätte, sind nicht selten die Ehefrauen vom Klang so fasziniert, dass sie sagen, die Lautsprecher sind ja eigentlich doch ganz schön. Wenn man das Umfeld passend gestaltet, dann kann das ja auch ganz nett aussehen. Lass' uns die doch mit ein bisschen neuer Einrichtung kombiniert einfach ins Wohnzimmer stellen.
DS: Wie lange muss man noch warten, bis man die Hypersphere perfekt hören kann?
ML: Jetzt hast Du einen wunden Punkt getroffen. Für einem High-End-Menschen wird es nie den perfekten Klang geben.
DS: Nein, aber im Moment ist der Raum, in dem sie stehen, ja noch ein Provisorium, vor allem von der Anmutung. Und vom Klang ist die Hyperion, wie ich finde, jetzt schon einen Schritt weiter als die Hypersphere. Da plant ihr ja sicher auch nochmal was. Gibt es da einen Zeitrahmen, laut dem ihr sagt, bis dahin soll es mal klappen? Wir können die hier üblichen Verzögerungen wie bei der Elbphilharmonie notfalls einrechnen…
ML: So lang wollen wir nicht warten. Wir haben die Hypersphere jetzt in einem Übergangsquartier stehen. Das wird man in den nächsten zehn Tagen noch ein wenig verschönern und auch akustisch noch ein bisschen überarbeiten. Dadurch bekommen Menschen, die die Hypersphere einfach mal hören möchten, die Gelegenheit, sie zu erleben. Denn das Erlebnis ist atemberaubend, sowohl von der Feinheit als auch von der Kraft, die diese Lautsprechern vereinen. Im Sommer werden wir die Entscheidung treffen, für welche der beiden Baualternativen wir uns entscheiden, um den Hypersphere ihren eigenen Raum zu bauen, wie es auch viele Kunden wohl tun werden.
DS: Ich glaube nicht, dass das viele Kunden tun werden: Es soll doch nur fünf Systeme geben.
ML: Richtig. Aber wir nehmen an, dass die fünf Kunden auch einen Raum für die Hypersphere bauen werden. Das werden wir auch tun. Doch jetzt in der ersten Phase hatte die Einrichtung von Martin Ludwigs HEC Store oberste Priorität. In der zweiten Phase wird Martin seine Kinos bauen, und wir werden das Penthouse oben einrichten. In der dritten Phase bekommt dann die Hypersphere gemeinsam mit ihrem Bass einen eigenen Raum, indem sie dann in voller Schönheit zur Verfügung stehen wird. Das wird vermutlich Anfang nächsten Jahres sein.
DS: Das hört sich sehr engagiert an.
ML: Genau. Aber wenn wir nicht auf den Anfang nächsten Jahres zielen… Nein, es ist tatsächlich so, dass wir in den nächsten Monaten die endgültige Entscheidung treffen wollen, welche der beiden Alternativen wir bauen. Und dann geht's los. Wenn Sie dann so richtig spielt, planen wir auch, Veranstaltungen anzubieten, wo interessierte Leute einfach mal zum Hören kommen können, auch wenn sie die Lautsprecher nicht kaufen werden. Wir finden nämlich, dass die Musik viel stärker Teil des Lebens sein sollte.