Mytek Manhattan II – Netzwerk- und Phono-Modul

02.01.2018 // Roland Dietl

Nun bin ich auf das Zusammenspiel mit Roon besonders gespannt. Bei Roon ist die strikte Trennung der drei Bestandteile Core, Control App und Output (Endpoint) Grundlage des Systems. Dieses Konzept hat den Vorteil, dass die grafikintensive Control App mit der Bedienungsoberfläche auf einem separaten Gerät läuft und der zentrale Roon Computer von den aufwendigen Grafikoperationen entlastet wird. Der auf einem weiteren Gerät installierte Endpoint wiederum kann sich ausschließlich auf die Audio-Wiedergabe konzentrieren und wird weder von den Grafikoperationen der Control App noch den Verwaltungsaufgaben des Roon Core beeinträchtigt. Der Transport der Audio-Daten erfolgt über das Roon eigene Netzwerkprotokoll RAAT (Roon Advanced Audio Transport), das Rückrat des Roon-Systems.

Das Phono-Modul im Detail. Alle Schaltvorgänge erfolgen über die direkt auf der Platine montierten Relais
Das Phono-Modul im Detail. Alle Schaltvorgänge erfolgen über die direkt auf der Platine montierten Relais

Vor diesem Hintergrund sieht mein Roon Set-up wie folgt aus: Auf dem Laptop ist das Software-Paket Roon Server mit dem Roon Core installiert, der über das Netzwerk auf meine Musiksammlung auf dem getrennten Server zugreift. Diese Konzeption war ursprünglich aus der Not heraus geboren, da auf meinem Musikserver mit dem schon älteren Betriebssystem Windows Home Server Roon nicht installiert werden kann, hat sich dann aber zu meiner Überraschung sehr gut bewährt. Mit anderen Programmen, wie beispielsweise JRiver, hatte ich immer den Eindruck, dass es klanglich besser ist, die Verwaltungssoftware auf dem gleichen Gerät zu installieren, auf dem auch die Musikdaten liegen und gerade nicht über das Netzwerk darauf zuzugreifen. Die Control App Roon Remote zur Steuerung der Musikwiedergabe läuft auf meinem MacBook Pro 13“ und zusätzlich auf meinem iPhone 6, die beide über WLAN mit meinem Netzwerk verbunden sind. Die Netzwerkkarte des Manhattan II fungiert in dieser Konstellation als Roon Endpoint.

Jetzt zeigt sich wieder, wie kompliziert das Thema Netzwerk ist. Mit Roon klingt es deutlich anders – die gerade noch festgestellten klanglichen Einschränkungen sind verschwunden. Im „Intermezzo from Goyescas“ werden die Streichereinsätze zu Beginn und in der Mitte wieder mit der bekannten Strahlkraft gezeichnet und die Bläser erklingen hinsichtlich ihrer Größe und Platzierung im Orchester wesentlich klarer umrissen. Bei „Galicia Flamenco“ mit Gino D‘ Auri (Flamenco Passion FIM XRCD) gewinnen die Instrumente ihre Substanz zurück und bei „El Baile De Luis Alonso“ von Giminez mit dem National Orchestra of Spain unter der Leitung von Rafael Frühbeck de Burgos (Music of Spain - Rafael Frühbeck De Burgos Conducts the National Orchestra of Spain – HDTT 24/192) sind die vielen Details der farbenfrohen Orchestrierung besser hörbar. Sie werden jetzt sicherlich die überaus berechtigte Frage stellen, wie es sein kann, dass der Manhattan II über Roon besser klingt. Über die Gründe lässt sich nur spekulieren, ich denke aber, dass das Netzwerk-Protokoll RAAT an diesem Ergebnis einen nicht unerheblichen Anteil hat und gut mit dem Netzwerk-Modul harmoniert. Kein Zweifel – Manhattan II mit Netzwerkkarte und Roon sind eine gelungene Kombination.


