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SOtM sNH-10G Netzwerk Switch

26.02.2019 // Roland Dietl

Für mich bedurfte es im vorangegangenen Test der SOtM-Geräte keiner großen Anstrengung, klangliche Unterschiede zu hören, wenn die sCLK-OCX10 den Takt für den sMS-200ultra Neo und tX-USBultra vorgab. Um dieses Ergebnis zu verifizieren, habe ich bei einem guten Bekannten die SOtM-Geräte in dessen Anlage integriert. Höchst interessant war für mich, dass auch dieser Bekannte und ein weiterer anwesender Hörer den Einfluss der Master-Clock sofort ohne große Mühe nachvollziehen konnten!

Das Clock-Board im Detail
Das Clock-Board im Detail

Deshalb schließen wir jetzt auch den SOtM Switch neben sMS-200ultra Neo und tX-USBultra an die externe Super-Clock sCLK-OCX10 an. Genau diese Konfiguration war es, die mich im Vorfeld des Switch Tests so reizte: Für alle angeblich nicht wichtigen Clocks in der Datenkette (USB, Ethernet) gibt nun eine externe Master-Clock den Takt vor. Das hauseigenes Netzteil sPS-500 versorgt dabei die Master-Clock sCLK-OCX10 und das USB Hub tX-USBultra; der Netzwerk-Player sMS-200ultra Neo wird von meinem HDPLEX 200W Linearnetzteil und der Switch vom Keces P8 Dual gespeist. Alle diese Netzteile und das große HDPLEX 400W ATX Linear-Netzteil für den Musikserver sind an die hochwertige, ebenfalls mit Filtertechnik ausgerüstete SOtM Netzleiste mT-1000 angeschlossen, die uns der deutsche Vertrieb freundlicherweise zur Verfügung stellte. Für die Übertragung des Clock-Signals sind jetzt drei 75-Ohm-BNC-Kabel notwendig. Der Kabelsalat ist gewaltig, aber das klangliche Ergebnis ebenfalls!

Der Klang der Streicher im „Divertimento K. 136“ von W.A. Mozart in der Aufnahme mit der Academy of St. Martin in the Fields unter der Leitung von Neville Marinner (Decca Legacy Volume Four - FIM UHD) ist für mich einfach herausragend eingefangen. Genau richtig, um den Effekten der Taktung durch die externe Master-Clock auf die Spur zu kommen. Ohne Master-Clock haben die Streicher einen Glanz, der beeindruckend wirkt; mit Master-Clock ist dieser Glanz weit weniger spektakulär, trifft aber für mein Empfinden wesentlich besser den natürlichen Klangcharakter der Streichinstrumente. Diesen Effekt habe ich schon einmal an anderer Stelle mit falschem „digitalen Glanz“ umschrieben, der letztlich wohl auf Störgeräusche in der digitalen Wiedergabekette zurückzuführen ist.

Einen weiteren Unterschied stelle ich bei der räumlichen Abbildung fest. Dabei geht es mir gar nicht um die absolute Tiefe der Abbildung, die in beiden Konstellationen in etwa gleich ist. Aber ohne Master-Clock entsteht um jedes Instrument ein gewisser Raum, der im direkten Vergleich eher künstlich und geradezu hohl wirkt. In direktem Zusammenhang damit steht die Größenabbildung einzelner Instrumente. Im Pianissimo-Auftakt der Ouvertüre zur „Italienerin in Algier“ von G. Rossi (Solti & Orchestra Of The Royal Opera House, Covent Garden: VENICE - CAPC 23130 SA) bleibt die Flöte auch wirklich eine Flöte und wird von ihren Abmessungen her nicht plötzlich unnatürlich aufgebläht. Im „Intermezzo from Goyescas“ von Enrique Granados mit dem New Philharmonia Orchestra unter der Leitung von Rafael Frübeck des Burgos (Decca Legacy Volume One - FIM UHD) erklingen die Bläser nicht weitläufig aus der Tiefe des Raums, sondern sind hinsichtlich ihrer Größe und Platzierung im Orchester klar fokussiert. Die Gesamtheit dieser Effekte führt bei den gehörten Aufnahmen zu einer präziseren räumlichen Staffelung der einzelnen Instrumente, was den Aufnahmen mehr Klarheit und Prägnanz verleiht und damit letztlich wieder den räumlichen Eindruck verbessert.


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