tests/20-04-24_finite
 
Test.
Deutsch English|

Finite Elemente Carbofibre° HD

24.04.2020 // Dirk Sommer

Die Basis ruht auf vier Füßen
Die Basis ruht auf vier Füßen

Bei dem nicht hundertprozentig ebenen Fliesenboden im Hörraum ist es von Vorteil, dass die Carbofibre° HD dank der justierbaren Füße und der eingebauten Libelle in kürzester Zeit perfekt auszurichten ist. Nachdem das getan ist, höre ich erst einmal Georg Breinschmids herrlich abwechslungsreiche und skurile Doppel-CD Breinländ: Der österreichische Bassist und seine wechselnden Mitspieler mischen ungeniert unter anderem kurze Moritaten, eine sehr eigene, 20-minütige Version der „Carmen Fantasie“ voller Zitate und Anspielungen und groben musikalischen und textlichen Unfug. Da passt es dann hundertprozentig, dass der letzte Song den Titel „Ein Anfang“ trägt. Das ist gewiss nicht jedermanns Sache und auch nicht übermäßig audiophil, aber für alle mit einer Affinität zu schrägem österreichischen Humor der Musiktipp des Monats.

Die Füße sind natürlich höhenverstellbar
Die Füße sind natürlich höhenverstellbar

Nachdem die Carbofibre° HD für den Vergleich vorbereitet ist, stelle ich The Poweramp wieder auf die Big Magic Base und beginne mit dem Keith Jarrett Trio und „God Bless The Child“: Wechselt die Endstufe auf die Carbofibre° HD, möchte man meinen, jemand habe den Lautstärkeregler ein, zwei Grad nach rechts gedreht. Gary Peacocks Bass kommt ein wenig knarziger, aber dabei mindestens ebenso füllig rüber. Die Becken schimmern eine Spur farbiger, und die Bass-Drum erscheint ein wenig größer und druckvoller. Oft ist ein voluminöserer Bass ja dafür verantwortlich, dass die Wiedergabe minimal verlangsamt wirkt und die Musiker scheinbar mit etwas weniger Enthusiasmus zur Sache gehen. Das ist ist hier glücklicherweise nicht der Fall: Bei der Carbofibre° HD stehen ein sehr solides Bassfundament und der ungeheuer packende Groove erfreulicherweise nicht in Konkurrenz zueinander. Dank seiner neuen Stellfläche schwingt sich der Einstein in beiden Disziplinen zu Höchstleistungen auf: Er fühlt sich auf der Carbofibre° HD hörbar noch ein bisschen wohler.

Bei Abdullah Ibrahims „Calypso Minor“ klingen wie erwartet die Bass-Drum und der treibende Kontrabass bei der SSC-Basis einen Hauch weniger solide und füllig. Die tonale Balance ändert sich ein dann ein wenig, wenn der Einstein wieder auf der Finite-Elemente-Basis steht. Hier fühle ich mich an den Tilt-Regler der alten Quad-Transistorvorstufen erinnert, mit dem subtile tonale Verschiebungen möglich waren. Aber der Flügel wirkt dank der SSC Base nicht nur eine Spur heller, sondern auch minimal luftiger. Da komme ich um Patrice Herals „Improvisation“ einfach nicht herum…


  • Final UX5000

    Im Oktober habe ich den UX5000 in Warschau auf der Audio Video Show das erste Mal gehört. Zugegeben, Bluetooth-Overear-Kopfhörern gilt nicht unbedingt mein größtes Interesse, aber der UX5000 machte mich mit einigen Features neugierig auf einen Test. Final platziert das Modell an der Spitze seines Bluetooth-Kopfhörer-Line-Ups. Allein optisch spricht mich der UX5000 an. Schlicht und unauffällig, ohne ein Statement setzten zu wollen, um sich zwanghaft von der Masse abzuheben. Aber genau diese unaufgeregte Präsentation in…
    16.01.2026
  • Riviera Audio Laboratories APL1 und AFM70

    Den letzten Bericht über eine Vor-/Endstufen-Kombination schrieb ich vor beinahe anderthalb Jahren. Bis jetzt kam lediglich Wolfgang Kempers Test des Senna-Sound-Duos dazu. Sollte das daran liegen, dass es in diesem Bereich nicht allzu viele Innovationen gibt? Die edlen Amps von Riviera Audio Laboratories sind jedenfalls alles andere als Mainstream. Die Verbreitung von digitalen Verstärkermodulen hat zumindest bei mir dazu geführt, dass mich ein Großteil der modernen Endstufen-Kreationen einfach nicht mehr interessiert. Schaltnetzteile in Kombination mit…
    14.01.2026
  • Keces Ewave

    Nein, wir werden nicht zur PR-Abteilung von Keces oder Robert Ross' Vertrieb, der die Produkte aus Taiwan in Europa betreut und hierzulande vertreibt. Doch bei einem Gespräch über den Ephono+ merkte Robert Ross an, dass er soeben das erste Null-Serien-Modell des Keces-Switch erhalten habe und uns zusenden könne. Da konnte ich nicht widerstehen. Da die Serienmodelle noch im Januar ausgeliefert werden, kann ich mir mit dem Bericht über das Switch auch nicht allzu lange Zeit…
    09.01.2026
  • Keces Ephono+

    Nein, ich werde mich ab sofort nicht mehr nur mit günstigen Hifi-Komponenten beschäftigen, auch wenn durch den Test des erschwinglichen Eversolo DAC-Z10 und des Ephono+ der Eindruck entstehen konnte. Denn obwohl Keces der Signalverarbeitung und dem Netzteil je ein eigenes Gehäuse spendiert, ist die Phonostufe für gerade einmal 1.200 Euro zu haben. Ich habe zwar gegenüber Komponenten mit moderaten Preisen genau so wenig Berührungsängste wie gegenüber solchen mit exorbitant hohen – wie sich Anfang des…
    23.12.2025
  • Galion Audio Navy Röhrenvorverstärker

    Wir haben das röhrenbestückte Vorverstärker-Flaggschiff Navy des jungen kanadischen HiFi-Unternehmens Galion Audio unter die Lupe genommen. Der Line-Vorverstärker mit vier Doppeltrioden 12AT7 (ECC81) wartet nicht nur mit hochwertigen Bauteilen auf, sondern er ist das spannende Designprodukt eines high-fidelen Überzeugungstäters. Mir sagte der Markenname Galion Audio bislang wirklich gar nichts. Das junge Unternehmen aus Québec in Kanada wurde 2020 von Thomas Tan, einem passionierten Audiophilen, YouTuber („Thomas & Stereo“) und Content Creator, gegründet. Ziel war, seine…
    16.12.2025
  • Eversolo DAC-Z10

    Meine beiden D/A-Wandler, der DAVE im Arbeits- und der HUGO TT2 im Wohnzimmer, werden serienmäßig von Schaltnetzteilen gespeist. Bei letzterem kommt seit einiger Zeit ein Ferrum Hypsos, bei Chord Electronics Topmodell ein lineares Dreifach-Netzteil zum Einsatz. Ein solches versorgt auch den Eversolo DAC-Z10 – zum Preis von 2.000 Euro. Und nein, es sind keine drei ausgelagerten Stromversorgungen, für die der genannte Preis gilt. Dafür bekommt man das vollständige Topmodell unter Eversolos DACs. Es ist schon…
    09.12.2025

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.