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Nachtest Cayin CS-24 CD

10.03.2014 // Jörg-Peter Schimmel
Nachtest? Sie werden sich jetzt zu Recht fragen: Ein Nachtest zum gerade erst getesteten CD-Player/Wandler Cayin CS-24 CD – was soll das? Der Autor hat diesen doch gerade erst geprüft und für gut befunden. Ist da etwas schief gegangen? Hat er etwas vergessen oder falsch beurteilt? Nein, ich kann Sie beruhigen. Dem ist nicht so!


Allzu viele dieser Röhren hat der Vertrieb nicht mehr vorrätig
Allzu viele dieser Röhren hat der Vertrieb nicht mehr vorrätig

Dieser Nachtest hat eine kleine Vorgeschichte. Am Ende meines Cayin-Tests kam mir die Idee in den Sinn, den Röhrenausgang des CD-Players CS-24 doch mal mit den in der Anniversary Edition von Cayin angebotenen Amperex 6922 Röhren auszustatten. Den Cayin A88 und den CS-24 gibt es im Moment ja noch in einer sehr kleinen Stückzahl hier in Deutschland als Anniversary Edition. Es wurden bessere Bauteile an einigen klangentscheidenden Stellen sowie bessere Röhren eingesetzt. Mich interessierte nun brennend, wie sich wohl der „Serien CS-24“ mit den Amperex Röhren verhalten würde. Ich bat Herrn Deyerling, mir den CS-24 noch einmal mit den Amperex 6922 zur Verfügung stellen möchte. Er sagte mir, dass Cayin sich von diesen legendären Röhren aus den 60-iger Jahren einen kleinen Bestand sichern konnte. Es handelt sich also nicht um einen Nachbau, sondern tatsächlich um original Amperex 6922 NOS.

Und das Ergebnis? Wie Sie gerade lesen können, ist mir das sogar einen kurzen Nachtest wert. Denn schon nach wenigen Takten Musik mit den noch nicht vollständig eingespielten Amperex wurde klar, dass der CS-24 einen großen Sprung nach vorne machte. War schon der CS-24 CD in der Serien Version mit den Electro Harmonix Röhren ein sehr guter CD-Spieler und Wandler mit einer Kaufempfehlung, so möchte ich ihn jetzt als echtes „Highend-Schmankerl“ mit einer ganz dicken Empfehlung versehen. Die 200 Euro Mehrpreis für den CS-24 sind mehr als gut angelegt. Warum? Der CD-Player/Wandler legt prinzipiell in allen Disziplinen noch einmal zu. Am auffälligsten dabei ist die Verbesserung im Mittel- und Hochtonbereich, der nun von verblüffender Klarheit und Detailschärfe geprägt ist. Ging ich jetzt zwischendurch mal auf den Transistorausgang, hatte ich das Gefühl einer gewissen Rauigkeit. Auch die Ortbarkeit von Instrumenten im Raum und der Transport von natürlichen Hallanteilen gelang dem CS-24 mit den Amperex im Ausgang mit einer selten gehörten Selbstverständlichkeit. Mit der Myro Xamboo hatte ich aus meinem letzten Test auch noch einen Lautsprecher zur Verfügung, der dieses genauso selbstverständlich in meinen Hörraum transportieren konnte.

Der Austausch der beiden Röhren macht sich klanglich äußerst positiv bemerkbar
Der Austausch der beiden Röhren macht sich klanglich äußerst positiv bemerkbar

Ich habe, um bei der Beurteilung wirklich ganz sicher zu gehen, unter anderem eine Aufnahme genommen, die ich schon eine gefühlte halbe Ewigkeit kenne und die mir seit einiger Zeit neben der CD auch als 24bit/96khz-Version zur Verfügung steht. Es handelt sich um das Album The Raven von Rebecca Pidgeon von Chesky Records, erschienen schon vor knapp 20 Jahren. Die Aufnahme entstand wie viele andere von Chesky auch in einer stillgelegten Kirche in New York. Schon die CD-Version vermochte mich mit dem Amperex bestückten CS-24 zu begeistern, aber was die Hochbit-Version dann an Rauminformation lieferte, hatte ich in all den Jahren vorher durchaus schon gehört, aber nicht mit einer solchen Selbstverständlichkeit. Rebecca Pidgeon und ihre Begleitmusiker waren ohne Mühe im Raum ortbar, und dass es sich bei dem Aufnahmeraum um eine Kirche handelt, war jederzeit klar nachvollziehbar. Es stellt sich wieder einer dieser Momente ein, in denen die Technik völlig im Hintergrund verschwindet und nur noch das musikalische Erlebnis zählt. Das ist für mich persönlich dann eben nicht mehr HiFi, sondern Highend! Im Moment freue ich mich einfach nur, dass der Cayin CS-24 noch einige Tage bei mir bleiben darf…


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