tests/20-03-18_finite
 
Test.
Deutsch English|

Finite Elemente Pagode Edition MKII

18.03.2020 // Wolfgang Kemper

Das Pagode ist ein Leicht-Konzept, auch wenn die massiven Holzrahmen der einzelnen Ebenen anderes vermuten lassen würden. Dieses Rahmen-Holz besteht nach wie vor aus definiert gelagertem Kanadischen Ahorn. Luis Fernandes hat dieses Holz damals als dasjenige ermittelt, das bei akustisch sehr guten Eigenschaften auch über Jahrzehnte seine Formstabilität bewahrt. Da dieses Holz aufgrund der Witterung in Kanada langsam wächst, besitzt es eine hohe Dichte und Festigkeit. Es ist nicht zu weich und überdämpft nicht. Töne werden gehalten und schwingen lange aus. Andererseits ist es nicht spröde oder gar rissig. Darum verwendet man es auch gern im modernen Instrumentenbau, so bei E-Gitarren und E-Bässen.

Kanadischer Ahorn findet in allen Finite-Elemente-Racks Verwendung, egal in welcher Version, Farbe oder Größe ein Pagode bestellt wird. Jedes Pagode MKII ist entsprechend der Bestellung nach Kundenwunsch eine handwerkliche Einzelanfertigung. Es gibt neben drei verschiedenen Höhen und drei Breiten sieben Farbvarianten für das Holz. Weitere Variable sind das Finish der Seitenprofile, alternative Cerabase-Füße statt der Spikes mit integriertem Teller und die Heavy-Duty Ausführung mit verstärkter oberer Ebene. So ziert denn auch das neue MKII am Sockel ein großes Aluminium Emblem mit der Modell-Bezeichnung und dem deutlichen Hinweis: Made in Germany. Denn gerade international wird dies geschätzt und trägt auch ein wenig zum erfolgreichen Verkauf bei. Jedes Rack besteht besteht zu 97 Prozent aus individuell gefertigten Einzelteilen und nur zu drei Prozent aus Normteilen wie Schrauben oder Verbindungsbolzen. Alle Einzelteile werden nach Vorgabe vorwiegend von regional ansässigen Betrieben um Meschede gefertigt. Schon das Ur-Pagode gewann seine Qualität durch den intelligenten Aufbau in Verbindung mit den Resonatoren. So ist ein Pagode stets als akustisch abgestimmte Einheit zu sehen, da die einzelnen Ebenen auf das Ganze mittels unterschiedlicher Resonatoren angepasst sind. Die Position aller Ebenen ist damit vorgegeben. Dennoch darf eine Ebene in der Höhe an den vorgesehenen Montagepunkten anders positioniert werden, wenn man bei einem Geräte-Wechsel andere Abstände der Ebenen benötigen sollte. Jedoch ist es kontraproduktiv und deshalb zu vermeiden, Böden zu tauschen. Die Ebenen sind beschriftet und so wäre selbst bei einer kompletten Demontage die perfekte Rekonstruktion jederzeit möglich.

Wie schon beim Ur-Pagode werden auch beim MK II die Ebenen mit je vier Edelstahl-Spikes pro Seite in die T-Träger eingespannt
Wie schon beim Ur-Pagode werden auch beim MK II die Ebenen mit je vier Edelstahl-Spikes pro Seite in die T-Träger eingespannt

Mein Test-Pagode ist die 85 Zentimeter hohe Ausführung 600 Edition MKII mit vier Ebenen. Das Kanadische Ahorn ist auf Walnuss gebeizt und klarlackiert. Die mit dem gleichen Holz zur akustischen Dämpfung ausgelegten Aluminium-Profile sind hochglanzpoliert. Als Füße hat es massive Edelstahl-Spikes, die beim MKII einen angedrehten Teller besitzen. Somit kann der Spike im Teppich nicht einsinken und das Rack-System aus der Waagrechten oder in eine Instabilität bringen. Beim alten Pagode musste der Teller noch separat unter die Spikes platziert werden und konnte beim Bewegen auch den Kontakt verlieren. Wenn man Pech hatte, verkratzte dann der Spike einen empfindlichen Fußboden. Dieses Risiko ist mit dem integrierten Teller jetzt so gut wie ausgeschlossen.

