quadral AURUM A8

06.10.2017 // Matthias Jung

Auch wenn es schon länger eine Elektroniklinie von quadral gibt, habe ich bei Nennung des Firmennamens bisher immer nur an die Lautsprecher gedacht. Sicher hat man da irgendwas auf Messen gesehen, aber eingebrannt hat sich mir der Hersteller in dieser Richtung nicht. Um so gespannter war ich, als sich der neue große Vollverstärker AURUM A8 zum Test ankündigte.

Die sehr wohlwollenden Besprechungen der quadral AURUM Vulkan 9 und der quadral AURUM Orcan aktiv durch Jörg-Peter Schimmel und Wolfgang Kemper machten die Sache natürlich nicht uninteressanter. Dass quadral die Geräte nicht selbst konstruiert hat, ist ein offenes Geheimnis. Entwickelt und produziert wird bei von einer namenhaften Firma aus dem Sauerland mit einer erfolgreichen Vergangenheit besonders im Verstärkerbau.

Der AURUM A8 ist optisch betont schlicht gehalten. Aufgrund seiner Abmessungen, die das Standardmaß für Hifi-Komponenten sprengen, legt er aber allein aufgrund seiner Größe schon einen beeindruckenden Auftritt hin. Das hat nichts mehr mit Komponenten zu tun, die man auch mal übereinanderstapelt. Beim Bedienkonzept steht die Einfachheit im Vordergrund. Auf der gebürsteten Aluminiumfront gibt es neben dem Multifunktionsdrehknopf unter dem oben mittig angebrachten verchromten Logo nur zwei Druckelemente. Mit diesen drei wird der Verstärker aus dem Standby geholt und Lautstärke, Quellenwahl und -pegel sowie Klangregelung vorgenommen. Dies gelingt nach kurzer Übung auch problemlos ohne die optional erhältliche Fernbedienung, die für einen Aufpreis von 250 Euro dazubestellt werden kann. Diese hört auf den Namen RC2, steuert bei Bedarf auch hauseigene CD-Player und ist hochwertig verarbeitet.

Dauerhaft vom Netz getrennt wird der AURUM zeitgeistig über einen Kippschalter auf der Rückseite. Auf dieser wird es dann etwas opulenter: ein symmetrischer und drei Cinch-Hochpegeleingänge, ein Cinch-Vorverstärkerausgang, zwei mal Toslink- und jeweils ein USB- und Spdif- Digitaleingang. Ein Paar Lautsprecher kann über sehr stabile bananengängige Lautsprecherklemmen angeschlossen werden. Überhaupt gibt es an der Verarbeitung absolut nichts auszusetzen. Was ein wenig verwundert: Über USB steht eine Auflösung von 24 Bit bei einer Abtastrate bis zu 192 Kilohertz zur Verfügung. An sich sind DSD und Hochbit-Auflösung heute das Sahnehäubchen, auch bei einer integrierten Wandlerlösung. Allerdings möchte ich an dieser Stelle in keine Diskussion um hochauflösende Formate einsteigen. An sich reicht das Gegebene in jeder Lebenslage, und entscheidend ist bekanntlich, was am Ende raus kommt.

Drei Knöpfe reichen, um die durchaus umfangreichen Einstellungen vorzunehmen. Nach kurzer Eingewöhnung geht das überraschend einfach und schnell
Drei Knöpfe reichen, um die durchaus umfangreichen Einstellungen vorzunehmen. Nach kurzer Eingewöhnung geht das überraschend einfach und schnell

Innerhalb des üppigen Gehäuses geht es überraschend eng zu. Digital- und Analogsektion haben eine eigene Stromversorgung – der Endverstärkerzug sogar ein Netzteil pro Kanal im Doppelmonoaufbau – und residieren auch räumlich getrennt. Die Steuerung erfolgt über gekapselte Relais, was einerseits zu einer hohen Lebensdauer führen, andererseits Übergangswiderstände der Kontakte auf ein Minimum reduzieren soll. Dazu kommt noch ein breitbandig wirkendes Netzfilter. Überhaupt ist das alles sehr akkurat und durchdacht gemacht und vorbildlich ausgeführt und der Verstärker nicht nur aufgrund des Gehäuses so schwer. Da fällt der Preis von gerade mal 2000 Euro auf, kostete das bisherige Spitzenmodell A5 doch 600 Euro mehr und hatte keine Digitalsektion bei ansonsten identischen Werten. Auf Nachfrage bei quadral wurde die Ersparnis aufgrund höherer Stückzahlen möglich, was erfreulicherweise auch mal an den Kunden durchgereicht wird. Die Verbindung mit dem PC fällt in diesem Fall ausnahmsweise mal genau so leicht wie bei MAC und Linux. Der Treiber wird auch von Windows sofort erkannt und muss nur in der Ausgabesoftware einmal eingestellt werden.


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