Larsen 4

18.07.2014 // Matthias Jung

Was kommt einem in den Sinn, wenn man an Schweden denkt? Die Schären natürlich, Pippi Langstrumpf, viel Land, viel Wasser, wenig Menschen, entzückende rote Holzhäuser, alles ganz betulich und idyllisch und schön und irgendwie auch gesund. Zumindest aus touristischer Sicht

Denkt man an Hifi kommt mir seit dem Test der Guru QM 10 / II auch der Begriff „außergewöhnliche Lautsprecherkonzepte“ in den Sinn. So gegen den Strich gebürstet und eben anders war schon lange kein Lautsprecher mehr, der bei mir Einzug gehalten hat. Und jetzt also die Larsen 4. Ein auf den Konzepten von Stig Carlsson und dessen Sonab-Lautsprechern basierender Ortho-Acoustic Lautsprecher. Ortho-was? Sonab? Ich habe im Gedächtnis gekramt und erinnerte mich an billig zusammengeschusterte 75 Watt/Mark-Boxen, die in der Discounterecke auf willige Kundschaft warteten. Die Befragung des Internets brachte dann zutage, dass in Deutschland wohl nur extrem günstige Produkte unter dem Markennamen vertrieben wurden. Die Bildersuche stürzt einen dann in irgendwas zwischen Konfusion und Amüsement. Zum Beispiel auf einem Quader wild angeordnete Hochtöner, vor einem im 45 Grad(!)-Winkel nach oben strahlenden Tieftöner. Nun ja, das macht es irgendwie nicht besser. Bose für Reiche?

Das dahinter stehende Prinzip ist also nicht besonders neu, und man muss sich erst ein wenig durch die zugrunde liegende Theorie zahnen, um den dahinter liegenden Gedanken nachvollziehen zu können. Und das geht so: Ein direkt abstrahlender Lautsprecher strahlt um sich rum und regt die dahinter liegende Wand zur Schallabstrahlung an. Klar, macht jeder Lautsprecher irgendwie.

Bilder sagen mehr als tausend Worte. Die sehr eigenwillige Art der Chassisanordnung soll in Verbindung mit der dahinter liegenden Wand einen linearen Frequenzgang realisieren
Bilder sagen mehr als tausend Worte. Die sehr eigenwillige Art der Chassisanordnung soll in Verbindung mit der dahinter liegenden Wand einen linearen Frequenzgang realisieren

Dabei entstehen in der Interaktion mit dem direkt abgesonderten Schall mal Auslöschungen, mal Ergänzungen, mal Überhöhungen. Ist auch nicht von der Hand zu weisen. Im schalloptimierten Raum klingt es dann sehr gut und wie es soll. In normalen Wohnräumen aber eben nicht. Stig Carlson will es geschafft haben, einen Lautsprecher zu konstruieren, der in den entsprechenden Bereichen gegensteuert und unter Zuhilfenahme der Wand einen glatten Frequenzgang realisiert, wie er von an sich neutralen, direkt abstrahlenden Lautsprechern im Wohnzimmer nicht erreicht wird. Der Anspruch ist also nicht so ohne. John Larsen, ein langjähriger Mitarbeiter von Stig Carlsson, will das Konzept noch weiter verfeinert haben und führt die Produktion heute weiter, der Deutschlandvertrieb liegt bei Tom Habke.

Um dies zu erreichen, werden zwei SEAS-Chassis eingesetzt, die auf einer Holzplatte übereinander montiert werden, die ungefähr mit einem Winkel von 75 Grad in die Höhe ragt und von vorne betrachtet 45 Grad nach innen gedreht ist. In diesem Fall verweise ich gern auf die wie immer bildschönen Fotos von Helmut Baumgartner, das sollte man am besten sehen, eine Beschreibung ist an dieser Stelle eher unpräzise.


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