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AudiophileOptimizer – Teil 1

08.10.2019 // Roland Dietl

Die klanglichen Unterschiede der verschiedenen Kombinationen von „Sound Signature“ und „Digital Filter“ sind ohne große Anstrengungen hörbar, können aber nicht losgelöst von der individuellen Anlagenkonfiguration gesehen werden. Dennoch besitzen die verschiedenen Einstellungen eine gewisse Grundtendenz, die auf den unterschiedlichsten Systemen in gleicher Art und Weise zu hören ist. Mein Teststück für schwierige Fälle ist das „Intermezzo from Goyescas“ von Enrique Granados mit dem New Philharmonia Orchestra unter der Leitung von Rafael Frühbeck de Burgos (Decca Legacy Volume ONE – FIM UHD). Mit den Filtereinstellungen A oder B klingen die massiven Streichereinsätze zu Beginn und in der Mitte des Stücks klar und analytisch, neigen allerdings auf vielen Systemen zur Schärfe, wohingegen die Einstellungen C oder D den Streicherklang wärmer, runder und mit mehr Körper wiedergeben. Die verschiedenen Sound Signatures wiederrum beeinflussen recht deutlich die räumliche Tiefe und die Platzierung der Instrumente auf der imaginären Bühne zwischen oder hinter den Lautsprechern. Mit Sound Signature 1 oder 2 hat die Aufnahme eine gewaltige räumliche Tiefe, wobei gerade die Bläser dann dazu neigen, eher etwas diffus im Raum zu stehen und mit den hinteren Instrumentengruppen des Orchesters in der Tiefe des Raums zu verschwimmen. Bei Sound Signature 3 oder 4 ist die absolute räumliche Tiefe nicht ganz so extrem ausgeprägt, dafür rückt das Klangbild mehr nach vorne zwischen die Lautsprecher und wirkt dadurch präsenter und klarer gestaffelt. Auch bei gut aufgenommen Stimmen ist dieser Effekt deutlich zu hören. Wählt man Sound Signature 4, steht Emi Fujita bei „The Rose“ (Best Audiophile Voices V) klar umrissen auf der Linie zwischen den Lautsprechern, während Sound Signature 2 die Sängerin weiter nach hinten in den Raum rückt, wodurch für meinen Geschmack die livehaftige Präsenz der Sängerin im Hörraum leidet – aber keine Frage, das ist sicher auch Geschmackssache.

Wenn man sich hier für die Deaktivierung von Treibern und Diensten entscheidet, sollte man wissen, was man tut
Wenn man sich hier für die Deaktivierung von Treibern und Diensten entscheidet, sollte man wissen, was man tut

Zusammenfassend kann man sicherlich sagen, dass die Kombination von Sound Signature 1 und Filter A sehr transparent und analytisch klingt verbunden mit enormer räumlicher Tiefe, während Sound Signature 4 mit Filter D die Musik runder und mit mehr Körper wiedergibt. Auf hardwareseitig nicht optimierten Systemen, wie beispielsweise einem Notebook, habe ich mit der Kombination 4 D sehr gute Erfahrungen gemacht. Bei, beispielsweise mit einem linearen Netzteil, optimierten Systemen sind auch die Kombinationen 3 C oder 2 C durchaus eine Überlegung wert. Hier sollten Sie unbedingt probieren, die für Ihr System und Ihre persönlichen Vorlieben am besten geeignete Kombination zu finden. Hier gibt es kein richtig oder falsch!

Die Deaktivierung der Netzwerk-bezogenen Dienste bringt einen schönen klanglichen Zugewinn, allerdings ist dann beispielsweise der Zugriff per Remote-Konsole nicht mehr möglich
Die Deaktivierung der Netzwerk-bezogenen Dienste bringt einen schönen klanglichen Zugewinn, allerdings ist dann beispielsweise der Zugriff per Remote-Konsole nicht mehr möglich

Doch zurück zum Vergleich zwischen unverändertem Windows 10 Pro und dem mit AudiophileOptimizer optimierten System mit der Einstellung 4 D im Advanced Mode. Die klanglichen Verbesserungen sind sofort deutlich zu hören. Die räumliche Abbildung wird breiter und wesentlich tiefer. Die Musik spielt vor einem schwärzeren Hintergrund, klingt entspannter und Härten im Mitten- und Hochtonbereich sind weit weniger ausgeprägt. Im bereits erwähnten „Intermezzo from Goyescas“ entfalten die Streicher nun genau die Strahlkraft und Intensität, die diese Aufnahme so auszeichnet. Der Ultimate Mode legt dabei noch eine Schippe drauf. Im „Klavierkonzert in A-Moll“ von Edvard Grieg mit Radu Lupu als Solisten und dem London Symphony Orchestra unter der Leitung von André Previn (Decca Legacy Volume One - FIM UHD) klingen die Streichinstrumente wesentlich voller und runder ohne dabei an Transparenz zu verlieren und die Anschläge des Konzertflügels sind klarer und mit mehr innerem Nachdruck zu hören. Bisher noch vorhandene Härten und unnatürlicher Glanz sind weitgehend verschwunden. Das ist so augenfällig – Verzeihung – ich meine natürlich ohrenfällig, dass sich eine Rückkehr zum nicht optimierten Windows 10 Pro schnell erübrigt.


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