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Astell&Kern SP2000 Ultima

11.02.2020 // Jürgen Saile

Aber nicht nur die Optik und das Gehäuse wurden verbessert, auch beim Innenleben hat es Astell&Kern krachen lassen. Als DAC setzen die Koreaner im SP2000 das neue Flaggschiff des japanischen Herstellers Asahi Kasei ein, den AKM 4499EQ. In diesem Fall jeweils einen pro Kanal. Dieser Chip mit acht Kernen ist gegenüber seinem Vorgängermodell AKM 4497EQ in messtechnischen Belangen deutlich verbessert, ob sich dies auch klanglich auswirkt, werden wir sehen. Wobei es natürlich primär auf die Implementierung des Chips ankommt. Nachdem der 4499EQ - im Gegensatz zu dem im Vorgängermodell eingesetzten 4497EQ - eine Stromausgangsstufe enthält, musste die OPamp-Umgebung völlig neu designed werden. Übrigens, ganz neu ist das Prinzip nicht, der TI 1792 bot anfangs der 2000er ebenfalls eine Stromausgangsstufe.

Das Gerät basiert auf einer abgespeckten Android Version, die von allem Ballast, der nicht für das Musikhören benötigt wird, befreit ist. Damit fällt natürlich auch die Android eigene SPC-Konvertierung weg. Für die Übertragung von Dateien vom PC auf den internen Speicher benötigt man einen Windows Rechner, Mac Besitzer können sich mit einem Programm aus dem Internet behelfen. Das Ding heißt „Android File Transfer“, ist kostenlos und funktioniert völlig problemlos.

Der massive Einschaltknopf fungiert auch als Lautstärkeregler. Erinnert mich irgendwie an eine Schweizer Präzisionsuhr.
Der massive Einschaltknopf fungiert auch als Lautstärkeregler. Erinnert mich irgendwie an eine Schweizer Präzisionsuhr.

Auch bei den eingesetzten AKM4499EQ könnten sechs verschiedene Digitalfilter ausgewählt werden, mit denen der Sound leicht verändert werden könnte, allerdings lässt der Hersteller dies nicht zu. So bleibt es bei der von Astell&Kern favorisierten Einstellung. Also nichts für den HiFi-Neurotiker. Wenn nun jemand den Sound trotzdem verbiegen will, so bietet der SP 2000 einen Equalizer mit zwei verschiedenen Einstellmöglichkeiten an. Im Modus „Main“ wird ein grafischer 20-Band-EQ angeboten, mit dem die vorgegebenen Frequenzbänder sehr feinfühlig (0,1 dB) verändert werden können. Schaltet man auf den „Advanced“-Modus um, verwandelt sich der EQ in einen parametrischen EQ mit einer grafischen Darstellung des verbogenen Frequenzbereichs. Generell sind die Veränderungsmöglichkeiten sehr subtil, Astell&Kern mag es offenbar nicht so gerne, wenn der eingestellte Haus-Sound zu sehr verbogen wird.

Schaltungstechnisch wurden die Ausgangsstufen gegenüber dem Vorgängermodell ebenfalls verändert.Das Gerät bietet nun für den symmetrischen und unsymmetrischen Ausgang eigene, voneinander unabhängige Verstärkerzüge an. Damit liefert der SP2000 unsymmetrisch beachtliche drei Volt rms und symmetrisch sechs Volt rms. Allerdings sind die Angaben ohne Last. Angaben über die abgegebene Leistung an realen Lasten, wie beispielsweise an einem 16 Ohm In-Ear, liegen nicht vor. Zum Laden und für den Datentransfer bietet der SP2000 eine USB 3.0-Typ-C-Schnittstelle an. Astell&Kern lässt hier auch den Datentransfer vom SP2000 auf einen externen Wandler zu. Beispielsweise in der heimischen Stereoanlage.


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