tests/14-05-09_audioexklusiv
 

Audio Exklusiv P 6.1

09.05.2014 // Wolfgang Kemper

Schön, dass sie endlich da sind. Denn ich hatte gespannt auf sie gewartet. Vor einem halben Jahr durfte ich die Audio Exklusiv P 3.1 Elektrostaten testen. Jetzt stehen die großen P 6.1 in meinem Musikzimmer. Was können sie mehr?

Zwei gleiche elektrostatische Folien hinter dem akustisch und Licht durchlässigen Stoff haben sehr unterschiedliche Funktionen
Zwei gleiche elektrostatische Folien hinter dem akustisch und Licht durchlässigen Stoff haben sehr unterschiedliche Funktionen

Es gibt bei Vielem im Leben Licht und Schatten. Fangen wir mit dem Schatten an. Denn klein sind die P 6.1 beileibe nicht. Mit beinahe zwei Metern Höhe und 68 Zentimete Breite haben sie annähernd das Format einer Zimmertür. Damit ist die Platzierung im Raum nicht so ganz einfach, auch wenn die geringe Tiefe des Paneels von nur sechs Zentimetern den Lautsprecher erfreulich leicht wirken lässt. Dieser angenehme Eindruck wird gesteigert durch die Lichtdurchlässigkeit der elektrostatischen Folie und des Akustikstoffes. Der ist im Falle meines Test-Exemplars schwarz. Möglich sind auch andere Farben, da gilt auch für die seitlichen Rahmenhölzer. Meine P.6 sind in chicen kupfer-metallic lackiert. Kleine Räume sind eher nicht der Bestimmungsort für die P 6.1. Nicht nur aus optischen Gründen, vor allem wegen der akustisch korrekten Aufstellung und eines angemessenen Hörabstandes sollte der Hörraum – geeignete Proportionen unterstellt – doch 25 Quadratmetern, gerne aber mehr zu bieten haben. Wie auch die kleineren Audio Exklusiv P 3.1 benötigen die großen Geschwister etwa den gleichen Abstand zur Rückwand haben, nämlich 70 bis 120 Zentimeter. Auch seitlich ist etwas Raum sinnvoll, aber der ist weit weniger bedeutsam als der rückwärtige Abstand zur Wand. Von der korrekten Platzierung im Raum profitieren vor allem die Tiefton-Wiedergabe und die Abbildung der akustischen Bühne. Natürlich muss bei der auffälligen Erscheinung der P 6.1 auch der optische Eindruck stimmen. Etwas Mühe und Feingefühl bei der Platzierung werden sicher belohnt.

Von vorn nicht zu sehen, aber fest und stabilisierend mit dem Lautsprecher-Rahmen verbunden ist das Gehäuse mit den gewichtigen elektronischen Elementen zur Spannungsversorgung, wie Elektrostaten sie stets benötigen. Darin enthalten sind auch spezielle Audio-Exklusiv-Schaltungen
Von vorn nicht zu sehen, aber fest und stabilisierend mit dem Lautsprecher-Rahmen verbunden ist das Gehäuse mit den gewichtigen elektronischen Elementen zur Spannungsversorgung, wie Elektrostaten sie stets benötigen. Darin enthalten sind auch spezielle Audio-Exklusiv-Schaltungen

Technisch sind sich P 3.1. und P 6.1 erwartungsgemäß sehr ähnlich. Die P 6.1 hat jedoch im Unterschied zur kleineren Audio Exklusiv ein zweites elektrostatisches Paneel. Das jeweils zur Mitte zwischen linkem und rechtem Lautsprecher angeordnete Paneel ist bei beiden Modellen identisch. In ihm kommt die besondere Technologie zur Anwendung, die seinerzeit der Audio-Exklusiv-Gründer Gerd Pütz entwickelte und mit der er anfangs der 80-er Jahre bereits für Furore sorgte. Dass nach seinem leider sehr frühen Tode nun seit 2009 Andreas Schönberg Inhaber des Unternehmens Audio Exklusiv ist, hat dem Erbe des Firmengründers keinesfalls geschadet: Liebevoll haben sich Andreas Schönberg und sein Team der vorhandenen Produkte angenommen und sie mit modernen Produktionsmitteln und eigenem Know-how weiterentwickelt. Besonders am Konzept von Gerd Pütz ist die „elektrische Anwinkelung des Abstrahlverhaltens“, die dann auch akustisch entsprechend hörbar wird. Die spannungsführenden Statoren vor und hinter der Folie bestehen aus isoliertem Kupferdraht. Sie werden vom Musiksignal elektrisch moduliert und sind in sechs ungleiche senkrechte Segmente unterteilt, die in Pegel, Frequenzverlauf und Phase differenziert angesprochen werden. Somit schwingt die Folie präzise mit einer akustischen Ausrichtung zur Mitte hin. Dies geschieht gleichmäßig nach vorn wie auch rückseitig, was zwingend einen rechten und einen linken Lautsprecher mit sich bringt. Die räumliche Abbildung wird so entscheidend positiv beeinflusst, und die so erzeugte Zylinderwelle sorgt für einen erfreulich großen Sweetspot. Soweit sind P 3.1. und P 6.1. technisch baugleich. In der P 6.1 ist jedoch eine weitere, gleich große Membran eingespannt. Sie hat aber nicht die Aufgabe, den Gesamt-Frequenzgang zu übertragen, sondern unterstützt nur den Tief- und Mitteltonbereich und erfährt auch keine „elektronische Anwinkelung“.


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