tests/20-01-03_roon
 

Roon Nucleus

03.01.2020 // t2b

Das Umrechnen aller Musikdaten in Quad-DSD mit einem Modulator siebten Grades bereitet dem Nucleus keinerlei Probleme. Das habe ich dann aber kurz deaktiviert, um zu hören, wie es der Roon mit dem Streamen hält. Ein Musik-File von 44,1 Kilohertz an drei Zonen zu senden, scheint eine zu leichte Übung zu sein. Aber auch eine Datei mit 192 Kilohertz kommt ohne einen einzigen Aussetzer in drei verschiedenen Aries – Femto, Mini und G1 – an. Bei derselben Datenrate gibt es in einer Gruppe von drei Teilnehmern bei Auralics DS-Lightning hin und wieder kurze Unterbrechungen. Und das spricht für Roons Netzwerk-Protokoll. Weder beim Umrechnen in DSD noch beim Verteilen von Musik in mehrere Räume leistet sich der Nucleus die kleinste Schwäche. Wenn Sie keine Villa mit einer Vielzahl von Räumen beschallen möchten, könnte der „kleine“ Server die bessere, weil preisgünstigere Wahl sein – vorausgesetzt er klingt ebenso gut wie die Plus-Version.

Neben der Platine mit dem Intel NUC ist ausreichend Platz für eine Festplatte
Neben der Platine mit dem Intel NUC ist ausreichend Platz für eine Festplatte

Für diesen Vergleich habe ich den M-Scaler aus dem Signalweg genommen, da er DSD in PCM zurück wandelt und Chord Electronics' Dave in den „DSD+ Mode“ geschaltet: So klingt DSD noch besser. Und ich habe auch nicht das Geringste an der Darbietung des Nucleus auszusetzen: Er begeistert bei entsprechenden Aufnahmen mit einem riesigen Raum, packender Dynamik und jeder Menge Druck im Tieftonbereich. Ein wirklicher Genuss. Hätte ich nur nicht zum Nucleus+ gewechselt! Denn der lässt die imaginäre Bühne noch minimal tiefer wirken und setzt im Bassbereich stärker auf Präzision denn auf auf schiere Energie. Nein, ich muss leider zugegen, dass sich für meinen Geschmack die Investition in mehr Rechenleistung zumindest in meiner sehr hochauflösenden Kette bezahlt macht. Aber so eine Entscheidung sollte man natürlich nicht anhand eines Albums treffen. Aber auch bei einem Song, bei dem es vor allem um Rhythmus und Groove geht, macht der Plus ein ganz klein Wenig mehr Spass. Wie gesagt, die Unterschiede sind keinesfalls gravierend. Ich würde – ohne direkten Vergleich – sicherlich auch mit dem Nucleus glücklich. Aber hier ist das minimal Bessere der Feind des sehr Guten. Ich habe es dann noch einmal mit der „Polka“ aus Schostakowitschs Das Goldene Zeitalter probiert. Auch wenn es wieder nur Marginalien sind: Klangfarben, musikalischer Fluss und Luftigkeit sprechen für den „großen“ Nucleus.

STATEMENT

Egal, ob Sie eher mit dem Nucleus oder dem Nucleus+ liebäugeln, das neue Gehäuse ist ein geldwerter Vorteil: Eine entsprechend große Festplatte macht die Investition in einen audiophilen, netzgebundenen Speicher überflüssig. Ob Sie einen Teil des Gesparten gleich für die höhere Rechenleistung des Plus ausgeben, dürfte sehr stark vom Rest ihrer Anlage abhängen. Eine hervorragende Wahl ist der Roon Nucleus allemal – jeder von beiden in seiner Preisklasse!
Gehört mit
NAS Melco N1ZH/2, WDMyCloud
Streamer Auralic Aries G1
D/A-Wandler Chord Electronics DAVE
LAN-Switch SOtM sNH-10G i mit Keces P8
10-MHz-Clock SOtM SCLK-OCX10 mit Keces P8
Vorverstärker Audio Exklusiv R7
Endstufe Einstein The Poweramp
Lautsprecher Göbel Epoque Aeon Fine
Kabel Göbel High End Lacorde, Audioquest Dragon HC, Tornado (HC) und NRG-Z3, SOtM dBCL-BNC, Forcelines
Zubehör Audioquest Niagara 5000 und 1000, Synergistic Research Active Ground Block SE, Acoustic System Füße und Resonatoren, Artesania Audio Exoteryc, Harmonix Real Focus und Room Tuning Disks, Audio Exklusiv Silentplugs
Herstellerangaben
Roon Nucleus
Anschlüsse 5,5-mm-Buchse für 12-19V Gleichstrom, 2 x USB 3.0 für Festplatte oder DAC, 1 x HDMI (Stereo- und Mehrkanal-Audio-Ausgang), Gigabit Ethernet LAN, Thunderbolt 3
Interne Festplatten-Aufnahme 2,5“ SATA SSD oder HDD
Kapazität der Bibliothek über 10.000 Alben oder 100.000 Tracks
Multi-room Streaming bis zu 6 Zonen gleichzeitig
DSP-Kapazität alle DSP-Funktionen für PCM verfügbar, bestimmte Kombinationen mehrerer Zonen und Upsampling in DSD nicht möglich
Mitgeliefertes Zubehör Steckernetzteil (19V, 60W), Steckereinsätze US/UK/EU/AU, Quick Start Guide
Home Automation und Erweiterbarkeit Roon API, Control4 Driver, Crestron Driver
Gewicht 2,5kg
Preis 1500 Euro

