tests/19-06-03_playback
 

Playback Designs MPD-8 DREAM DAC und Stream-IF

03.06.2019 // Dirk Sommer

In der Wandler-Sektion, die Andreas Koch konzipierte, hat es keine Veränderungen gegenüber dem MPS-8 gegeben. Auch im MPD-8 kommt nicht wie in den meisten D/A-Wandlern ein Chipsatz zum Einsatz. Die Aufgabe übernehmen hier FPGAs, programmierbare ICs mit hoher Rechenleistung. Da Andreas Koch sie als DSD-Wandler programmierte, werden vor der Wandlung alle Signale, also auch hochaufgelöste PCM-Dateien und solche nach dem Red-Book-Standard auf das 32-fache der üblichen DSD-Abtastrate hochgerechnet. Das sind knapp 90 Megahertz. Die Auflösung des Prozesses gibt Bert Gerlach mit 72 Bit an. Wie immer bei der Erzeugung solch enormer Datenmengen geht es darum, mit sehr „sanften“ Noise-Shapern und Filtern auszukommen, denn die werden üblicherweise als „angenehmer“ und weniger technisch klingend wahrgenommen. Playback Designs verwendet „Adaptive Apodizing Filter“, die eine selbstanpassende, variable Transientenrekonstruktion ermöglichen sollen. Mehr Details zu dieser exklusiven Playback-Designs-Technologie gibt weder Andreas Koch noch Bert Gerlach preis.

Der Stream-IF kann die aufbereiteten Daten per S/PDIF und PLINK – eine Lichtleiterverbindung – zum D/A-Wandler schicken. Nur letztere lässt Datenraten von 384 Kilohertz bei PCM und Vierfach-DSD zu
Der Stream-IF kann die aufbereiteten Daten per S/PDIF und PLINK – eine Lichtleiterverbindung – zum D/A-Wandler schicken. Nur letztere lässt Datenraten von 384 Kilohertz bei PCM und Vierfach-DSD zu

Dennoch wird mir der Stoff für diesen Artikel so schnell nicht ausgehen, denn Highendscout hat dem MPD-8 noch einen Stream-IF beigepackt: Das ist ein Streaming-Interface und in etwa dem Auralic Aries Femto vergleichbar. Es erlaubt den Zugriff auf Inhalte im Internet, auf netzwerkgebundene Speicher (NAS) und per USB angeschlossene Geräte wie Computer oder Server. Das schlichte Kistchen, das rein äußerlich leider gar keine Ähnlichkeit zu den aus dem Vollen gearbeiteten Gehäusen der Dream-Serie aufweist, gibt die von den vielfältigen Quellen empfangenen, von Jitter befreiten und reclockten Daten nicht nur über eine Coax-Schnittstelle, sondern auch über eine ST-Verbindung aus. Das ist ein optische Schnittstelle, die vielleicht noch einigen Wadia-Besitzern bekannt sein dürfte. Über diese hochwertige Glasfaser-Verbindung lassen sich vielfach höher Datenraten als die für die Musikreproduktion benötigten übertragen – und das bis zu einem Kilometer verlustfrei. Ein weiterer Vorteil ist, dass durch diese „PLINK“ genannte Verbindung – was wohl für Playback-Link stehen dürfte – eine galvanische Trennung zwischen Zuspielern und DAC erreicht wird. In Verbindung mit dem Stream-IF ergeben sich in meiner Kette folgende Verbindungsarten:

1. Daten vom Melco per USB zum MPD-8
2. Daten vom Melco per USB zum Stream-IF und von dort per PLINK zum MPD-8
3. Daten vom Melco per LAN zum Stream-IF und von dort per PLINK zum MPD-8
4. Daten vom Melco per LAN zum Aries Femto und von dort per USB zum MPD-8

Danach steht ein Vergleich der bestklingenden Verbindungsart mit vom Aries gespeisten M-Scaler und DAVE an und abschließend noch einmal der direkte Anschluss des Playback Designs an Einsteins The Poweramp – unter Umgehung der Vorstufe. Es gibt also eine Menge zu hören.

Der Stream-IF wird von einem externen Netzteil gespeist. Leider hatte ich kein Linearnetzteil mit der passenden Spannung zur Hand um auszuprobieren, ob an dieser Stelle klanglich noch etwas mehr zu holen ist
Der Stream-IF wird von einem externen Netzteil gespeist. Leider hatte ich kein Linearnetzteil mit der passenden Spannung zur Hand um auszuprobieren, ob an dieser Stelle klanglich noch etwas mehr zu holen ist

