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High End ohne Limit – ein Besuch bei Göbel High End

01.05.2026 // Thomas Heinemann, Birgit Hammer (Fotos)

Um Ihnen ein paar Eindrücke zum Gehörten zu geben: Aus dem Bereich Jazz hörten wir zu Anfang das Stück „Calypso Minor“ des Pianisten Abdullah Ibrahim, aus seinem Album Sotho Blue. Das Stück beginnt mit dem federnden, kräftigen Bass, der rhythmisch vom Takt des Schlagzeugs akzentuiert wird. Dann der Einsatz der Saxophone, kräftig und klangfarbenreich, gefolgt vom leichtfüßigen, pointierenden Spiel von Abdullah Ibrahim. Da stimmt die Balance zwischen den Instrumenten, der Dialog ist glaubhaft und fügt sich gleichzeitig selbstverständlich zu einem Ganzen zusammen. Impulse haben echte Attacke, und Pausen die Ruhe, die es braucht, um musikalische Spannung zu erzeugen und den Rhythmus mitnehmend lebendig zu machen. Hinzu kommt das Vermögen, feinste Details aufzulösen, was dem musikalischen Geschehen mehr Charakter und Ausdruck zu gibt.

Die imposante Divin Majestic im großen Hörraum lieferte ein außergewöhnliches klangliches Hörerlebnis
Die imposante Divin Majestic im großen Hörraum lieferte ein außergewöhnliches klangliches Hörerlebnis

Oder nehmen wir die Aufnahme von Mahlers Symphonien 1-9, Chor & Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Symphony No. 3 in D Minor: I. Kräftig. Entschieden (Live), dirigiert von Mariss Jansons. Gleich zu Beginn ist dieses markante, fast archaisch wirkende Signal der Blechbläser, gefolgt von der Kraft wuchtiger Paukenschläge mit einer druckvollen Ausdehnung im Raum, und dem Vibrieren des Trommelwirbels, wenn sich das Orchester langsam zurücknimmt und ausklingt. Gerade in diesen frühen Takten zeigt sich, wie überragend die Kontrolle im Tiefton ist. Die große Trommel setzt ihre Impulse nicht als dumpfen Druck, sondern als klar umrissene Ereignisse mit definierter Ausdehnung im Raum. Die Kontrabässe wirken dabei eingebunden und tragen die Bewegung mit. Ebenso eindrucksvoll gelingt die Darstellung der großen dynamischen Bögen. Wenn Jansons das Orchester erneut in Richtung Tutti führt, entsteht keine bloße Lautstärkezunahme, sondern eine Verdichtung von Energie. Die Göbel macht dabei hörbar, dass Dynamik nicht nur Pegel ist, sondern vielmehr die Präsenz der einzelnen Orchestergruppen. Die Blechbläser behalten ihre Strahlkraft, ohne aggressiv zu wirken, die Streicher tragen ohne zu verschleifen, einzelne Ereignisse setzen sich klar ab, ohne zu verschmieren. Der Dynamikbereich der Divin Majestic scheint unbegrenzt, wie auch die Darstellung der Dimension des Orchesters. Alles wirkt glaubhaft real und räumlich, als säße man im Herkulessaal in München. Ebenso beeindruckt die Leichtigkeit der Wiedergabe, die in einem völligen Gegensatz zu der physikalischen Größe der Box steht. Fantastisch!

Oliver Göbel und der Autor sprechen über den Aufbau und den markanten Designmerkmalen der Divin-Serie
Oliver Göbel und der Autor sprechen über den Aufbau und den markanten Designmerkmalen der Divin-Serie

Betrachten wir die ideale Hörposition, so konzentriert sie sich auch bei einem System mit einer derartigen Größe auf „einen“ definierten Hörplatz. Das ist gar nicht ungewöhnlich und findet sich auch bei anderen Herstellern und Systemen mit einer ähnlichen Dimension. Der Grund dafür ist das perfekte zeitliche Verhalten und das korrekte Zusammenklingen aller Frequenzbereiche am Ohr. Natürlich kann man auch außerhalb dieser Position noch wunderbar hören, wer es allerdings absolut perfekt möchte, der muss in der ersten Reihe Platz nehmen. Und was der Divin Majestic ebenso kann, er kann die feinen Unterschiede von Komponenten deutlich machen. Und die gibt es auch im absoluten High-End, weil letztendlich Menschen den Klang und das Vermögen von Komponenten definieren. So konnten wir den Klang der mehr auf der durchhörbaren Seite liegenden CH-10-Series-Komponenten klar von der wärmeren Wiedergabe der Vitus Signature Series unterscheiden. Hier sind wir dann bei der geschmacklichen klanglichen Präferenz des Hörers angekommen, und die gibt dem Unterschied auch seine gewinnbringende Berechtigung.


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