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EternalArts DP MkII

18.11.2019 // Wolfgang Kemper

Der neue EternalArts DP MkII ist ein CD-Player und Digital-Audio-Wandler mit Röhrentechnik. Die Bezeichnung ist etwas irreführend, denn das MkII bedeutet in diesem Falle nicht, dass es sich um eine überarbeitete Version handelt. Vielmehr ist er technisch und klanglich seinem deutlich teureren Bruder sehr ähnlich.

EternalArts geht mit dem DP MkII erstmals einen anderen Weg: Der neue CD-Spieler mit extern zugänglichem integriertem Digital-Analog-Wandler wird ausschließlich direkt ab Werk verkauft. Nur so lässt sich laut Dr. Burkhardt Schwäbe, der ihn mit seinem kleinen Team in Hannover-Isernhagen entwickelt hat, der Preis von 2.000 Euro realisieren. Denn, auch wenn sich im DP MK II zugekaufte Baugruppen finden, alles Wesentliche geschieht in der Manufaktur bei EternalArts. Hier entsteht in kleinen Serien mit Sorgfalt jedes einzelne Gerät. Dr. Schwäbe hat sich vor Jahren dem OTL-Röhrenkonzept von Julius Futterman verschrieben und fertigt als Herzstücke seines Geräte-Portfolios Mono- und Stereo-Versionen dieser Endstufen ohne Ausgangs-Transformatoren. International angesehen sind inzwischen auch der EternalArts OTL-Kopfhörerverstärker oder die einzigartige Universal Tape Stage, um nur zwei Beispiele zu nennen. Einen hochwertigen CD-Spieler gibt es schon seit geraumer Zeit. Es ist der Tube Digital Player DP für 3500 Euro, ein reinrassiger CD-Spieler mit einer hochwertigen Röhren-Ausgangsstufe im edlen Gehäuse. Hochwertige Verarbeitung und optisch ansprechende Materialien, vergoldete oder vernickelte Bedienelemente sind Standard bei EternalArts. Auch schwarzes Acryl-Glas gehört zu den typischen Design-Attributen des Hauses.

Von seinen Proportionen passt der EternalArts DP MkII sicher zu vielen anderen Hifi-Komponenten
Von seinen Proportionen passt der EternalArts DP MkII sicher zu vielen anderen Hifi-Komponenten

An dieser Stelle wurde beim MkII der Rotstift angesetzt, um die genannte Preismarke realisieren zu können. Keine Angst, die Qualität der Verarbeitung stand nicht zur Diskussion. Sie ist beim MkII ebenso perfekt wie beim großen Vorbild. Aber das Gehäuse selber wurde kostengünstiger konstruiert. Der U-förmige Deckel ist weiterhin massiv und resonanzarm, links gelocht für die Wärmeabfuhr oberhalb der Röhren. Das Edel-Finish aus hochglänzender Pulverbeschichtung des teuren Bruders hat er nicht. An der Front sind ebenfalls nur wenige Unterschiede zu erkennen. Auch beim MkII finden sich glänzende Bedienungselemente, präzise integriert in die schwarze Acrylfront. Allein das Display schimmert weniger edel, ist auch etwas kleiner, jedoch in seiner Funktion einwandfrei. Es ist zudem auch in zwei Helligkeitsstufen dimmbar oder ganz abschaltbar, so dass es in der gediegenen schwarzen Front nicht mehr zu sehen ist. Am Gerät selber lassen sich ausschließlich die Grundfunktionen des CD-Laufwerks über vier Aluminium-Taster bedienen. Die weitere Auswahl geschieht über die mitgelieferte Infrarot-Fernbedienug. Der große und hochglänzend vernickelte Drehknopf am DP MkII dient dem Ein- und Ausschalten. Der ist haptisch ausgesprochen hochwertig gemacht. Um es schon mal vorwegzunehmen, dieser könnte der einzige Grund sein, warum man den DP MKII auch gerne ausschaltet. Die Fernbedienung ermöglicht allerlei Funktionen, wie sie bei komfortablen Steuerungen üblich sind, jedoch nicht das Ein- oder Ausschalten des MkII. Denn der Drehknopf nimmt das Gerät komplett vom Strom, trennt den Plus- und den Minus-Leiter. Standby gibt es nicht. Der neue EternalArts steht auf vier aus dem Vollen gedrehten, massiven Aluminium-Füßen. Die sind ebenfalls hochglänzend vernickelt und zusätzlich zur Entkoppelung mit Filz unterlegt.

Im DP MkII ist ein rein für Audio-Anwendung entwickeltes Schubladen-Laufwerk japanischer Herkunft eingebaut, kein Computer-Laufwerk. Dies ist eine von zwei zugekauften Einheiten, einmal abgesehen von der IR-Fernbedienung. Links vom Laufwerk ist ein weiterer, mit Mode bezeichneter Taster exakt in die Acryl-Glas-Front eingelassen. Mit ihm wählt man die gewünschte Betriebsart des DP MkII. Im Gegensatz zu seinem großen und teureren Bruder hat der MkII eine Digital-Platine an Bord, die den externen Zugang von Daten per USB-2 oder optisch oder per S/PDIF koaxial ermöglicht. Mit dem Mode-Taster lässt sich die Auswahl ebenso treffen wie mittels der Fernbedienung. Auf der Rückseite des DP MkII findet sich zudem ein mit Digital Out benannter koaxialer Ausgang. Dessen Vorhandensein macht beim klanglichen Anspruch dieses neuen EternalArts eigentlich stutzig. Denn die hochwertige Röhren-Ausgangstufe ist identisch mit der des großen Bruders und damit wesentlicher konzeptioneller Bestandteil, um nicht zu sagen: das Herz, das A und O und wohl auch der eigentliche Kaufgrund für den DP MKII. Was soll da ein digitaler Ausgang? Die Antwort ist leicht zu geben. Das digitale Bord ist ebenfalls fremder Herkunft, zwar sorgsam vom Entwickler-Team ausgewählt, aber eben keine eigene Entwicklung. Auf diesem Bord ist der Ausgang herstellerseitig integriert und deshalb auch an unserem DP MKII vorhanden. Brauchen werden Sie ihn nach meiner Einschätzung wohl nicht, es sei denn, Sie möchten eine CD auf einen Rekorder kopieren.


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