Vertrieb
AUDIO-TRADE Hi-Fi Vertriebsgesellschaft mbH
Anschrift Villa Belvedere
Wallufer Straße 2
D-65343 Eltville am Rhein
Telefon +49 6123 9258956
E-Mail info@audiotra.de
Web www.audiotra.de


  • Harbeth Super HL5plus XD2

    Der HL5 ist das älteste Modell von Harbeth und gehört nach wie vor zum aktuellen Sortiment. Seine Geschichte reicht fast 50 Jahre zurück und begann 1977, als H.D. Harwood, ein ehemaliger BBC-Ingenieur, als Erster Polypropylen für die Membranen der Treiber einsetzte. Übrigens steht „HL“ für die Vornamen von Harwood und seiner Frau Elisabeth. Vom HL5 zum Super HL5plus XD2 Die originalen HL-Monitor-Modelle, vom Mk 1 bis zum Mk 4, wurden zwischen 1977 und 1988 hergestellt.…
    08.05.2026
  • iFi iDSD Phantom

    Der iDSD Phantom vereint Streamer, DAC und Kopfhörerverstärker in bester iFi-Manier zu einem Alleskönner. iFi erreicht damit die höchstmögliche Ausbaustufe von stationärem HiFi. Abgerundet wird das Paket von einem aufwendigen Gehäuse und sowohl einer Transistor- als auch einer Röhren-Ausgangsstufe. Gerade im mobilen Bereich hat iFi in der Vergangenheit viele Geräte entwickelt, die einen Vergleich mit dem berühmten Schweizer Allzwecktaschenmesser nicht im Geringsten scheuen müssen. Mit dem Phantom hält die – nahezu – unbegrenzte Vielfalt an…
    05.05.2026
  • Pro-Ject Flatten it

    Das Thema thermische Behandlung von Festplatten, Kabeln oder Schallplatten wurde in Hifistatement mehrfach ausführlich behandelt. Heute geht es um den Flatten it Schallplatten-Bügler von Pro-Ject, der dank seines attraktiven Preises ein Angebot für jedermann sein könnte. Dirk Sommer hat an dieser Stelle seit Jahren immer wieder über Kältebehandlungen zur Klangverbesserung explizit bei der Firma CoolTech berichtet. Das liest sich überzeugend, ist aber mit ein wenig Aufwand verbunden, der selbst manch eingefleischtem Audio-Freak zu lästig erscheint.…
    28.04.2026
  • Sumiko Oriole

    Sumikos Firmensitz befindet sich in Mineapolis, USA im Bundesstaat Minnesota. Von hier aus werden die Tonabnehmer weltweit vertrieben. Hergestellt werden sie allerdings in Japan bei Excel Sound in Yokohama. Dort werden die Systeme seit 1982 von ausgewählten Handwerkern handgefertigt. Das neu auf dem Markt befindliche Oriole aus der Reference-Serie von Sumiko liegt preislich und klanglich in der Mitte zwischen dem Starling und Songbird aus gleichem Hause. Oriole ist übrigens die englische Bezeichnung für den hierzulande…
    24.04.2026
  • WestminsterLab Omne

    Ich schätze WestminsterLab-Komponenten für ihre Musikalität und Authentizität, die den Zugang zur Musik ganz selbstverständlich öffnen. Diese Qualität verspricht nun WestminsterLab in Form des Omne, einem Vollverstärker, der das gesamte Westminster-Lab Erlebnis in einem All-in-One-Paket vereinen soll. Ein Versprechen, das neugierig macht. Als Angus Leung den Omne Vollverstärker Anfang Februar 2025 in Hamburg präsentierte, ging es ihm erkennbar nicht um die übliche Choreografie aus Neuheit und Superlativen. Im Zentrum stand für ihn vielmehr die Antwort…
    21.04.2026
  • SOtM sMS-2000 – ein Nachtrag

    Klanglich, optisch und in Sachen Verarbeitung hat mich der SOtM sMS-2000 rundum begeistert. Im täglichen Betrieb erweist er sich als komfortabel und bisher völlig stabil. Die Einrichtung einer zusätzlichen internen Festplatte hätte allerdings Programmierkenntnisse in Linux erfordert. Ich habe deshalb die zum Lieferumgang gehörende SSD aktiviert. Beim kürzlich erschienenen Test agierte der sMS-2000 ja lediglich als Streaming Bridge. Die Musikdaten bezog er vom Melco N1Z H60/2 über Ethernet, denn die Kombination eines netzwerkgebunden Servers als…
    17.04.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.