Zum Test bekam ich zwei äußerlich gleiche Pagode-Systeme, nämlich eines aus der alten Baureihe und ein neues MKII. Die unterschiedlichenSpikes signalisierten die Generation, ebenso wie das beim Neuen hochglanzpolierte Aluminium. Diese optische Veredelung hat beim Test-MKII einen Aufpreis von 960 Euro zur Folge. Luis Fernandes zeige mir auf seinem Smartphone ein Video, auf dem ich den Poliervorgang im darauf spezialisierten Handwerksbetrieb erleben konnte. Ich fand es wirklich bewundernswert, mit wie viel Geschick und offenkundiger Erfahrung der Mitarbeiter der Firma die Aufbereitung bewerkstelligte. Dabei ist enorm viel Feingefühl gefordert, um das Metall makellos glänzen zu lassen. Die Herren Fernandes und Möhring lieferten mir persönlich die beiden Racks, justierten sie über die drehbaren Spikes in Waage und waren auch bei den ersten ausgiebigen Hörtests anwesend. Das war hilfreich, denn wir haben den Soul als Tonquelle und zwei Air Tight Mono-Endstufen im Spielbetrieb von einem Rack in das andere umgestellt. Die Endverstärker wiegen einiges und Sorgfalt ist angesagt, um die Oberflächen nicht zu verkratzen.


  • Linear Tube Audio Century

    Century heißen die Röhren-Mono-Endverstärker von Linear Tube Audio, die ohne Ausgangsübertrager auskommen und sich dennoch grundlegend von anderen OTL-Konzepten unterscheiden. Wir haben uns intensiv damit beschäftigt, was die patentierte ZOTL-Technologie des Entwicklers so besonders macht und wie sie sich klanglich auswirkt. Für diesen Test haben Dirk Sommer und ich uns eine Arbeitsteilung vorgenommen, bei der ich (Carsten Bussler) mich auf die Technik der Century-Monos sowie die Hintergründe zu Linear Tube Audio und die Zusammenarbeit mit…
    29.09.2026
  • Final Tonalite

    Finals Tonalite ist nicht nur ein neuer In-Ear, sondern macht gleichzeitig Finals Timbreanpassung jedem Nutzer mittels einer App zugänglich. Seit der noch etwas kryptischen Ankündigung dieser Technologie auf der High End 2022 habe ich Ihnen über den Entwicklungsprozess berichtet. Das fertige Produkt halte ich persönlich für einen Meilenstein. Tonalite ist eine grundlegende Neuentwicklung mit neuem Formfaktor und neuer Technik. Die Tonalite In-Ears verfügen über eine eher ovale Form, in der die gesamte Elektronik untergebracht ist.…
    25.09.2026
  • Ortofon MC Vertex

    Die bisherigen Topmodelle von Ortofon, das Anna, das Anna Diamond und das Diamond, ähnelten einander auch optisch stark. Das Vertex macht schon durch sein Erscheinungsbild klar, dass es anders ist. Es ist der erste Tonabnehmer mit einem Diamanten mit Vertex-Schliff. Soweit mir bekannt, ist das der erste neue Nadelschliff seit rund 40 Jahren. Aber das ist nicht die einzige Veränderung gegenüber dem MC Diamond: Der Generator des Vertex besitzt einen deutlich höheren Innenwiderstand, die Nadelnachgiebigkeit…
    15.09.2026
  • Phonar Veritas M4.2 SE

    Es hat mir bislang stets Vergnügen bereitet, mich mit Phonar Lautsprechern zu beschäftigen. Nach einem Test kaufte ich die Veritas 9.2 SE und genieße seitdem ihre Musikalität. Phonar überzeugte immer wieder mit einem außergewöhnlich attraktiven Preis-Klang-Verhältnis. Bestätigt die neue, kompakte Phonar Veritas M4.2 SE diese Erfahrungen? Mein eindrucksvollstes Phonar-Erlebnis hatte ich vor zwei Jahren mit der Standbox Veritas p4.2 Next, die aktuell für einen Paarpreis von 2400 Euro auf der Phonar-Website zu sehen ist. Genau…
    08.09.2026
  • Ayon Iris Signature Streamer

    Auf der High End Vienna haben Dirk Sommer und ich den Ayon Iris erstmals entdeckt – nun steht der außergewöhnliche Streaming-Player bei uns bereits zum Test. So frisch ist der Iris, dass selbst die Roon-Zertifizierung zum Testzeitpunkt noch läuft. Brandneu, doch der Iris kommt keineswegs aus dem Nichts: Wer die Entwicklung der digitalen Ayon-Komponenten verfolgt hat, erkennt eine kontinuierliche Beschäftigung mit dem Thema Streaming. Auch wir konnten diesen Weg begleiten – nach dem S3 und…
    01.09.2026
  • Sumiko Starling

    Mein letzter Test eines Tonabnehmersystems befasste sich mit dem Sumiko Oriole. Nun drehen sich für diesen Test meine Schallplatten unter dem Sumiko Starling, dem teuersten System aus der Sumiko Referenz Serie. Nachdem ich überaus positiv überrascht vom Test des Oriole war und dies Peter Laitenberger vom deutschen ATR Vertrieb mitteilte, empfahl mir dieser mir doch einmal das Sumiko Starling anzuhören. Gesagt, getan und bereits wenige Tage später kam das kleine Päckchen mit dem Starling zu…
    28.08.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.