Grandinote Genesi

11.07.2017 // Peter Banholzer

Ein neues Topmodell von Grandinote erblickt das Licht der High-End-Welt. Hat die Genesi Vorstufe das Zeug dazu, einer der besten Vorverstärker überhaupt zu werden?

Am letzten Tag der diesjährigen High End bekamen wir plötzlich unerwarteten Besuch auf unserem Messestand. Kein geringerer als Grandinote-Chef Massimigliano Magri erschien mit ein paar Freunden und wollte mich kennenlernen, weil ihm war aufgefallen, dass ich bei meinen Tests in letzter Zeit Vor-und Endstufen seiner Firma verwendete, obwohl Hifistatement bislang keines seiner Produkte getestet hatte. Nach einem längeren Gespräch informierte mich Massimigliano über seine neue Vorstufe namens Genesi, die hierarchisch künftig noch über meinem Domino Vorverstärker als Flaggschiff rangieren solle und in Kürze auf dem Markt kommen werde. Ein paar Tage nach der High End kontaktierte mich dann Uwe Heile vom deutschen Vertrieb Audio Offensive und bot mir an, die Grandinote-Genesi-Vorstufe zu testen. Ein paar Zehntelsekunden später hatte ich dieses Angebot nur zu gerne angenommen!

Nach dem Einschalten zählt das Display von 99 bis Null, erst dann ist die richtige Betriebsspannung erreicht und die Genesi einsatzbereit
Nach dem Einschalten zählt das Display von 99 bis Null, erst dann ist die richtige Betriebsspannung erreicht und die Genesi einsatzbereit

Massimigliano Magri ist sicher ein begnadeter Techniker, aber er ist darüber hinaus auch ein sehr charismatischer Typ und wirkt ganz anders als ein typischer Elektroingenieur. Der heute 43-Jährige arbeitete schon seit 1993 an seiner später patentierten Magnetosolid® Technologie. Die ersten Verstärker, die er baute, waren Röhrenverstärker. Schon 1993 kaufte er sich eine Wickelmaschine, um damit eigene Audio-Übertrager zu bauen, und beschäftigte sich jahrelang damit, die Geheimnisse der Trafos zu ergründen. Seine Magnetosolid® Technologie basiert auf Grundlagen der Röhrentechnik mit speziellen Ausgangstransformatoren kombiniert mit Transistoren. Diese Ausgangstransformatoren sind für sehr hohe Leistungen ausgelegt und entsprechend teuer. Massimigliano Magri nannte auch schon seine frühen Produkte Grandinote, aber erst mit der Produktion der Transistor-Endstufen A-Solo im Jahr 2005 vermarktet er seine Verstärker professionell unter diesem Namen. Zwei Jahre später entstand mit der Endstufe Prestigio das, was Magri den wahren Grandinote-Sound nennt.

Alle vier Eingänge und der Ausgang sind vollsymmetrisch ausgelegt. Der Ausgang Nummer ein lässt sich in einen weiteren symmetrischen Ausgang umwandeln
Alle vier Eingänge und der Ausgang sind vollsymmetrisch ausgelegt. Der Ausgang Nummer ein lässt sich in einen weiteren symmetrischen Ausgang umwandeln


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