tests/14-08-18_m2tech
 

M2TECH Young DSD und Van Der Graaf

19.08.2014 // Dirk Sommer

Der Young akzeptiert S/PDIF-Signale an einer Cinch und einer BNC-Buchse. Der Van Der Graaf (unten) kann bis zu vier Geräte mit Strom versorgen. Bei zwei Ausgängen lässt sich die Spannung per DIP-Schalter wählen
Der Young akzeptiert S/PDIF-Signale an einer Cinch und einer BNC-Buchse. Der Van Der Graaf (unten) kann bis zu vier Geräte mit Strom versorgen. Bei zwei Ausgängen lässt sich die Spannung per DIP-Schalter wählen

Während sich beim Design und der Ausstattung gegenüber dem ersten Young so einiges getan hat, vertraut M2TECH bei der Hardware auf Bewährtes: Der Wandler ist auch beim neuen Modell ein Burr Brown 1795, ein Chip der Wortbreiten von 32 Bit verarbeitet. Übernommen hat man auch das Xlinx Field Programmable Gate Array (FPGA), das für das von M2TECH entwickelte spezielle Oversampling bei PCM-Signalen sorgt. Die Anti-Alias-Filterung wird nicht wie üblich mit einem Op-Amp realisiert, sondern, um mit möglichst wenigen Stufen auszukommen, mit einem – wie M2Tech es beschreibt – einzigartigen passiven Filter, das zusammen mit einer besonderen Offset-Regelung den Strom/Spannungswandler mit höherer Symmetrie und weniger harmonischen Verzerrungen arbeiten lassen soll. Und dank neuer Software kann der Young nun eben auch DSD-Signale mit 5,6 Megahertz verarbeiten.

Nach einer ersten Funktionskontrolle mit dem Steckernetzteil und dem Van Der Graaf habe ich den Young DSD per Audioquest Diamond mit dem iMac verbunden und Amarra auf Endlos-Wiederholung programmiert, da zumindest das große Netzteil direkt aus der Fabrik kam. Hin und wieder habe ich dann das Programm geändert und während anderer Tätigkeiten eher nebenbei zugehört. Und schon dabei wird klar, dass der Young ungemein frisch und lebendig spielt, und das ohne den geringsten Anflug von Nervosität. Tonal bewegt er sich eher auf der warmen Seite. Um eine Analogie aus der Analogwelt zu bemühen: Er erinnert eher an ein Air Tight oder TechDAS TI als an ein Clearaudio oder van den Hul. Der M2TECH wird auch bei höheren Pegel nie lästig oder rau. Hier schwelgt man in Klangfarben und erfreut sich an plastischen, fast greifbaren Instrumenten im Raum. Da stimmt einfach alles. Es zeichnen sich keine Paradedisziplinen ab. Der Young DSD bewegt sich in allen Teilbereichen auf demselben hohen Niveau.

Die Platine des Wandlers nimmt nicht vielmehr als die Hälfte der Fläche des Gehäuses ein. Die roten Wima-Kondensatoren sitzen in der analogen Ausgangsstufe
Die Platine des Wandlers nimmt nicht vielmehr als die Hälfte der Fläche des Gehäuses ein. Die roten Wima-Kondensatoren sitzen in der analogen Ausgangsstufe

Nach einer mehrtätigen Akklimatisierungsphase wechsele ich dann zurück zum Steckernetzteil und kümmere ich ein wenig um die Ankopplung der Wandlers an die Stellfläche im Pagode-Rack, denn auch der Mytek-Wandler reagierte hier recht positiv auf einen Satz spezieller Füße, die Pulsar Points von Nordost. Diese versuche ich auch als erste – und kann es fast nicht glauben, wie viel mehr Raumtiefe plötzlich erfahrbar wird! Allerdings tauscht man für diese beeindruckende Illusion eine kleine Portion Wärme ein, mit der der Young DSD zuvor faszinierte. Deshalb probiere ich noch einmal bFly Audios Master 1 aus, da ich noch gut in Erinnerung habe, wie bFlys 4 Tube bei der Ayon Epsilon Endstufe ungemein harmonisch Klangfarben und Raumdarstellung beförderten. Und das ist beim Young DSD nicht anders: Da mögen im Vergleich zu den Pulsar Points vielleicht eine paar Zentimeterchen Tiefe bei der imaginären Bühne fehlen, aber dennoch scheint sie sich Meter weiter nach hinten zu erstrecken als gänzlich ohne Tuningmaßnahmen. Dafür kommt nun wieder die Schokoladenseite des M2TECH, die satten Klangfarben, wie zuvor zur Geltung: Wer sich einen Young DSD leistet, sollte auch 90 Euro in die bFly Master 1 investieren. Ich höre den Wandler nicht mehr ohne.


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