tests/19-07-29_sbooster
 

SBooster BOTW Power & Precision Eco MKII – zum zweiten

29.07.2019 // Dirk Sommer

Die neue Generation der SBooster habe ich Ihnen zwar schon Anfang der Jahres gleich nach den Westdeutschen Hifi-Tagen vorgestellt. Aber auf der High End hatte Wiebren Draaijer ein Modell mit dabei, das Wechselstrom liefert. Zufälligerweise findet sich der passende Verbraucher in meinem Fundus. Und dann wird noch der Redaktions-Ripper zum Thema.

Der Kollege Jürgen Saile – nein, er ist weder der Redaktions-Ripper, noch neigt er überhaupt zu kriminellen Handlung, außer vielleicht, wenn es um NOS-Glaskolben aus dem frühen vergangenen Jahrhundert geht – war bisher vor allem in Sachen Klein-Leistungsverstärker und Hochwirkungsgrad-Lautsprecher unterwegs. Nun entwickelt er seit Neuestem ein ausgeprägtes Interesse an edlen In-Ear-Kopfhörern und Digitalen Audio Playern. Ob's an den Temperaturen liegt? Egal. Auch wenn er die Wiedergabe von CDs der von Dateien eindeutig vorzieht, kommt er plötzlich um so neumodische Themen wie HiRes-Audio und CD-Rippen nicht mehr herum. Da lag natürlich die Frage nach der besten Methode, CDs in Dateien zu verwandeln, nahe. Ich erinnerte mich an Wolfgang Kempers Beschäftigung mit Melcos D100-B und seine Begeisterung für das optische Laufwerk. Nach der Lektüre des Artikels habe ich kurz erwogen, meinen gesamten CD-Bestand ein zweites Mal in dann wahrscheinlich deutlich besser klingende Dateien umzuformen, die Idee dann aber aus Zeitmangel – oder Faulheit – schnell wieder verworfen. Und für das nochmalige Rippen allein der Lieblings-CD schien sich mir die Anschaffung des Melco nicht zu lohnen. Aber jetzt hat mir Jürgen Sailes Frage das Thema wieder in Erinnerung gerufen und mich auf eine Idee gebracht. Nach ein paar Telefonaten stand fest: Wir werden einen Melco D100-B für die Redaktion erwerben und nicht nur das.

Analog und digital friedlich vereint: Der PP1 mit dem Wechselstrom-SBooster und der Melco D100-B mit einem der bekannten 12-Volt-Modelle. Auf die Abbildung des serienmäßigen Miniatur-Steckernetzteils des PP1 haben wir freundlicherweise verzichtet
Analog und digital friedlich vereint: Der PP1 mit dem Wechselstrom-SBooster und der Melco D100-B mit einem der bekannten 12-Volt-Modelle. Auf die Abbildung des serienmäßigen Miniatur-Steckernetzteils des PP1 haben wir freundlicherweise verzichtet

Wolfgang Kemper hatte bei seinen Experimenten mit dem Laufwerk ausschließlich das mitgelieferte Schaltnetzteil verwendet, aber auf die Möglichkeit verwiesen, den Melco auch mit einem guten Linear-Netzteil zu speisen. Und das werde ich nun ausprobieren: Dazu habe ich den Melco D100-B mit dem N1ZH/2 verbunden und Schostakowitschs Age Of Gold als Classic-Records-Gold-CD zweimal eingelesen, einmal als der D100-B mit seinem Schaltnetzteil, einmal als er mit dem SBooster verbunden war. Anschließend habe ich die Prozedur mit Ravi Shankars Tana Mana wiederholt. Der N1ZH/2 fand problemlos die Metadaten und das Cover und schrieb die .wav-Daten in den Ordner „import-CD“. Dort habe ich die Informationen mit Metadatics denen der schon lange gespeicherten Datei angeglichen und die neuen Dateien in den Ordner „import“ verschoben, in dem bisher alle Files gespeichert waren. Ich höre die „Polka“ in der wohlbekannten Version zweimal, bis ich auf die mit dem Melco gerippte Variante wechsele: Die „Polka“ erklingt nun mit minimal kräftigeren Klangfarben, rhythmisch noch eine Spur interessanter und einen Hauch durchsichtiger, so dass etwa das Vibrato eines Holzblasinstrumentes über die Aufmerksamkeitsschwelle des Zuhörer gehoben wird. Weitere leichte Verbesserungen in den genannten Disziplinen kann man bei der mit Melco und SBooster erstellten Variante bei aufmerksamen Zuhören wahrnehmen. Die Unterschiede sind nicht gravierend, aber ein weiteres kleines Schrittchen in Richtung Perfektion. Einen etwa ebenso großen klanglichen Fortschritt hatte ich erzielt, als ich die Stromversorgung von Chord-Electronics-M-Scaler vom mitgelieferten, externen Schaltnetzteil auf die Akkuspeisung per PowerAdd umstellte.

