tests/20-11-24_msb
 

MSB Technology The Reference DAC

24.11.2020 // Dirk Sommer

Insgesamt können neben dem Vorverstärker- und dem ebenfalls zum Lieferumfang zählenden S/PDIF-Eingangsmodul mit Cinch- und TOSlink-Eingang sowie einem Wordclock-Ausgang in BNC-Ausführung noch drei weitere Module in die entsprechenden Schächte auf der Rückseite des Reference DAC eingeschoben werden. Das Testexemplar hatte Jürgen Sachweh mit einem USB-Eingang, einer als „Network Renderer“ bezeichneten LAN-Schnittstelle und einem „Pro ISL Interface“ ausgestattet, das man leicht mit einem Lichtwellenleiter-Eingang für Ethernet verwechseln könnte. Es hat nämlich denselben Anschluss für Duplex-Single-Mode-Lichtleiter, den man etwa auch bei den LAN-Switches von SOtM oder Melco findet. Allerdings ist Pro ISL eine Entwicklung von MSB zur galvanischen Trennung und Übertragung von USB-Signalen über Längen von bis zu einem Kilometer.

Außer einem Kabel nahezu beliebiger Länge benötigt man für diese Übertragungsstrecke aber noch ein „Pro-USB“ Metallkästchen mit einem USB-B-Ein- und einem Lichtwellenleiter-Ausgang. Dessen Funktion entspricht der eines Medienkonverters, wobei hier allerdings statt der Signale eines lokalen Netzwerkes solche nach USB-Standard übertragen werden. Der Pro-USB-Konverter wird über die Pro-ISL-Buchse im Reference DAC von dessen Clock getaktet und über die USB-B-Buchse mit Strom versorgt. Einen Anschluss für ein externes Netzteil gibt es nicht. Wer dennoch damit experimentieren möchte, könnte zu ifis iDefender samt externem Netzteil greifen. Das Pro-ISL-Modul für den Refence DAC und der damit korrespondierende Pro-USB-Konverter stehen übrigen für jeweils knapp 1140 Euro in der Preisliste. Derselbe Betrag ist für das klassische USB-Modul zu entrichten, das Renderer-Modul kostet knapp 2240 Euro.

Der USB-Pro-Konverter wandelt das USB-Signal in Lichtsignale. Er wird von der Clock des Reference DAC getaktet. Das Pro-ISL-Modul besitzt den Anschluss für den Lichtleiter
Der USB-Pro-Konverter wandelt das USB-Signal in Lichtsignale. Er wird von der Clock des Reference DAC getaktet. Das Pro-ISL-Modul besitzt den Anschluss für den Lichtleiter

In der Grundkonfiguration des Reference DAC ist ansonsten alles enthalten, was bei MSB gut und teuer ist: Da wäre zu Beispiel das Femto-33-Clock-Modul, das beste, was MSB aktuell zu bieten hat. Dabei geht es nicht um die Exaktheit des Taktes über längere Zeit, sondern um die Minimierung des Jitters. Für die 44,1- und 48-Kilohertz-Abtastraten-Familien setzt MSB zwei verschiedene Oszillatoren ein, um auf Schaltungen zur Generierung der beiden Taktraten aus dem Signal nur eines Oszillators verzichten zu können. Denn diese Schaltungen würden dem sensiblen Clock-Signal Störungen und Verzerrungen hinzufügen. Das täten längere Zuleitungen ebenfalls. Und deshalb wurde das Femto-33-Clock-Modul beim Reference direkt neben den Wandlermodulen platziert und zwar – zumindest für mich – überraschenderweise auf der analogen Seite der Schaltung. Die Oszillatorschaltung der Frequenzfamilie, die gerade nicht benötigt wird, wird übrigens deaktiviert, so dass die aktiven Frequenzfamilie davon nicht beeinträchtigt werden kann.

Für die Stromversorgung des Reference DAC ist die Reference Powerbase zuständig, die wie auch der Wandler in ihrem eigenen aus dem Vollen gefrästen Aluminium-Gehäuse untergebracht ist. Je drei Ringkerntransformatoren pro Kanal stellen die galvanisch getrennten Spannungen für die analogen und digitalen Schaltungen zur Verfügung. Wie die Trafos sich diese Aufgabe genau teilen, verrät MSB nicht. Zwei achtpolige, sogenannte Hybrid-Kabel verbinden das Netzteil mit den kanalgetrennten Schaltungen des DACs. Abgerundet wird die Ausstattung durch das Punkt-Matrix-Display, das ganz nach Wunsch, in sehr großen Ziffern die Lautstärke oder in kleineren Lautstärke, Bit-Tiefe und Abtastraten anzeigt. MSB spricht beim Display von einem diskreten Design, dessen Takt mit dem des Audiosignals gekoppelt sei, wodurch etwaige Störungen minimiert würden. Die Schaltung und das Display sitzen in einer Aussparung des Aluminiumgehäuses, die von den Audioschaltungen getrennt ist. Zum Lieferumfang gehört auch eine Fernbedienung aus Metall, mit der auch die MSB-Laufwerke gesteuert werden können. Es gibt also einige Tasten, die der Besitzer eines Reference DAC nicht benötigt. Ein tolle Lösung wählte MBS für die Lautstärkeregelung: Die wird per gerastertem Drehrad eingestellt. Das ist haptisch ausgesprochen angenehm und zudem sehr exakt.


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