Vor zwei Wochen fand der Making-Vinyl-Congress in der Phil(harmonie) in Haarlem statt, ein „Treffpunkt für Fachleute, die sich mit den treibenden Kräften der Vinylbranche auseinandersetzen – von Marktdynamik und Verbraucherverhalten bis hin zu Fortschritten in Fertigung und Technologie“. Daran nahmen auch die High End Society teil.

Die Veranstaltung wendet sich nicht an engagierte Vinyl-Fans, sondern nur an in der Branche Tätige. Zwar braucht man dafür keine Belege oder Nachweise, doch wird der Zugang über die – wie ich finde – prohibitiven Teilnahmegebühren geregelt. Erfreulicherweise engagiert sich die High End Society e.V. – nicht zu verwechseln mit der High End Society Service GmbH, welche die bekannte internationale und die regionalen Messen ausrichtet – in diesem Jahr zum zweiten Mal für die Zusammenkunft in Haarlem, und das nicht nur als Teilnehmer, sondern auch als sogenannter Gold-Sponsor. Jürgen Timm, der Vorsitzende des Vorstands, und Martina Laubert, die Assistenz des Vorstandes, wurden heuer von Repräsentanten zweier Mitgliedsfirmen des Verbandes nach Haarlem begleitet: Thorens-Inhaber Gunter Kürten und -Vertriebler Patrick Kaschel sowie Dirk Räke, Geschäftsführer von Transrotor. Letzterer schlug meiner Gattin und mir bei einem unserer Treffen vor, den Making-Vinyl-Congress zu besuchen, um darüber in hifistatement.net zu berichten: Dank unseres Labels sommelier du son und seiner Vinyl-Veröffentlichungen hätten wir ja sowie eine gewisse Affinität zur Szene, die sich in Haarlem treffen würde. Da musste uns Dirk Räke nicht lange überreden.

Ein schöner Nebeneffekt der Teilnahme war, dass wir ein wenig mehr über die Verbandsarbeit der High End Society e.V. erfuhren, die ja für die meisten Hifi-Interessierten eher im Verborgenen stattfindet. Sie setzt sich unter anderem gegenüber gesetzgebenden Institutionen für die Belange der Branche ein, etwa um den Binnenmarkt gefährdende EU-Richtlinien entgegenzuwirken, die Konzerne sowie große, international tätige Hersteller und Händler relativ leicht befolgen können, nicht aber engagierte kleine Firmen aus der Hifi-Szene. In den Niederlanden ging es neben der Werbung für die High End Vienna im Mai kommenden Jahres vor allem um Kontakte zu Mastering- und Schneideingenieuren, um sie als Referenten für die X-PERT Stage der Messe zu gewinnen. In diesem Jahr war es Jürgen Timm beispielsweise gelungen, Miles Showell nach Wien einzuladen. Der hatte schon damals, als ich ein Mastering-Seminar in den Metropolis Studios in London besuchte, Halfspeed-Mastering praktiziert und führt dies nun in den Abbey Road Studios weiter. Doch dazu später mehr.
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