Bevor ich zu den einzelnen Varianten komme, lasse ich den MPD-8 noch ein paar Tage einspielen, da er, wie im Menü abzulesen, gerade mal ein wenig mehr als 300 Betriebsstunden sammeln konnte. Jetzt zeigt das Display über 450 Stunden an. In den Hinweisen zur Einspielzeit findet sich für den Zeitraum von 350 bis 500 Stunden die Anmerkung: „The magic will be starting.“ In den Monaten danach wären dann nur noch sehr subtile Verbesserung wahrzunehmen. In der Einspielzeit habe ich natürlich ausprobiert, welche DSD-Abtastraten die einzelnen Kombinationen wiederzugeben in der Lage sind: DSD256 schaffte keine von ihnen! Ein weiterer Anruf bei Bert Gerlach machte dann klar, was der Grund dafür ist: Der MPD-8 und das Stream-IF geben nur im Zusammenspiel mit der neusten ALSA- oder Advanced Linux Sound Architecture-Version DSD256 wieder. Da mein Melco im Audionetzwerk ohne Internet-Verbindung auskommen muss, macht er auch keine automatischen Updates. Sobald ich ihn per USB-Speicher auf die Firmware-Version 3.90 gebracht habe, klappt's dann beim DAC und Stream-IF mit DS256 via USB. Per LAN wird der Stream-IF vierfach DSD erst nach einem Update in nicht ganz so naher Zukunft wiedergeben können, verriet Bert Gerlach. Für den Aries Femto gilt das gleiche wie für den Melco: Wegen der fehlenden Internet-Verbindung gibt’s kein automatisches Update. Deshalb musste der Aries kurz für ein Update auf 6.1.1 in ein anderes Netz umziehen. Aber auch danach weigert er sich standhaft, den Playback Designs' verständliche Daten zu liefern. Aber das spricht ja nicht wirklich gegen diese Kombination: Wie viele Songs in DSD256 haben Sie ihn Ihrer Mediathek?


  • MSB Technology The M500 Mono Amplifier

    In der beeindruckendsten Kette, die ich je gehört habe, sorgten zwei 1000-Watt-Endstufen für die Verstärkung. Allerdings waren die bisher teuersten und noch einmal mehrfach kräftigeren Power-Amps in meinem Hörraum eher eine Enttäuschung. Und nun tummeln sich dort schon seit Wochen MSBs 1000-Watt Boliden. Wie viel Leistung braucht der Mensch? Die Kollegen Saile und Bussler dürften zehn, in Ausnahmefällen vielleicht sogar 20 Watt für völlig ausreichend halten und darauf verweisen, dass Lautsprecher mit einem entsprechend hohen…
    26.01.2021
  • Audioquest Mythical Creatures – ThunderBird

    The Mythical Creatures in question here are – not surprisingly for Audioquest – speaker cables. In addition to the ThunderBird, the new species also includes a FireBird and a Dragon. All three top models feature separate bass cables for bi-wiring purposes, and all of them have spread out in my listening room, vying for attention and burn-in time. Already during his visit to our editorial office more than two years ago, Garth Powell had a…
    21.01.2021
  • Waversa Systems Wrouter – Teil 2

    Im ersten Teil des Tests stellte sich heraus, dass der Waversa Wrouter, anders als sein Name suggeriert, ein sehr hochwertiges LAN-Switch, ein Upsampler, eine Soundmaschine und eine Streaming-Bridge ist. Darüber hinaus agiert er auch als Dynamikprozessor, und eine soeben installierte Festplatte macht ihn zum Streamer. Nein, ich bin nicht sicher, dass dank dieser Fortsetzung des Tests wirklich alle Funktionen des Wrouter beschrieben werden. Fest steht allerdings, dass ich wissentlich kein Thema ausgelassen habe, und auch,…
    19.01.2021
  • Ferrum HYPSOS - Teil 2

    Nach dem ersten Teil des Tests kommen wir nun endlich zur Sache. Es geht ans Hören. Zusätzlich liefern wir ihnen mit Teil 2 die aktualisierten technischen Daten am Ende des Artikels. So können Sie selbst mit den alten Daten im Teil 1 vergleichen, um wie viel Leistung das HEM-Team seine ursprünglichen Berechnungen übertroffen hat. Ich kenne das Netzteil wie erwähnt ja bereits als Vorabversion. Sie dürften inzwischen aber mehr als neugierig sein. Schon bei meinem…
    15.01.2021
  • Finite Elemente Carbofibre° HD

    I am lucky with my listening room: even without special damping, diffusers or absorbers it sounds pretty good. However, the interaction of the power amplifier with the tiled floor is anything but optimal: various types of coupling are very noticeable here. Does Finite Elemente’s Carbofibre° HD isolation base bring any further improvement? As for the loudspeakers, things don't look any better either. That's why my long-time favourites, the Kawero Classic, ended up resting on a…
    14.01.2021
  • Ferrum HYPSOS - Teil 1

    Auf diesen Test freue ich mich schon seit gut einem Jahr. Während der Entwicklung des Hybrid-Netzteils HYPSOS, dem ersten Produkt von Ferrum überhaupt, stand ich immer wieder mit den Entwicklern in Kontakt. Bereits im September konnte ich ein HYPSOS mit Beta-Firmware testen. Das beeindruckende Hörerlebnis hat die Wartezeit nicht leichter gemacht. Kurz vorm Jahreswechsel ist es also endlich soweit. Die Hifistatement Redaktion erhält gleich zwei Exemplare des neuen Ferrum HYPSOS. Ich freue mich sehr, dass…
    12.01.2021

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.