Der Umzug der wohl wichtigsten Hifi-Messe weltweit stellt nicht nur die Veranstalter, Aussteller – und Besucher? – vor neue Herausforderungen. Für uns war die Show in München in Heimspiel: Im letzten Jahr kamen fünf der sieben hifistatement.net-Teilnehmer aus München oder dem nahen Umfeld, auch wenn nicht alle Bild- oder Textbeiträge lieferten.
Auch in diesem Jahr wird die Hauptlast die Berichterstattung wieder auf den Schultern von Finn Corvin Gallowsky liegen. Er hat die Aufgabe im letzten Jahr und schon mehrfach mit seinen Berichten über die Audio Video Show in Warschau mit Bravour erledigt. Natürlich werden weder er noch Birgit Hammer unseren Fotografen Helmut Baumgartner ersetzen können, der in den Vorjahren mit seinen Bildern jeweils schon am Abend des ersten Messetages einen nahezu vollständigen Überblick über die Messe anbieten konnte. Dennoch sollte es auch heuer die ein oder andere unkommentierte Fotostrecke geben. Diese sollen durch kurze, Tagebuch-ähnliche Notizen zu Pressekonferenzen, Listening-Sessions und persönliche Eindrücke in lockerer Folge ergänzt werden. So auch heute:
Wien, 3. Juni: Wenn wir schon die Reise in unsere Lieblingsstadt machen, können wir dabei auch gleich zwei Aufgaben erledigen. Es bietet sich an, neben dem Messebesuch auch wieder einmal bei Christoph Stickel in seinem Mastering Studio vorbeizuschauen, damit er den Aufnahmen von Rikard From, die wir im November letzten Jahres im A-Trane in Berlin gemacht hatten, den letzten analogen Schliff verpasst. So sehr wir seinem Können und seinem Geschmack auch vertrauen: Dabei zu sein und bei der ein oder anderen klanglich-ästhetischen Entscheidung mit einbezogen zu werden, ist einfach etwas ganz anderes. Und was der Mastering-Profi macht, ist natürlich nicht nur für uns spannend.
Die Treffen mit Ortofons Ex-Chef-Entwickler Leif Johannsen an einem Tag vor der High End – in den letzten Jahren natürlich in Gröbenzell – sind schon zur Tradition geworden. Warum sollten wir daran etwas ändern, nur weil die High End nach Wien umzieht? Also haben wir ihn einfach ins Mastering Studio eingeladen. Nicht ohne Hintergedanken: Vielleicht gibt er ja schon ein paar Details zum neuen Topmodell von Ortofon preis, das am Donnerstag um 14 Uhr offiziell der Öffentlichkeit präsentiert werden soll. Doch dann kam das Gespräch auf Deep Purple, deren letztes Album Christoph Stickel für eine spezielle LP- und Tonband-Edition gemastert hatte. Die Band wird ebenfalls am Donnerstag um 14 Uhr Stand von Revox Autogramme geben. Schade, dass Leif Johannson zu der Zeit schon was anderes vor hat: Wie der Deep-Purple-Fan im Interview über das Ortofon Verismo enthüllte, war es deren Album Made In Japan, das seine Technik- und Musikbegeisterung weckte. Als dann auch noch Künstlerhafen-Chef Dirk Mahlstedt im Studio erschien, der neben De-Phazz auch Rikard From hierzulande managt, ging es endgültig nur noch um Musik. Das neue Tonabnehmersystem geriet in Vergessenheit…
Inzwischen hatte Christoph Stickel einige Konzepte zur Klangverbesserung erarbeitet, alle ebenso subtil wie elegant und dezent. Schließlich einigten wir uns neben den notwendigen Pegelanpassungen auf minimale Eingriffe, die für viele bei ersten Hören vielleicht unwichtig erscheinen mögen, dem Langzeitgenuss, dem musikalischen Fluss und der Raumdarstellung bei mehrmaligem Anhören aber ungemein förderlich sind. Die LP sollte im Herbst bei einem großen deutschen Label erhältlich sein. Danach ging es dann zu einer Veranstaltung eines renommierten deutsches Vertriebes, der auf der Messe nicht selbst vertreten ist, aber dort natürlich seinen Herstellern hilfreich zu Seite steht. Darüber morgen mehr. DS

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