  • Mytek Liberty DAC

    Mytek bringt schon seit vielen Jahren die Technologie aus den Tonstudios in die Hi-Fi-Zimmer der digital hörenden Anhängerschaft. Der neuste Digital/Analog-Wandler Liberty DAC nimmt nur 1/3 Rackbreite in Anspruch. Die Breite ist zwar zu Hause weniger relevant, dafür aber umso mehr seine klanglichen Eigenschaften. Frisch in New York erdacht und in Polen gebaut, reiht sich der Liberty als kleinster stationärer DAC in das Herstellerportfolio von Mytek ein. Er nutzt den bereits in der ersten Generation…
    23.03.2018
  • Mytek Brooklyn DAC+

    Als ich den brandneuen Mytek Brooklyn DAC+ zum Test angeboten bekam, war ich freudig überrascht. Sind doch die Mytek Geräte normalerweise im exklusiven Zugriff unseres Chefredakteurs. Dirk Sommer sah das aber ganz entspannt und meinte, es würde der Objektivität unseres Magazins gut tun, wenn sich einmal ein anderer Redakteur mit einem Mytek befassen würde, zumal ja bekannt sei, dass er den Wandlern dieser Marke nicht so ganz unvoreingenommen gegenüberstehe. Im Rahmen meiner Beschäftigung mit dem…
    01.12.2017
  • Mytek Manhattan II

    Seit mehr als fünf Jahren tummeln sich die in der Studio-Szene schon damals anerkannten Digital-Spezialisten von Mytek auch sehr erfolgreich auf dem Hifi-Markt. Mit dem Manhattan II begeben sich Michal Jurewicz und Marcin Hamerla nun auch in High-End-Gefilde – klanglich, optisch und mit Preisen bis zu 8500 Euro. Mit dem ersten, noch für den Profi-Bereich konzipierten Stereo 192-DSD-DAC setze Mytek zumindest für mich einen Meilenstein in puncto Preis/Klang-Verhältnis. In Sachen Bedienungskomfort musste man allerdings den…
    21.08.2017
     
  • Mytek goes mobile: Clef™

    Die Digitalspezialisten von Mytek zeigen auf der heute beginnenden Consumers Electronic Show in Las Vegas den mobilen Hi-Res-Wandler, Verstärker und MQA-Decoder Clef™. Die Studioprofis von Mytek in New York (Entwicklung) und Warschau (Entwicklung und Fertigung) haben sich in den letzten Jahren mit dem 192-DSD-DAC, dem Manhattan und dem Brooklyn auch in der Hifi-Szene einen guten Ruf erarbeitet. Nun präsentieren sie ihr erstes Produkt, das allein für den Musikgenuss entwickelt wurde: die Clef™ genannte Kombination aus…
    05.01.2017
  • Mytek stellt Manhattan II vor

    Myteks umfangreiche Kenntnisse im Profibereich schlagen sich in ihrem zweiten DAC mit MQA-Decoding nieder. Auch der branchenweit erste MQA-fähige ADC stammt von Mytek. Mytek Digital erwarb die zweite MQA®-Lizenz nach Meridian und nun steht die Auslieferung des Manhattan II, eines audiophilen Wandler mit MQA-Technologie kurz bevor. Aber der neue Manhattan II ist viel mehr als das und verkörpert viele Verbesserungen und Innovationen gegenüber dem ursprünglichen Manhattan DAC. Der Manhattan II ist ein Referenz-USB- und -Netzwerk-DAC,…
    16.12.2016
  • Mytek Brooklyn

    About four years ago, the Mytek 192-DSD-DAC impressed me with its sound in a way that caused me to abstain from purchasing expensive D/A converters for quite a while. This is not bad at all in times of rapid new developments. After a venture into high-end territory, these digital experts with roots in the pro audio realm are now introducing the Brooklyn. At first glance, this new converter seems to be the perfect synthesis of…
    23.06.2016
 
 
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen