tests/19-08-20_mastersound
 

Mastersound Dueundici

20.08.2019 // Carsten Bussler

Der blitzsaubere Aufbau des Geräts setzt sich im Inneren fort
Der blitzsaubere Aufbau des Geräts setzt sich im Inneren fort

Weiter geht es etwas gefälliger und gesitteter mit dem Klassiker „Dancing in the Dark“ von Bruce Springsteens Born in the U.S.A., Columbia Records, 1984. Bruce steht auf einer sehr weiträumigen virtuellen Bühne und sprüht förmlich vor Energie, was den eigentlich etwas schwermütigen Grundtenor dieses Liedes noch zu verstärken scheint. Der Hochtonbereich zeichnet sich dabei durch minimale Zurückhaltung aus: Feinste Ausschwinggeräusche sind zwar sehr gut wahrnehmbar, aber alles andere als aufdringlich, dabei dennoch weit entfernt davon, „gesoftet“ oder ausgeblendet zu wirken. Schließlich durfte auch das atmosphärisch dichte Klassikeralbum The Joshua Tree, Island Records, 1987, von U2 nicht fehlen. Wieder so eine Scheibe, die ich „am Stück“ komplett durchgehört habe. Bonos Gesang bekam dabei dank des geschmeidigen und sonoren Mitteltonbereichs des Mastersound Dueundici eine ungemein plastische, sehr fesselnde Ausdrucksweise. Gerade Mittel- und Hochtonlagen werden immer fein vom Italiener aufgelöst, bleiben andererseits aber stets frei von jeder Analytik oder Härte. Wer mir jetzt allerdings mit der Plattitüde „schöner, warmer Röhrenklang also“ um die Ecke kommt, gehört mit hundert Stunden Musikhören via Smartphone bestraft – dieser ominöse, berühmt-berüchtigte und bisweilen sogar für Werbezwecke missbrauchte „Röhrensound“ existiert schlichtweg nicht, sondern ergibt sich in aller Regel aus der Kombination mit ungeeigneten Lautsprechern. Das nur mal so am Rande.

Vielmehr begeistert mich der Dueundici mit schönen Klangfarben, ohne jemals euphonisch zu wirken. Er besitzt großartige feindynamische Fähigkeiten, von der wirklich jede Musikrichtung ungemein profitiert und die für eine innere Lebendigkeit und Authentizität der Musik sorgen. Und natürlich konnte ich schließlich nicht anders, als den Verstärker – für mich obligatorisch – mit den Rüpeln von AC/DC zu quälen. Selbst als ich nahezu deren gesamtes Repertoire bei teilweise ambitionierten Pegeln rauf und runter gedudelt hatte, wurde mir nicht Angst und Bange um den kleinen Verstärker. Klar, die Grobdynamik litt etwas im Eifer des Gefechts, aber zurück bei gehobener Zimmerlautstärke war auch diesbezüglich wieder alles im grünen Bereich. Dank der schönen Fernbedienung war diese Laut-Leise-Übung ein für mich eher ungewohnt komfortables Kinderspiel, der ich sonst ja kein ausgewiesener Fan solch modernen Schnickschnacks bin.

Eine handschmeichlerische Funkfernbedienung für die Lautstärke wird mitgeliefert
Eine handschmeichlerische Funkfernbedienung für die Lautstärke wird mitgeliefert

STATEMENT

Der Mastersound Dueundici ist ein sehr feinsinniger Röhrenverstärker, der lautsprecherseitig die Kombination mit einer leichten Last verdient. Dann läuft er zu verblüffender Höchstform auf und straft klanglich sowohl sein Preisschild als auch seine nominelle Ausgangsleistung lügen.
Gehört mit
Plattenspieler Rega Planar 6
Tonabnehmer Ortofon 2M Bronze, Rega Ania
Phono-Vorstufe EAR Yoshino 834P
Lautsprecher Diverse DIY Vollbereichsbreitbänder: Open Baffle (Ciare CH250), Transmis-sionline (Seas FA22RCZ & Seas Exotic F8), Tapered Quarter Wave Tube (Tang Band W8-1772), Backloaded Horn (Fostex FE206En)
Zubehör Reson LSC Lautsprecherkabel, Albedo Phono NF-Kabel, StraightWire Symphony II NF-Kabel
Möbel DIY
´
Herstellerangaben
Mastersound Dueundici
Geräteart Vollverstärker mit Phono MM
Frequenzbereich 15Hz bis 30kHz (0dB)
Eingänge 1 x Phono MM, 3 x Line
Eingangsimpedanz 50kOhm
Eingangsempfindlichkeit 1000mV
Röhrenbestückung 2 x EL34, 2 x ECC802
Ausstattung Fernbedienung
Schaltung Single Ended Class A, keine Gegenkopplung
Gehäusefarbe Schwarz mit Walnuss Seitenteilen (schwarze Seitenteile gegen Aufpreis erhältlich)
Lautsprecher-Impedanzabgriffe 4 Ohm, 8 Ohm
Ausgangsleistung (RMS) an 4 und 8 Ohm 11W+11W
Gewicht 15 kg
Maße 40,5cm x 29,5cm x 20cm
Preis 2.700 Euro

Vertrieb
Barisic & Partner KG
Anschrift Pradler Straße 3
A-6020 Innsbruck
Österreich
Telefon +43 676 5906026
E-Mail info@audiovertrieb.com
Web www.audiovertrieb.com


  • Ayon Iris Signature Streamer

    Auf der High End Vienna haben Dirk Sommer und ich den Ayon Iris erstmals entdeckt – nun steht der außergewöhnliche Streaming-Player bei uns bereits zum Test. So frisch ist der Iris, dass selbst die Roon-Zertifizierung zum Testzeitpunkt noch läuft. Brandneu, doch der Iris kommt keineswegs aus dem Nichts: Wer die Entwicklung der digitalen Ayon-Komponenten verfolgt hat, erkennt eine kontinuierliche Beschäftigung mit dem Thema Streaming. Auch wir konnten diesen Weg begleiten – nach dem S3 und…
    01.09.2026
  • Sumiko Starling

    Mein letzter Test eines Tonabnehmersystems befasste sich mit dem Sumiko Oriole. Nun drehen sich für diesen Test meine Schallplatten unter dem Sumiko Starling, dem teuersten System aus der Sumiko Referenz Serie. Nachdem ich überaus positiv überrascht vom Test des Oriole war und dies Peter Laitenberger vom deutschen ATR Vertrieb mitteilte, empfahl mir dieser mir doch einmal das Sumiko Starling anzuhören. Gesagt, getan und bereits wenige Tage später kam das kleine Päckchen mit dem Starling zu…
    28.08.2026
  • Ayon Spark V

    Der Röhrenvollverstärker Spark ist mittlerweile seit über 20 Jahren ein fester Bestandteil des Produktportfolios von Ayon. Preislich eher im Einstiegssegment der Österreicher und nominell unterhalb der Evolution-Serie angesiedelt, hat dieses Gerät aufgrund der eingesetzten russischen Triode 6C33 das Potenzial zum Hidden Champion. Spätestens seit meinem Test des Boliden Ayon Crossfire Evo maße ich mir an, ein Kenner der Marke Ayon zu sein, zumal mir diverse andere Geräte der Marke im Laufe der Jahre zu Gehör…
    25.08.2026
  • Eversolo T10

    Eversolos Streamer DMP-A10 beeindruckte mit seinem hervorragenden Preis/Leistungsverhältnis und seiner prallen Ausstattungsfülle. Aber in meiner Kette im Wohnzimmer mit M-Scaler und HUGO 2 arbeitet er nur als reiner Datenlieferant. Kann das Eversolos neuer Streaming Transport T10 noch besser? Zumindest nach dem ersten Blick auf das rückseitige Anschlussfeld darf man das vermuten, denn dort befinden sich wie beim Eversolo DAC-Z10 zwei BNC-Anschlüsse für die Verbindung mit einer externen Clock, entweder mit einer Impedanz von 75 oder…
    21.08.2026
  • Dan Clark Audio Aeon Core

    Anfang letzten Jahres stellte ich den Dan Clark Audio Noire X vor, dessen Klangsignatur der meines absoluten Favoriten, dem Stealth, sehr nahe kommt – und das zu einem Viertel des Preises des Dan Clark Audio-Topmodells. Jetzt charakterisiert der kalifornische Kopfhörerspezialist den Aeon Core sehr ähnlich: „Flagship Performance. Breakthrough Price.“ Dazu, wie sich die Hierarchie zwischen Stealth, Noire X und Aeon Core darstellt, möchte ich später kommen, denn bei seiner Arbeit für den Aeon Core ging…
    14.08.2026
  • Oladra Presence

    Die Server und Streamer von Antipodes Audio sind kostspielig. Das ist nicht neu. Sie bieten für's Geld eine hervorragende Klangqualität. Das begann seinerzeit für mich mit dem EX, ging über die S-Serie zum K50 und schließlich sogar bis zum Oladra G4. Jetzt steht der brandneue Oladra Presence bei mir zum Test. Der Oladra Presence kostet enorme 58.000 Euro. Das ist für mich eigentlich Grund genug, mich nicht mit ihm zu befassen. Aber mein Interesse und…
    11.08.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.