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PSI Audio AVAA C20 – Teil 2

03.08.2018 // Wolfgang Kemper

Ein guter Freund von mir besitzt eine sehr üppige, hervorragend klingende Anlage mit selbst gefertigten Drei-Wege-Lautsprechern und Elektronik fast ausschließlich von Brinkmann Audio sowie einem PS-Audio Directstream DAC. Die Kette spielt in einem akustisch ausgewogenen, rechteckigen Raum von 40 Quadratmetern. Die einzelnen Lautsprecher-Systeme werden aktiv angesteuert. Der Bass arbeitet unterhalb 70 Hertz. Zur Eliminierung der Raummoden ist im Bass-Signalweg die digitale Raum-Korrektur (DRC) Anti-Mode 2.0 zwischen der aktiven Frequenzweiche von Accuphase und den Bassendstufen eingeschleift. In diesem tieffrequenten Spektrum wirken sich die klanglichen Nachteile der digitalen Wandler des Anti-Mode relativ wenig aus im Vergleich zum Gewinn durch die Eliminierung der Raummoden, die das Anti-Mode aber hier auch nicht gänzlich unterdrücken kann. Beim Vergleich in dieser Anlage, wo das Anti-Mode bis 70 Hertz im Signalweg liegt und die AVAA bis 150 Hertz wirksam werden, überzeugt letztlich nach vielerlei Experimenten mit unterschiedlichen Platzierungen im Raum die Kombination aus Antimode und vier AVAA. Ähnlich wie in meinen Räumen ist die Wirkung in Abhängigkeit von der Musik unterschiedlich ausgeprägt. Zwei Musikstücke, in denen die AVAA ihre erfreuliche Wirkung durch mehr Genauigkeit und die Befreiung von Nachschwingungen sehr deutlich machten waren „I´ve Grown Accustomed To Her Face“ vom Rick Hollander Quartet, CCD-4550 Accidental Fortune und, per Qobuz gestreamt, Nenna Freelon Live, „Body & Soul“. Hier hört man nach dem Einsatz der Hammondorgel besonders deutlich die Verfärbungen des Raumes. Diesen rücken der DRC oder die AVAA jeweils allein für sich schon recht erfolgreich zu Leibe, überzeugend ist in diesem Falle aber die Kombination der Beiden. Hätte man die Wahl zwischen Anti-Mode 2.0 und AVAA, hätten rein musikalisch die vier AVAA einen Vorteil. Denn ihre klangliche Verbesserung paarte sich nicht, wie beim DRC, mit einer wahrnehmbaren digitalen Harschheit trotz des nur niedrig-frequenten Einsatzes.

Das Tieftonchassis arbeitet auf ein geschlossenes und gedämpftes Gehäuse. Zwischen der Rückseite des Chassis und der mikro-perforierten Membran entsteht eine Kammer ohne Schalldruck
Das Tieftonchassis arbeitet auf ein geschlossenes und gedämpftes Gehäuse. Zwischen der Rückseite des Chassis und der mikro-perforierten Membran entsteht eine Kammer ohne Schalldruck

Die AVAA C20 bewirkten in allen drei Test-Umfeldern eine nachhaltige Verbesserung des Klanges im gesamten Raum und ihr Einsatz hat sich in jedem Falle eindeutig gelohnt. Erfreulich ist neben dem klanglichen Gewinn ihre Unauffälligkeit, da sie meist in den Raumecken oder deren Nähe verschwinden, auch gerne hinter einem Vorhang. Auch wenn sie es nicht schaffen, den Frequenzgang in den Tiefen zu linearisieren, wie es digitale Raum-Korrektur-Systeme oft leisten können, überzeugen die Vorteile der AVAA. Hat man sie einmal erlebt, macht das anschließende Hören ohne sie leider weniger Spaß.

STATEMENT

Es gibt wohl aktuell keine bequemere und optisch annehmbarere Lösung als die AVAA C20 von PSI Audio, um den störenden Einflüssen von Raummoden zu begegnen. Die kinderleichte Installation macht sie auch zukunftssicher bei räumlichen Veränderungen und erspart zusätzlichen Aufwand für fachmännische Installation. Eine erfreuliche Erfindung!
Gehört mit
Computer Apple MacMini mit OS X El Capitan, Amarra 3.0.3, Audirvana Plus 3 und Qobuz
Netzwerk-Player Melco N1A
Clock Mutec MC-3+Smart Clock USB
DA-Wandler Antelope Zodiac plus, Audio-gd Master 7, Sonic Frontiers SFD-1
CD-Player Primare DVD 30
Plattenspieler Brinkmann Bardo mit Musical Life Conductor 10 Zoll oder Kenwood KD-990 mit Kenwood Kunststeinauflage
Tonabnehmer Audio Technica ART 9, Clearaudio Da Vinci
Phono-Vorstufe Plinius Koru
Vorverstärker Audio-gd Master 9
Endstufe für Bass: zwei Primare A-32, für Mittel-Hochton: Air Tight ATM-3 oder Spectral DMA-100
Lautsprecher Triangle Grand Concert, Analysis Audio Epsylon, Qudral Platinum M 50
Zubehör Audioquest Diamond oder Carbon USB, Audioquest Jitterbug, JIB Boaacoustic Silver Digital Carbon SPDIF und Krypton AES/EBU, Sommer Cable Carbokab-AES/EBU, In-akustik Black&White NF-1302, Audio-gd NF Cinch und XLR, QED Genesis Silver Spiral LS mit Enacom LS, Shunyata Andromeda LS mit Enacom LS, Real-Cable HD-TDC, MudrAkustik Max Netzleiste, Mudra und Audioquest NRG-X2 Netzkabel, AHP Reinkupfer-Sicherungen, Groneberg Wandsteckdosen, mbakustik Raum-Absorber, Levin Design Vinyl-Bürste
Möbel Creaktiv Audio mit Absorberböden, Finite Elemente Pagode, Audio Exklusiv d.C.d. Basis
Herstellerangaben
PSI Audio AVAA C20
Wirkungs-Bandbreite 15 Hertz bis 150 Hertz
Stromverbrauch Maximal 70 Watt in ruhiger Umgebung maximal 10 Watt
Gehäuse schwarz oder weiß
Abmessungen 424 mm B x 509 mm H x 300 mm T
Gewicht 13 kg
Preis 2450 Euro

Hersteller
Relec SA
Anschrift Rue de Petits-Champs 11a+b
1400 Yverdon-les-Bains
Switzerland
Telefon +41 244260420
E-Mail info@psiaudio.com
Web www.psiaudio.com

Vertrieb
AUDIOWERK e. Kfm.
Anschrift Schulstr. 30
55595 Hargesheim
Telefon +49 671 2135420
Fax +49 671 2135419
E-Mail info@audiowerk.eu
Web www.audiowerk.eu


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