Nach den Schilderungen Wolfgang Kempers hatte ich aber deutlichere Verbesserungen durch das Rippen mit dem D100-B – mit und ohne SBooster – erwartet. Allerdings folgt in meiner Kette dem Datenspeicher das mit einer 10-Megahertz-Clock getaktete SOtM-Switch, der Aries G1 und der M-Scaler, bevor die Daten vom DAVE gewandelt werden. Und alles zwischen diesem und dem Melco dient ja nur der Signalaufbereitung. Also habe ich einfach mal den USB-Ausgang des Melco direkt mit dem DAVE verbunden und nochmals die drei Files gehört. Nachdem ich mich an den nun deutlich geschrumpften, virtuellen Aufnahmeraum und die ein oder andere tonale Rauigkeit gewöhnt habe, lassen sich etwas größere Unterschiede zwischen den drei Files ausmachen. Das Rippen mit dem D100-B sorgt für eine etwas tiefere imaginäre Bühnen, und auch der Hochtonbereich hat einen Teil seiner Härte verloren. Wurde das Melco-Laufwerk beim Rippen mit Strom aus dem linearen Netzteil versorgt, ist das Resultat eine Datei, die bei der Wiedergabe minimal runder und geschmeidiger rüberkommt und die Illusion eines größeren Saales suggeriert.


  • The Audio One

    Bei Acapella steht das beste – und teuerste – Lautsprechersystem, das ich je gehört habe. Aber wie vor mehr als 40 Jahren, als ich dort treuer Kunde wurde, ist es dem Team noch immer ein Anliegen, den Kunden benutzerfreundliche und auch erschwingliche Lösungen für höchsten Musikgenuss anzubieten. Dabei spielt The Audio One eine nicht unwichtige Rolle. Daran, wie die Programme zum stufenweisen Erwerb einer sehr hochwertigen Anlage damals aussahen, habe ich im Artikel über meinen…
    25.02.2020
  • Melco S100

    Ich habe es Melco zu verdanken, dass ich meine gerippten CDs und hochaufgelösten Audio-Files schon seit Jahren nicht mehr per Computer abspiele. Inzwischen umfasst das Angebot der japanischen Digital-Spezialisten nicht nur diverse Musikserver und Netzwerkspieler, sondern auch ein für Audio-Anwendungen optimiertes Switch. In der Kette meiner Gattin im Wohnzimmer liefert ein N1A 60HA/2 die Daten, im Arbeitszimmer ist es N1Z 60HA/2, und zum Rippen von CDs benutzen die Kollegen und ich das D100-Laufwerk, unseren sogenannten…
    21.02.2020
  • Ayon S-10 Netzwerkplayer

    Ayon S 10 – hatten wir das nicht schon einmal? Richtig - und das Gerät hatte mich seinerzeit restlos begeistert, aber das ist mittlerweile schon wieder drei Jahre her. Grund genug nachzusehen, was sich in der brandneuen Version S 10 II technisch und klanglich getan hat. Rein äußerlich – so scheint es – hat sich nichts verändert. Wir haben nach wie vor das hervorragend verarbeitete und ganz in schwarz f Gehäuse aus gebürsteten Aluminiumteilen mit…
    18.02.2020
  • Pro-Ject Power Box RS Uni 1-way für Pro-Ject CD Box RS2 T

    Wer sich das Vergnügen eines Pro-Ject-CD-Box-RS2-T-Laufwerks leistet, bekommt dies mit einem simplen Schaltnetzteil geliefert. Mit dem eines optionale Linearnetzteil bietet Pro-Ject eine Chance zur weiteren klanglichen Aufwertung des CD-Transport, die man nicht außer Acht lassen sollte. Ehrlich gesagt, bin ich auf die Option, das einfache Schaltnetzteil gegen das Linearnetzteil Power Box RS Uni 1-way auszutauschen, nur gestoßen, weil mich das ständige Leuchten der blauen LED am Schaltnetzteil störte. Denn abschaltbar war nur der CD-Transport selber.…
    14.02.2020
  • Astell&Kern SP2000 Ultima

    Was könnte man einem Audiophilen empfehlen, der schon alles hat? Genau, einen Digitalen Audio Prozessor der Spitzenklasse! Hier drängt sich einer der Pioniere dieser Geräteart geradezu auf: der Koreanische Hersteller Astell&Kern. Mit seinem Flaggschiff reitet er eine Attacke auf unsere Brieftasche. Allerdings wird dafür auch Außergewöhnliches geboten. Die Koreaner waren die ersten, die den Digitalen Audio Prozessor vom Massen-Billigprodukt weg in die HiFi-Welt eingeführt haben. Bereits vor sechs Jahren hatte Kollege Sommer den AK 100…
    11.02.2020
  • Chord ÉTUDE

    Die preisgünstigste Möglichkeit, Chords neues Schaltungskonzept zu erleben, ist die Endstufe Chord ÉTUDE, die sich beim Design an den fulminanten DAVE orientiert. Sie ist das jüngste Mitglied der kompakten CHORAL-Serie, das der CD-Transport BLU2 komplettiert. Auf der letzten Highend in München präsentierte Jahn Franks, der CEO und Entwickler von Chord Electronics, seine Referenzserie Ultima. Ursprünglich war geplant, eine dieser Endstufen zu testen, aber die Nachfrage ist aktuell so groß, dass wir dieses Vorhaben wohl erst…
    28.01.2020

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies).

Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.